NW 1997/1038
Jülich, Propsteikirche
Inhaltsverzeichnis:
I.   Vorbemerkungen

II. Forschungsstand
II.1.  Kenntnisse der Baugeschichte
II.2.  Ältere archäologische Untersuchungen 
II.2.1.   Langschiffumbau 1877/78 
II.2.2.   Umbau von Chor und Querschiff 1898/99 
II.2.3.   Heizungseinbau im Chor 1925 
II.2.4.   Wiederaufbau 1951 
II.3.  Spezielle Fragestellungen des Fundplatzes 

III.  Aussagemöglichkeit der Funddurchsicht
III.1.  Bewertung des Kleinfundspektrums
III.1.1.   Funde zur Siedlungs- und Baugeschichte 
III.1.2.   Funde aus Gräbern 
III.2.  Die Bauspolien 

IV.  Ansprache aussagekräftiger Befundkomplexe
IV.1.  Römischer Mauerzug St.8
IV.2.  Hypocaustum St.30-32
IV.3.  Die Brandstelle St.23
IV.4.  Befunde zu den Bauzuständen der Kirche
IV.4.1.   Die Umbauten 1877 und 1899
IV.4.2.   Der bis 1877 erhaltene Bauzustand
               und seine Vorläufer

IV.4.3.   Spuren älterer Bauphasen

V.  Zusammenfassung der Grabungsergebnisse

VI. Stellenbeschreibung
VI.1.  Arbeitsmethodik 
VI.2.  Grabungsschnitte 
VI.2.1.   Schnitt 2
VI.2.2.   Schnitt 3
VI.2.3.   Schnitt 4
VI.2.4.   Schnitt 5
VI.2.5.   Schnitt 20
VI.2.6.   Schnitt 21 

VI.3.  Baubefunde 
VI.3.1.   Mauerbefunde in Schnitt St.2 
VI.3.1.1.    NZ-Mauer St.6/St.7 
VI.3.1.2.    Röm. Mauer St.8
VI.3.1.3.    MA-Mauer St.9 
VI.3.1.4.    Mauer St.10
VI.3.1.5.    NZ-Mauer St.11
VI.3.1.6.    MA-Mauer St.12
VI.3.2.   Mauerbefunde in Schnitt St.3 
VI.3.2.1.    NZ-Mauer St.13
VI.3.2.2.    NZ-Mauer St.14
VI.3.2.3.    NZ-Mauer St.15
VI.3.2.4.    MA-Mauer St.16
VI.3.2.5.    Mauer St.17
VI.3.2.6.    MA-Mauer St.27
VI.3.3.   Mauerbefunde in Schnitt St.21 
VI.3.3.1.    MA-Mauer St.24
VI.3.3.2.    A/NZ-Mauer St.25
VI.3.3.3.    MA-Mauer St.26
VI.3.4.   Mauerbefunde in Schnitt St.4
VI.3.5.   Mauerbefunde in Schnitt St.5 
VI.3.5.1.    Mauer St.28
VI.3.5.2.    MA-Mauer St.29
VI.3.5.3.    Röm. Mauer St.30
VI.3.5.4.    Röm. Mauer St.31
VI.3.5.5.    spätröm. Hypocaustum St.32
VI.3.5.6.    NZ-Mauer St.33
VI.3.5.7.    NZ-Mauer St.34
VI.3.5.8.    Mauerausbruchgrube St.84

VI.4.  Grabbefunde 
VI.4.1.   Grabbefunde in Schnitt St.3 
VI.4.1.1.    Grabgrube mit Skelettrest St.18
VI.4.1.2.    Skelettgrab St.19
VI.4.2.   Grabbefunde in Schnitt St.20 
VI.4.2.1.    Grabkiste mit Leichenbrand St.22
VI.4.2.2.    Skelettgrab St.35
VI.4.2.3.    Skelettgrab St.36
VI.4.2.4.    Skelettgrab St.37
VI.4.2.5.    Skelettgrab St.38
VI.4.2.6.    Skelettgrab St.39
VI.4.2.7.    Skelettgrab St.40
VI.4.2.8.    Skelettgrab St.41
VI.4.2.9.    Skelettgrab St.42
VI.4.3.   Grabbefunde in Schnitt St.21 
VI.4.3.1.    Skelettgrab St.43
VI.4.3.2.    Skelettgrab St.44
VI.4.3.3.    Skelettgrab St.45
VI.4.3.4.    Skelettgrab St.46
VI.4.3.5.    Skelettgrab St.47
VI.4.3.6.    Skelettgrab St.48
VI.4.3.7.    Skelettgrab St.49
VI.4.3.8.    Skelettrest St.50
VI.4.3.9.    Skelettrest St.51
VI.4.3.10.  Skelettgrab St.52
VI.4.3.11.  Skelettgrab St.53
VI.4.3.12.  Grabgrube mit Skelettrest St.54
VI.4.3.13.  Skelettgrab St.55
VI.4.3.14.  Grabgrube St.56
VI.4.3.15.  Grabgrube St.57
VI.4.4.   Grabbefunde in Schnitt St.5 
VI.4.4.1.    Skelettgrab St.58
VI.4.4.2.    Skelettgrab St.59
VI.4.4.3.    Skelettgrab St.60
VI.4.4.4.    Grabgrube mit Skelettresten St.61
VI.4.4.5.    Störung mit Skelettresten St.62
VI.4.4.6.    Skelettgrab St.63
VI.4.4.7.    Grabgrube mit Skelettrest St.64
VI.4.4.8.    Grabgrube mit Skelettrest St.65
VI.4.4.9.    Grabgrube mit Skelettrest St.66
VI.4.5.   unbegrabene Grabbefunde 
VI.4.5.1.    Grabbefunde in Schnitt St.2 
VI.4.5.1.1.     Grabgrube mit Skelettrest St.67
VI.4.5.1.2.     Skelettgrab St.68
VI.4.5.1.3.     Skelettrest St. 69
VI.4.5.1.4.     Skelettspuren in 2 Etagen St.70
VI.4.5.1.5.     Skelettspuren in 2 Etagen St.71
VI.4.5.1.6.     Skelettgrab St.72
VI.4.5.2.    Grabbefunde in Schnitt St.3 
VI.4.5.2.1.     3 Skelettgräber St.73
VI.4.5.2.2.     mögliche Grabgrube St.74
VI.4.5.2.3.     Skelettgrab St.75
VI.4.5.2.4.     möglicher Grabbefund St.76
VI.4.5.2.5.     Grabbefund St.77
VI.4.5.2.6.     Grabgrube St.78
VI.4.5.3.    Grabbefunde in Schnitt St.5 
VI.4.5.3.1.     Grabgrube St.79
VI.4.5.3.2.     Skelettgrab St.80
VI.4.5.3.3.     gestörtes Skelettgrab St.81
VI.4.5.3.4.     Skelettgrab St.82
VI.4.5.4.    Grabbefunde in Schnitt St.21
VI.4.5.4.1.     Skelettgrab St.83

VI.5.  Sonstige Befunde
VI.5.1.   Brandlehmbefund St.23
VI.5.2.   Wiederbestattungsgrube St.1-24

VII.   Autoren
VIII.  Abbildungskatalog
IX.    Zeichnungskatalog
X.     Fotokatalog

XI.    Dokumentationsnachweis
XII.   Literaturhinweise


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NW 1997/1038
Jülich, Propsteikirche

Marcel Perse, Norbert Bartz, 1998

I. Vorbemerkungen

Die archäologischen Untersuchungen bei den Umbauarbeiten in der Jülicher Propsteikirche (Kreis Düren) im Oktober 1997 wurden verursacht durch die Bodeneingriffe für die neuen Fundamente der vergrößerten Orgelempore (St. 2/3) und den Einbau einer neuen Heizungsanlage mit vergrößerten Gebläsekästen (St.20/21, 4/5). Die archäologischen Arbeiten wurden von der Fachfirma Wurzel Archäologie, Jülich unter der Leitung von Grabungstechniker Norbert Bartz - NB Archäologie & Graphik durchgeführt und dokumentiert (Gesamtplan Abb. 1). Der Verfasser der Berichtsteile I. bis V., M. Perse M. A., brachte aufgrund seiner Lokalkenntnisse aus der Aufarbeitung der älteren

Fundberichte und des archäologischen Umfeldes die speziellen Fragestellungen für die Untersuchung und Interpretation der Befunde bei Ortsterminen im 1-2 Tage-Rhythmus ein.

II. Forschungsstand

Eine zusammenfassende Untersuchung zur Baugeschichte der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Jülich unter Einbeziehung historischer Quellen, Ergebnissen von Bauforschung bzw. Interpretation des ehemaligen Baukörpers und archäologischer Befunde liegt bislang nicht vor. Maßgeblich sind bislang E. Renards Darstellung in den

Kunstdenkmälern der Rheinprovinz 1902, S. 104-110 und P.J. Tholens Zusammenfassung des archäologischen Kenntnisstandes 1975 mit Verweis auf die älteren Berichte.

II.1. Kenntnisse der Baugeschichte

Gesicherte Kenntnisse über die Form der ersten Kirchenbauten gibt es nicht. Damit ist zumindest eine erste Bauphase seit der ersten urkundlichen Erwähnung 945 bis zum Bau der romanischen Kirche mit dem im Untergeschoß erhaltenen Turm Mitte 12.-Anfang 13. Jahrhundert völlig unbekannt. Einer eventuell noch bis in römische Zeit zurückreichende Baugeschichte als Kirche, die durchaus plausibel scheint, kann sich lediglich auf eine (wohl falsche, da im Zirkelschluß entstandene) Vermutung eines alten Martinspatroziniums, die undifferenzierte Auffindung "römischer Mauern", und die in der Tat interpretationsbedürftige Ausrichtung der Kirchenachse berufen.

Die Nordost-Orientierung der Kirche, die im renaissancezeitlichen Straßenraster bis heute wie ein Fossil erscheint, wurde bislang mit der Hauptstraße des römischen vicus IVLIACVM (Tholen 1975, S. 249; Rüger 1987, S. 449) oder mit dem spätantiken Polygonalkastell des 4. Jahrhunderts (Perse 1988, S. 75 Anm. 221) in Verbindung gebracht. Die Abweichung der Kirchenschräge von der römischen Straßenachse im Detail spricht gegen erstere Theorie, zumal der Bereich um den Marktplatz durch den Bau des Kastells im 4. Jahrhundert eine tiefgreifende Umstrukturierung erfuhr, die für diesen Bereich die das Umfeld prägende Dominanz der vicus-Hauptstraße aufhob und so stark überprägte, daß der Kastellbereich bis zur frühen Neuzeit als eigenes Areal im städtebaulichen Kontext erkennbar blieb. Da die römische Kastellmauer im Bereich der Kirche an zwei Stellen archäologisch beobachtet wurde (vgl. II.2.), liegt eine Rückführung der Kirchenachse auf eine Kurtine des rekonstruierten Kastellmauerpolygons nahe (Perse 1991, S. 66 Abb.). Dies kann jedoch bis auf weiteres nur den Rang einer Arbeitshypothese haben, da der genaue Verlauf der spätantiken Festungsmauer trotz der o.g. Fundpunkte nicht erkannt werden konnte, die Rekonstruktion des Mauerverlaufes in diesem Abschnitt also wiederum nur eine Hypothese ist.

Stützt man auf diesen Erklärungsversuch eine weitere Arbeitshypothese, die die Entstehung des ersten Kirchenbaues mit einem innen an die Kastellmauer angebauten Gebäude oder eines in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen und gleich der Festungsmauer in diesem Abschnitt ausgerichteten Baues in Verbindung bringt, muß man sich bewußt bleiben, daß dies nur ein zweistufiges Gedankengebäude ist, dessen Gültigkeit noch durch Befunde zu klären bleibt.

Die mitunter postulierte Holzbauphase als frühe Entwicklungsstufe der Kirche (Kessel 1879 S. 88, Engel 1994, S. 5) kann nach heutigem Kenntnisstand bis auf weiteres ausgesondert werden.

Die Nachrichten vom Fund alter Holzpfähle im Kircheninneren, die auch nur als Mitteilung ohne archäologische Dokumentation überliefert sind, können, parallel zu den Befunden bei der Kanalsanierung an der Ostseite des Marktplatzes (Perse 1990, S. 478 Abb. 32,11) zwanglos entweder als Reste römischer Fachwerkbauten oder wie in der Propsteikirche selbst 1951 (Haberey 1951, S. 306 Anm. 8) oder an der Großen Rurstraße 98 (P. Wagner, Archäologie im Rheinland 1989 [1990] S. 89) beobachtet, als Pfahlroststreifen zur Bodenverdichtung unter einem Mauerfundament gewertet werden, ohne daß eine Interpretation dieser sporadischen Nachrichten als Kirchenbauphase wahrscheinlicher wäre.

Als Arbeitsgrundlage wird aus den bislang vermuteten oder belegten Bauphasen eine vorläufige Chronologie aufgestellt (vgl. Renard 1902, S. 104-110 u. Zanger 1989, S. 72-77):

Nur die Phasen V-VIII sind mit Fotos (Neumann 1980, S. 32-34 u. 1987, S. 64-67) und zeitgenössischem Planmaterial belegt (Abb. 2, 3, 4). Der Katasterplan 1936 und die Pläne der Altstadtumlegung nach dem Krieg 1947 Block 4b bieten eine Synopse der Umrisse Phase VII gegen VIII/IX (Abb. 5) bzw. z.T. bis Phase X (vgl. Abb. 10). Der Neubauplan von 1950 weist im Bereich der Chorapsiden, bei der südlichen Wand des Hauptschiffes und natürlich beim Turm alte Mauersubstanz aus (Abb. 4). Über diese Grundlagen können die Baupläne und ältere wie die aktuellen Grabungsergebnisse im Gesamtplan korreliert werden.

II.2. Ältere archäologische Untersuchungen

Die vorliegende Untersuchung von 1997 ist die fünfte archäologische Aktivität im Bereich der Jülicher Propsteikirche, über die Informationen vorliegen. Allen Fundnachrichten ist jedoch daß Manko gemeinsam, daß es sich jeweils nur um sehr begrenzte

Bodenaufschlüsse handelte, was die Einbindung der Befunde in größere Strukturen bislang größtenteils verhindert.

II.2.1. Langschiffumbau 1877/78

Die Funde sind durch den Bericht von H.J. Kessel 1879 bekannt (Abb. 6), dessen schematisierter Lageplan häufig rezipiert wird (z.B. Tholen 1975, S. 236 Abb. 2 oder Engel 1994, S. 6 Abb.). Die darin suggestiv durchgezogen eingetragene angeblich römische Mauer 1 von 1 m Breite fand noch 1997 bei der Bauplanung für die neue Fundamentierung der Orgelempore Berücksichtigung, bis sich bei den Ausschachtungen (St.2/3) herausstellte, daß es die Mauer in dieser Form nicht gegeben hat.

Der damals aufgedeckte Töpferofen 2 ist gut einzuschätzen, da die daraus stammenden Funde im Aachener Suermondt-Museum von A. Kisa 1903 und 1906 so genau beschrieben wurden, daß sie trotz fehlender Abbildungen bestimmt werden können (Originale Kriegsverlust, ebenso die laut Kreis-Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt vom 4.5.1878 ins Jülicher Stadtarchiv überstellten Funde). Die von Kisa beschriebene Tonschlickerverzierung und Profile (Typ Hofheim 81/82; vgl. Perse 1988, S. 106 Abb. 35,3-6) lassen eine Einordnung in das Produktspektrum des bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts in diesem Bereich arbeitenden Töpferbezirks zu (Abb. 7), von dem 1952 beim Bau des Pastorats Stiftsherrenstraße 15 4 Öfen aufgedeckt wurden (vgl. Lenz 1990, S. 77ff; 68; 45). Beim Neubau der Sakristei 1951 wurde im dortigen SW-Profil ebenfalls ein Töpferofenrest entdeckt (II.2.4: W. Haberey, Profil A'-B' vom 4.5.1951; dazu RLMB Inv.Nr. 51.532), der die Tiefenangabe 4,50 m von 1877 überzogen erscheinen läßt.

Die Funde von Eichenpfählen werden nur undifferenziert mitgeteilt. Einzige Zusatzinformation ist, daß sie auf Höhe der römischen Befunde auftraten. Ob es sich um Reste römischer Fachwerkbauten (wie Perse 1990, S. 478 Abb. 32,11) oder um Gründungshilfen von Mauern handelt, wie sie auch 1951 beobachtet wurden (vgl. II.2.4: Haberey 1951, S. 306; ders., Profil B-C vom 27.6.1951 Mauer b), ist so nicht zu entscheiden.

Am meisten Nachwirkungen hatte die Auffindung der Hypocaustanlage 3 unter der nördlichen Seitenschiffaußenmauer (falsch bei Renard 1902, S. 102 "unter der Südmauer"). Während Kessel den Befund noch vorsichtig abwägend als Heizung eines Privatgebäudes anspricht (S.67), sind schon in der Grundsteinurkunde von 1877 die Alternativen "auf den Trümmern eines römischen Bades oder eines römischen Palastes erbaut" (nach Kreis-Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt Nr. 84 vom 22.10.1898) genannt.

Die Verbindung mit einem weiteren Hypocaustbefund beim Umbau des Querschiffes und Chores 1898 (vgl. II.2.2.) und Beobachtungen in einem Kanalgraben an der SO-Ecke des Marktplatzes zum Kirchturm hin (J. Halbsguth, FB154 Mai 1949; vgl. Abb. 13) ergaben für P.J. Tholen 1975 aufgrund der Gesamtausdehnung der Hypocaustbefunde die Vermutung einer Thermenanlage, in Anlehnung an die in Zülpich gemachten und konservierten Befunde (S. 235 Anm. 25-29).

Diese Vorstellung wurde seither immer wieder aufgenommen (z.B. Rüger 1987, S. 449) und prägt selbst die Berichterstattung und Interpretation der 1997 aufgedeckten Fortsetzung der Hypocaustanlage bei St.5-32 (zuletzt A. Wolters, Jülicher Zeitung Nr. 42 vom 19.2.1998, S. 9). Da es sich aber bislang nur um kleinräumige Hypocaustbefunde handelt (vgl. auch weiteren Befund in der Nähe, Perse 1990, S. 477 Abb. 32,12; vgl. hier Abb. 13) und deren direkter Zusammenhang zu einer Gesamtanlage unwahrscheinlich ist, muß die Erklärung als Thermenanlage als unbegründet gelten - obwohl es im vicus IVLIACVM sicherlich eine entsprechende Anlage gegeben hat.

Interessant erscheint, daß F.J. Schmitz 1879 bei seiner baugeschichtlichen Beschreibung der Kirche ausdrücklich feststellt, "Daß vor Erbauung der jetzigen Kirche (...) an derselben Stelle schon eine ältere Kirche gestanden habe, ist höchstwahrscheinlich, aber nach meiner Ansicht nicht erweislich; wenigstens haben sich an Ort und Stelle bei Gelegenheit der jetzigen Umbauten keine Anhaltspunkte dafür gefunden." In der Grundsteinurkunde von 1878 heißt es dagegen: "Beim Ausheben der Fundamente fand sich, daß die erste Anlage der Pfarrkirche im Anschluß an den jetzt noch bestehenden Thurm eine einschiffige Basilika war, ...". Offensichtlich war man bei Anlage der Fundamente der jetzigen St.6 u. St.13 auf das Streifenfundament der Arkaden St.9 u. St.15 gestoßen (vgl. IV.4.2). Auch ein angeblich 6 x 22 m messender Totenkeller unter dem Langhaus (M. Hermkes, Rurblumen Nr. 51, 1936, S. 470f.), dessen Zugang vom Turm her erfolgte, wurde 1878 zum letzten Mal geöffnet (vgl. auch Planum W. Haberey vom 11.6.1951 mit Störung 19. Jh. im Turmboden).

Foto mit Aussenansicht vor 1877 siehe Titelblatt des Abbildungskataloges.

II.2.2. Umbau von Chor und Querschiff 1898/99

Beim Ausheben der Fundamente für den neuen Chor mit zwei Annexapsiden außen vor der alten Chormauer (Abb. 5), ist die nicht exakt lokalisierbare Nachricht eines römischen Estriches (Kreis-Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt Nr. 83 vom 19.10.1898, S. 3; später angezweifelt in einem Leserbrief ebd. Nr. 84 vom 22.10.1898, S. 1) überliefert. Renard 1902 (S. 102) überlieferten unabhängig davon ein zweites Hypocaustum im "Chorbereich" (auch Jülicher Kreisblatt Nr. 37 vom 8.5.1909). Außerdem wird von einer 3 m breiten Bruchsteinmauer berichtet (KJCWBl. Nr. 83 vom 19.10.1898, S.3), die bei der Fundamentierung des Querschiffes zutage trat. Aus der Art der Beschreibung bei Renard als "nach Südwesten, spitzwinklig zu der Mauer unter dem Langhaus" verlaufend (Abb. 6, 1), handelt es sich anscheinend um das nördliche Querschiff zur Kölnstraße hin (im späteren Jülicher Kreisblatt vom 8.5.1909 wird die dort nur 1 m dick genannte Mauer allerdings mit einem Mauerzug in der Baierstraße parallelisiert, der mit seiner NW-SO Ausrichtung eine genau entgegengesetzte Schräge aufweist; diese Erwähnung ist offensichtlich falsch).

Mit der Lokalisierung im nördlichen Seitenschiffbereich, rückt der Hypocaustbefund von 1898 in unmittelbare Nähe der 1877 und 1997 dokumentierten Fußbodenheizungsbefunde (Abb. 6, 1 u. Abb. 1, St.32; vgl. VI.2.4.). Die o.g. rätselhafte Mauer und die erwähnte "breite Lage von Stein- und Kieselgeröllen, weshalb die Ausschachtung [der Querschifffundamente; welcher?] eine Tiefe von 5 Metern annehmen mußte" (KJCWBl. Nr. 84 vom 22.10.1898) sind zu unkonkret, um interpretiert zu werden.

Interessant ist die Erwähnung eines als Einzelfund geborgenen Fragmentes eines Totenmahlreliefs (Renard 1902, S. 102 und Leserbrief KJCWBl. Nr. 84 vom 22.10.1898, S.1; vgl. P. Noelke, Bonner Jahrbuch 174, 1974, S. 549), das hier fernab der Gräberfelder als Spolie zu deuten ist.

Für die Baugeschichte nicht direkt nutzbar gemacht werden können drei mittelalterliche Inschriftenfragmente mit Leuchterweihungen, die beim Abbruch des alten Chores für das Städtische Heimatmuseum im Hexenturm geborgen wurden (Leserbrief KJCWBl. Nr. 84 vom 22.10.1898, S.1, Ortsarchiv RAB Brief von Dr. Hoeres, Direktor des Progymnasiums vom 19.10.1898 Nr. 290/98 und Renard 1902, S. 113). Zwei noch erhaltene Steine wurden von der Inschriftenkommission der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften bestimmt und auf 1.H. 13. Jh. sowie 14.Jh., vermutlich 2. Hälfte, datiert (H. Giersiepen, Brief vom 11.9.1989 Nr. 1/2; das dritte Fragment des Komplexes ist 1997 noch in der Kriegsauslagerungsstelle im Brückenkopf aufgefunden worden). Die Inschriften sind wohl später in die bestehende Chorwand eingefügt worden und datieren damit nicht den alten Chorbau, wie Renard es auch von ähnlichen Weiheinschriften in der Seitenschiffwand berichtet (S. 113).

II.2.3. Heizungseinbau im Chor 1925

"Unter dem Chor der Jülicher Pfarrkirche" wurden im Juli 1925 20 m3 für eine Warmluftheizung ausgeschachtet (Fischer 1925). Leider ist die genaue Grabungsstelle nicht exakt lokalisierbar, obwohl sie von J. Hagen vom Rhein. Landesmuseum Bonn dokumentiert und das Profil publiziert wurde (Hagen 1926 und Hagen 1931, S. 208 Abb . 75). Er interpretiert den Befund als römische Straße, über die später eine mindestens 5 m breite Mauer errichtet wurde. Durch spätere Parallelbefunde konnte bereits Tholen 1975 den Gesamtbefund als Anschnitt der spätrömischen Kastellmauer mit ihrer typischen Fundamentierung deuten (S. 243; vgl. auch Perse 1990, S. 479 Abb. 35).

Bekannt wurde der Fund auch durch die zahlreichen geborgenen Spolien von Jupitersäulen (Abb. 8; vgl. M. Bös, Germania 14, 1930, S. 155f und P. Noelke, Die Iupitersäulen und -pfeiler in der Provinz Germania inferior. Beih. Bonner Jb 41, 1981, Nr. 39 = als Inv.Nr. 86,125 wiederaufgefunden, Nr. 105/6, 123-125). "Leider lassen sich in keiner Weise Richtung und Verlauf der Mauer feststellen" (Fischer 1925), so daß alle Interpretationen der Entwicklung der frühen Kirchenbauten in Abhängigkeit zum spätantiken Kastell hypothetisch bleiben müssen (Perse 1998). Angeblich war die Mauer bis 1949 "noch in den Kellerräumen der Kirche" zu sehen (Jülicher Volkszeitung Nr. 201 vom 28.12.1949, S. 3).

II.2.4. Wiederaufbau 1951

Beim Wiederaufbau der Propsteikirche nach dem Krieg wurden von W. Haberey vom Rheinischen Landesmuseum Bonn im Mai/Juni 1951 einige unsystematische baubegleitende Untersuchungen durchgeführt (Ortsarchiv RAB Bonn, Transkriptionen und Umzeichnungen der Unterlagen durch W. Scharenberg im SMJ Jülich, FB 192a). Da der Wiederaufbau "unter weitgehender Benutzung der bisherigen Fundamente" erfolgte (Abb.4), "wurde die alte Kirchenfläche nennenswert nur für zwei Pfeilergründungen durchstoßen" (Haberey 1951; Abb. 10). Dabei wurde an den beiden flankierenden Pfeilerstellungen beidseitig des Chorraumes mehrphasiges Mauerwerk angeschnitten, "ohne daß es entwirrt werden konnte" (Haberey 1951, S. 307).

Festzuhalten bleibt, daß die Mauerzüge sämtlich der Ausrichtung der Kirchenachse folgten. Das Mauerkonglomerat am Übergang zur nördlichen Seitenkapelle war dicht mit römischen Spolien (Jupitersäulen, Matronenstein) bestückt (Neuffer 1951).

Im Profil der südwestlichen Außenmauer der neuen Sakristei wurde in 2 m Tiefe der Brennraum eines Töpferofens freigelegt (W. Haberey, Profil A'-B' vom 4.5.1951, RLM Bonn Inv.Nr. 51.532), der vom schrägen Eckstrebepfeiler des Querschiffes bereits 1898 unerkannt angeschnitten worden war (Abb. 7).

In Bezug auf die sonstigen Beobachtungen zur römischen Epoche liefern die Aufschlüsse im Verlauf der neuen südöstlichen Seitenschiffwand genau wie im Kircheninneren lediglich recht schematische Aussagen zur Tiefenlage der römischen Schichten, wobei Schutt-

und Brandschichten ab 0,70/80 cm Tiefe, darunterliegende Straten etwa von 1,10-2,00 m beobachtet wurden.

II.3. Spezielle Fragestellungen des Fundplatzes

Aus dem Resümee der Forschungsgeschichte zur Archäologie der Propsteikirche ergeben sich sechs Aspekte für weitere Untersuchungen:

Bei der Grabung 1997 wurde zu den Punkten b), c) und f) Ergebnisse gewonnen. Zu d) waren nur im Kleinfundspektrum Hinweise enthalten. Darüber hinaus wurden Reste von über 56 Bestattungen in den begrenzten Aufschlüssen dokumentiert, die jedoch alle nicht mit dem überlieferten Totenkeller f) in Verbindung stehen. Dessen Ausmaß und Lage sind nach wie vor unklar. Da er in St.2 und 3 nicht angetroffen wurde, könnte in diesem Bereich maximal noch ein schmaler Zugang in der Kirchenschiffmitte liegen, an den sich erst weiter zum Chor hin der auf 6 m Breite geschätzte Keller anschließen würde (M. Hermkes, Rurblumen Nr. 51, 1936, S. 470f.).

III. Aussagemöglichkeit der Funddurchsicht

Aufgrund der Kleinräumigkeit der Aufschlüsse wurden nur in sehr begrenztem Umfang meist relativ kleinfraktionierte Funde gemacht. Aussagekräftige geschlossene Funde liegen nicht vor. Betrachtet man den römischen "Fundschleier" insgesamt, fällt allerdings die starke Dominanz spätantiker Funde auf.

III.1. Bewertung des Kleinfundspektrums

III.1.1. Funde zur Siedlungs- und Baugeschichte

Hinweise auf die frühere Bebauung gibt ein Fragment verziegelter Hüttenlehm (#St.3-16; vgl. aber St.20-42 mit Bezug zum Brandbefund St.23) und Wandziegelplatten (#St.5-99 u. #5-120), die dem Baurest mit Hypocaust zuzuordnen sind (vgl. VI.2.4.).

An besonderen mittelrömischen Funden sind lediglich das Randbruchstück eines Firnsisware- Spruchbechers (#St.5-14; siehe Abb. 21) und eines ähnlichen Bechers mit Wellenband des 3. Jh. (#St.5-47), sowie ein blaues Rippenschalenfragment aus dünnwandigem Glas (#St.5-31) zu nennen, die allerdings allesamt als Streufunde in jüngeren Befunden zutage kamen.

An spätantiken Funden ist dagegen eine ganze Reihe leicht erkennbarer Formen aufzuführen:

Vielfach kommen die spätantiken Funde als Streufunde in späteren Grabfüllungen o.ä. vor. An einigen Stellen sind sie jedoch auch in eine aussagekräftige Stratigraphie eingebunden (vgl. IV.2. u. IV.3.; eine Auswahl der Funde siehe auch Abb. 21).

Bestimmung Rädchen-TS (L. Bakker, Augsburg, Brief 1.3.1998; siehe auch Abb. 21):

"Die Stücke Nr. 209-211 dürften dem späten 4. Jahrhundert, Nr. 211 vielleicht auch noch den ersten beiden Jahrzehnten des 5. Jhs. angehören; nur 208 erscheint vorläufig nicht näher datierbar."

Bestimmung der Münzen (B. Päffgen, Kerpen, Brief 13.3.1998):

#St.20-36 (wegen nicht entfernter Korrosionsschichten war die Bestimmbarkeit begrenzt und der Abnutzungsgrad konnte nicht bestimmt werden):

Auf Knochen- und Geweihverarbeitung verweisen die abgesägte Geweihsprosse #St.21-31 (röm.), ein geschnitzter Knochen #St.20-33 (Kontext 4. Jh.) und der Produktionsrest eines Knochens mit runden Ausbohrungen #St.5-37 (älterer? Streufund aus Grab St.58 (St.5-6-Schicht 8).

Als einziger gut klassifizierbarer mittelalterlicher Fund kann ein früher Pingsdorfer Wellenfuß des 10.-12. Jh. benannt werden (#St.21-7 -> verlagert in Grab St.45).

III.1.2. Funde aus Gräbern

Von den Gräbern können fünf aufgrund von Beifunden näher angesprochen werden. Grab St.37 (St.20-5-Schicht 3) enthielt eine Scherbe blaugrauen Steinzeugs Ende 17./Anfang 18. Jh. (#St.20-12), das südwestlich direkt daran anschließende, die Grenze respektierende Grab St.36 (St.20-5-Schicht 2) ein RB niederrheinische Bauernkeramik des 18. Jh. als Streufunde aus der Grabverfüllung (#St.20-11). Grab St.49 (St.21-22-Schicht 8) enthielt im Brustbereich der Bestattung einen Kreuzanhänger mit Doppelbalken aus Bronze (#St.21-26), das aufgrund seiner trotz Korrosion erkennbaren Gestaltung (Abb. 11,1) mit verbreiterten Enden wohl dem 17. Jh. zuzuordnen sein dürfte (vgl. Umrißform z.B. "500 Jahre Rosenkranz. 1475 Köln 1975." Ausstellungskat. Erzbischöfl. Diözesan-Museum Köln 1975, Nr. B 157 Abb. 37).

Als herausragender Befund fielen die Bestattungen St.58 und St.59 (St.5-6-Schicht 8 und St.5-6-Schicht 11) durch ihre gute Erhaltung und die Beifunde auf. Die genau parallele Ausrichtung der sich nicht überschneidenden Befunde, sowie ihre Lage in gleicher Tiefe lassen eine gemeinsame Grabstelle eines Ehepaares vermuten. Beiden hielten in ihrer rechten Hand einen "heiligen Gegenstand" (Abb. 11,2 + 11,3).

Im dem nordwestlichen vermutlichen Männergrab St.59 fand sich in der rechten Hand der vor der Brust verschränkten Händen ein beschnitztes Knochenkreuz (#St.5-11: L.: 8,3 cm; B.: 3,6 cm; D.: 0,3-0,4 cm) mit Bronzekorpus (2,5 x 2,5 cm), der mit einem einfachen Mitteldorn im Rücken auf dem Kreuz befestigt war. Auf den Balkenenden außerhalb der Figur finden sich eingeritzt INRI und das Chi-Rho-zeichen oberhalb der Figur, auf dem Balken neben der rechten Hand Strahlen oder ggf. Geißeln (?) und neben der linken Hand Hammer und Zange der Kreuzigung. Unterhalb des Korpus sind eine Leiter und eine Lanze und eventuell der Essigschwamm auf einem Stab auszumachen (#5-11, siehe Abb.11,2 und Abb.12).

Das südöstlich anschließende Frauengrab St.58 war als Befund deutlich durch Reste und Verfärbungen des Holzsarges abgegrenzt. Ihr Kopf war auf ein Kissen mit Roßhaarfüllung gebettet (#St.5-27). Bei den auf die Oberschenkel gelegten Händen fand sich in der rechten ein Medaillon (#St.5-35: H.: 2,5 cm; B.: 2,1 cm; D.: 0,4 cm) mit doppelter an der Außenkante facettierter Glasscheibe in einer Metallfassung unklarer Legierung (Abb. 11,3). Als Randverzierung sind 6 Glasperlen mit dazwischenliegenden Drahtösen als Protuberanzen angelötet. Die Füllung zwischen den Gläsern ist aufgrund der Korrosion nicht zu erkennen. Es könnte sich aber um Reste von Papier, Gewebe oder Haaren handeln, in denen man vielleicht eine Berührungsreliquie oder ähnliches vermuteten darf (siehe auch Abb.11).

Das Schmuckstück weist aufgrund seiner Form mit den eingeschwungenen Seiten ebenfalls ins 18. Jh.; so zeigt z.B. das 1762 datierende Porträt von Karl Graf v. Kobenzl, dem österreichischen Gesandten in Kurköln, am Ordensband des Goldenen Vlieses ein Schmuckelement fast gleicher Umrißform ("Kurfürst Clemens August. Landesherr und Mäzen des 18. Jahrhunderts ." Ausstellkat. Schloß Augustusburg, Brühl 1961, S. 182, Nr. 140, Taf. 55). Die Gräber gehören damit mit zu den spätesten Bestattungen in der Kirche, vor dem am 4.5.1784 verfügten Ende dieser Praxis, nach dem die Auslagerung des Friedhofes aus der Stadt und Errichtung eines Totenkellers in der Kirche erfolgten.

Ebenfalls wurden in dem Grab zwei Bronzeblechplättchen gefunden (#St.5-9 u. #St.5- 36), wie sie ähnlich auch in den gestörten Bestattungen St.61/63 (St.5-42-Schichten 3 u. 6) stammen (#St.5-8, #St.5-65/66 u. #St.5-10). Es handelt sich dabei nicht um Münzen oder Münzimitate, sondern wohl eher um eine Art Schauknöpfe für das Totengewand. Die rund 1,3 cm (bis maximal 1,6 cm #St.5-66) großen, dünnen Blechscheiben sind aus einer Kupferlegierung hergestellt, die im unkorrodierten Zustand als silbern erscheint (Zinn?). Sie sind mehr oder weniger profiliert über eine Patrize geprägt, wobei ein vom Rand ansteigendes Profil mit einem mittig wieder abgesenkten Mittelrund entsteht, das z.T. eine einfache Strich o.ä. Verzierung aufweist.

Diese geprägten Blechscheibchen weisen keine Befestigungslöcher oder Ösen auf und waren wohl nur sehr locker mit dem Gewebe des Totenhemdes o.ä. verbunden. Ebenfalls als Hinweis auf die "schöne Leiche" (wie sie früher genannt wurde), sind die Funde von Stecknadeln aus der Grabfüllung des mutmaßlichen Ehepaares (Mann #St.5-22, Frau

#St.5-16 u. #St.5-37) zu werten, die z.B. der Drapierung des Totenhemdes gedient haben könnten.

III.2. Die Bauspolien

Im Rahmen der nicht archäologisch begleiteten Bauarbeiten wurden aus den oberen Schuttschichten unter dem Kirchenboden eine Reihe von Architekturbruchstücken sichergestellt, die in der Kirche verblieben (Dias St.1-28, Nr. 109-120). Während das Kapitellfragment Nr. 115 wohl dem Ausbauzustand nach 1877 zuzuordnen ist, scheinen die zwei Friessteine und ein weiteres mit angearbeitetem Kapitell Nr. 111 (siehe Abb. 9) mit Blattwerkdekor qualitätvolle Zeugnisse der romanischen Bauphase des Langhauses zu sein (Phase III). Ein Vergleich mit dem Weinlaubfries um das Marienbild an der Westfront des Turmes und der zerstörten Verzierung der Deckplatten der romanischen Würfelkapitelle läßt trotz Unterschieden hier eine zeitliche Nähe erkennen (Renard 1902, S. 106; Zanger 1989 72f. Abb.).Allgemein dem Kirchenbau unklarer Zeitstellung zuzuordnen sind Scherben von Fensterglas #St.3-24, sowie #St.5-24 und #St.5-54, welche ein deutliches Stück einer Bleiverglasung enthalten.

IV. Ansprache aussagekräftiger Befundkomplexe

Aufgrund der auch diesmal baubedingt nur kleinflächigen Bodeneingriffe lassen sich die untersuchten Strukturen nur begrenzt in größere Zusammenhänge einordnen. Ein klares Bild der Baugeschichte an der Stelle der Propsteikirche vermag auch die Addition der Beobachtungen über 120 Jahre (1877-1997) nicht zu liefern. Dafür wäre eine flächige und zeitlich zusammenhängende Untersuchung unabdingbar.

Die zahlreichen aufgedeckten und dokumentierten Bestattungen werden hier nicht näher behandelt, da sie für die Kenntnis der Geschichte an diesem Platz nur unwesentliche neue Informationen beitragen. Die grundsätzliche Tatsache, daß in der Kirche zahlreiche Bestattungen in vier bis fünf Etagen anzutreffen ins, ist nicht außergewöhnlich. Darüber hinaus waren lediglich 5 Bestattungen näher ansprechbar, was schon im Rahmen der Kleinfunddurchsicht behandelt wurde (III.1.2.).

IV.1. Römischer Mauerzug St.8

Mit der Bruchsteinmauer St.8 ist die Südostecke eines römischen Gebäudes erfaßt, daß offensichtlich auf die Hauptstraßenachse des römischen vicus des 1.-3. Jh. ausgerichtet ist (Abb. 13). Der als römisch anzusprechende Befund ist allerdings nicht näher durch Funde datiert.

Mit umliegenden Befunden verdichtet sich dadurch das Bild der Streifenhausbebauung in diesem zentralen Bereich des Straßendorfes. Im Gegensatz zu den Randbereichen der Vicus-Bebauung (vgl. Grabungserbgebnisse in der Kurfürstenstr./Kölnstraße M. Perse, Bonner Jahrb. 191, 1991, S. 555 u. 583 Abb. 29; ders., Jülicher Geschichtsbl. 64, 1996, S. 161 Abb. 2) ist hier ehemaligen Zentrum der Siedlung mit dem Befund St.8 noch in rund 90 m Entfernung von der Straße eine Ausrichtung der Bebauung an dieser Achse festzustellen.

Grabungsbefunde westlich der Kirche beim Bau der Apotheke Markt 5 (Haberey 1951, S. 302 Abb. 43) ergaben Mauerfluchten vergleichbarer Ausrichtung und in ähnlichem Abstand zur römischen Hauptstraße (Abb. 13), wobei neben realen Schwankungsbreiten in der Ausrichtungsschräge auch die meist kleinräumigen Aufschlüsse mit ihrer schwierigen Vermessungssituation bei den Notbergungen das Bild der im Detail divergierenden Mauerausrichtungen geprägt haben werden.

Die Breite des korrespondierenden Siedlungsstreifens nordwestlich der Straße wurde mit etwa 100 m festgestellt (Perse 1988, S. 105ff, 110; ders. 1990, S. 478 Abb. 32,1/18) und konnte nur wenig weiter östlich durch die Auffindung eines Grenzgrabens der hinteren Parzellengrenze genau mit 120 m bestimmt werden (K. Drechsel/M. Perse, Archäologie im Rheinland 1990 [1991] S. 45 Abb. 26,4). Im Vergleich zu den Mauerfluchten im Bereich der Hypocaustanlage St.30-32, (siehe IV.2.) die nur ca. 5° gegen die Senkrechte zur Kirchenachse verdreht sind, zeigt sich, daß die Ausrichtung der Gebäude leicht variiert, was dem allgemeinen Bild römischer Mauerbefunde im Verhältnis zur Straße entspricht (Abb. 13).

Die von Kessel eingezeichnete massive 1 m breite, das Kirchenschiff querende Mauer (Abb. 6,1) war ein Befund, der bei der Pfeilerfundamentierung 1877 festgestellt wurde. Da diese als St.6 und St.13 wieder freigelegt wurden, muß die Interpretation nach Kessel aus heutiger Sicht revidiert werden. Da im Bereich der St.3 höchstens mit St.17 eine schräge Fortsetzung des Mauerzuges St.8 beobachtet werden konnte und dieser zudem rund 10° gegen die Senkrechte zur Kirchenachse verdreht ist, hat es einen solchen wie von Kessel eingezeichneten Mauerzug wohl nie gegeben, sondern ist dieser nur aus der Überinterpretation und Pauschalisierung des jetzt als St.8 dokumentierten Mauerverlaufes erwachsen.

Von der Mauertechnik ist St.8 der älteren Mauer beim Hypocaustbefund St.31 gut vergleichbar. Eventuell ist auch die Mauer St.10 in diese Phase zu setzen, was allerdings weder durch Funde noch Stratigraphie erhärtet werden kann (es spricht allerdings auch nichts dagegen). Die Vermutung läuft rein über Aussehen und Mauertechnik.

IV.2. Hypocaustum St.30-32

In der Nordwestecke des Langhauses wurden römische Mauerzüge St.30/31 angetroffen, die eine Raumecke mit den Resten einer Hypocaustanlage St.32 bildeten. Im 4. Jahrhundert war sie offensichtlich schon zerstört, da die darüberliegenden Schuttschichten mit starken Anteilen an Mörtel und Ziegelbruch gut datierbares spätantikes Fundmaterial liefern. Aus dem Nordwestprofil der St.5 (St.5-153, Bl. 24) stammt aus der direkt über den Bauresten liegenden Schicht 5 mit hohem Holzkohleanteil die Scherben #St.5-171. Die direkt darüber liegende durchmischte Schuttschicht St.5-153-Schicht 6 entspricht im über Eck anschließenden Südwestprofil (St.5-162, Bl.26) der dortigen Schicht Nr. 4, aus der die Keramik #St.5-164 geborgen wurde. Dieser Phase könnte durch die beobachteten Pfostengruben wie St.5-137-Schichten 15/17 (vgl. St.32-18/19) eine Holzbauphase zuzuordnen sein. Die einzige den Hypocaust-Befund direkt datierende Scherbe #St.5-141 aus der Asche des Hypocaustums weist noch ins 2. Jahrhundert: es handelt sich um ein RB rauhwandiger, sehr hart gebrannter Ware mit einem sorgfältig und scharfkantig profilierten Deckelfalz, vergleichbar Brunsting, Nijmegen Onder Hees Taf. 7, 3b, Holwerda, Arentsburg 203h oder Gose 542.

Auch wenn eine Scherbe noch keine statistisch sichere Datierungsgrundlage ist, erlaubt sie doch die Zuweisung des Gebäudekomplexes in die Phase der mittelkaiserzeitlichen vicus-Bebauung, die sich in der Ausrichtung auf die römische Hauptstraße bezieht (Abb. 13). Die Abweichung der Mauerfluchten von der bei der Mauer St.8 dokumentierten Schräge kann dabei als Toleranzspanne konstatiert werden (vgl. VI.1.).

In unmittelbarer Nähe der jetzt aufgedeckten Baureste wurden bereits 1951 am Übergang zur Seitenkapelle und bei der Fundamentierung der dortigen Pfeiler römische Mauerreste im Profil beobachtet, deren Ausrichtung jedoch unklar blieb (W. Haberey, NW-Profil A-B im Pfeilerschacht vom 27.6.1951 bei c u. NO-Profil A-B bei der Fundamentierung der SW-Querschiffmauer der NW-Seitenkapelle vom Juni 1951). Möglicherweise sind sie auf den selben Baukomplex zu beziehen.

Eine Interpretation der St.8 und St.30-32 als Wohnbauten im Zusammenhang mit dem Töpfereibetrieb des 1. Jh., wie Kessel 1879 vorschlug (S. 67), ist aufgrund der Datierungsunterschiede als Nacheinander aufzufassen. Nach Verlegung des Töpfereizentrums im 2. Jahrhundert in den Bereich Wilhelmstraße (Lenz 1990, S. 19), wurden im Areal der Kirche Wohnhäuser errichtet.

Auch der nur kleinräumige Aufschluß des Gebäudesystems läßt schon mehrere Hinweise auf die Mehrphasigkeit des Baues erkennen. So war die Mauer St.31 ursprünglich als Außenmauer konzipiert, da seine Nordwestseite in der Art von Sichtmauerwerk mit Fugenstrich ausgeführt war, bevor später der Anbau der Hypocaustums erfolgte. Entsprechend stößt die Mauerecke St.30 mit stumpfer Fuge unverzahnt gegen den bei ihrem Bau mit einbezogenen Mauerzug St.30.

Der als sehr krümelig beschriebenen Mörtel mit Ziegelsplitt, kleinem Grauwackebruch und Holzkohle über der eingebrochene Hypocaustanlage (5-115-9) scheint weniger eine letzte Flickung, denn als verstürzter Wand oder Deckenputz anzusprechen zu sein (St.32-3). (Der dabei beschriebene "Wanneneindruck" mit "Apsis", der durch die höherliegenden Ränder des Ziegelsplittestrichs gegenüber der weißen Füllung der eingebrochenen Hypocaustplatten im Planum entstand, ist auf dem Hintergrund der für diese Fundstelle existierende Thermentheorie vgl. II.2.1. zwar verführerisch, aber praktisch unbegründet, zumal technisch ganz klar die für Wasserhaltung ungeeignete Konstruktion erkannt wurde; vgl. Stellenbeschreibung zu St.32; vgl. auch Profil St.31-10.)

Der in der SO-Mauer St.30 angetroffene Luftabzugskanal zeigt, daß der angeschnittene Raum keine mit der Fußbodenheizung gekoppelte vollflächige Wandheizung hatte, sondern die Warmluft in einzelnen Kanälen nach oben abgeführt wurde. Die Wandziegel #St.5-99 und #St.5-120 stammen wohl aus dem Bereich dieser Abzüge, wo auch entsprechende Funde als innere Auskleidung in situ gemacht wurden (vgl. St.30-3 u. St.31-6).

Besondere Bedeutung erhält der aufgedeckte Hypocaustbefund dadurch, daß er in unmittelbarer Nähe der bereits 1877 (vgl. Abb. 6) und 1898 (nicht genau lokalisiert) berichteten Fundstellen zutage kam (vgl. II.2.1. u. II.2.2.). Da sich die Befunde so engräumig zusammenschließen, entfällt jeder Grund aus dieser Verbreitung mehr als ein Wohngebäude interpretieren zu müssen. Ähnliche Hypocaustsysteme sind in einiger Entfernung (z.B. J. Halbsguth, Unsere Heimat. Beilage Jülicher Volkszeitung 2, 1950 Nr. 2 (Feb.) S. 9 FB 154: Estrich mit Hypocaust im Kanalgraben vor Apotheke Markt 5; oder Perse 1990, S. 472 Abb. 32,12) aber eben nicht mit diesem hier direkt zusammenhängend bekannt geworden (Abb. 13). Die Notwendigkeit aus der Ausdehnung des Befundes einen öffentlichen Bau wie eine Thermenanlage zu rekonstruieren, ist also nicht gegeben.

IV.3. Die Brandstelle St.23

Die Funktion der unter der Bestattung St.22 dokumentierten Brandstelle konnte aufgrund der späteren Störungen bei Grabeinbauten und der Grabungsgrenzen nicht vollständig geklärt werden. Es scheint sich bei dem auf 1,30 x 1,10 m Fläche aufgedeckten Befund am wahrscheinlichsten um eine Art Backofen oder gefaßte Herdstelle zu handeln, da ein noch 6 cm hoher Wandungsansatz erkannt werden konnte (St.20-43). Ausweislich der mehrschichtigen Brandlehmlagen mit zwischendurch intentionell eingebrachten sauberen Lößaufträgen ist von einer längerfristigen Nutzung auszugehen, wobei die erkennbaren Binnenstrukturen wie eine einfache Tuffsteinsetzung (s. Zeichng. St.20-48 als Grenze zu St.20-60-Schicht 20) nicht schlüssig interpretiert werden können.

Die Datierung in die Spätantike ist jedoch aufgrund gut stratifizierter Funde eindeutig. Aus der Holzkohleschicht stammen zwei Wandbruchstücke Rädchen-TS von Schüsseln Typ Chenet 320 mit Stempeln Chenet 322 und Unverzagt/Chenet 53, die dem späten 4. Jahrhundert zuzurechnen sind (Bestimmung L. Bakker, vgl. III.1.1.).

Aus der unter dem Befund angetroffenen starken lehmigen Schuttschicht (Profil St.20-60-Schicht 13, dem entspricht im Planum 3 St.20-30-Schicht 3) stammt ein recht homogen wirkendes Fundmaterial spätantiker Keramik (#St.20-33 gltw. mit roter Streifenbemalung, Abb. 21, und rw Ware u. #St.20-65) sowie vier spätantike Kleinbronze-Münzen (#St.20-36 aus St.20-30-Schicht 3), die eine Datierung ins letzte Drittel des 4. Jahrhunderts ergeben (Bestimmung B. Päffgen, vgl. III.1.1.).

Auch im Aufschluß St.21 wurde diese Schuttschicht angetroffen und enthielt dort ebenfalls ein Wandbruchstück Rädchen-TS -> Wandbruchstück einer Schüssel Typ Chenet 3220 mit Stempel Unverzagt/Chenet 86 (#St.21-51 aus St.21-45-Schicht 7 entspricht St.21-66-Schicht 9 im NW-Profil; Abb. 21), das Bakker in das späte 4. und vielleicht die ersten beiden Jahrzehnte des 5. Jahrhunderts datiert.

Sollte der Ausrichtung der Tuffsteinsetzung (St.20-48: Zungenmauer oder Begrenzung?) mehr als eine zufällige Bedeutung zukommen, wäre darauf zu verweisen, daß seine Ausrichtung der Kirchenachse entspricht. Wenn mit diesem kleinen Indiz ein Rückschluß auf die Ausrichtung zugehöriger Bebauung gegeben wäre - was sich allerdings mit Befunden bislang nicht erhärten läßt - gewänne die Theorie, daß die Kirchenachse und die rekonstruierte Flucht der hier anzunehmenden Kurtine des spätantiken Kastellpolygons zusammenhängen, neue Nahrung (vgl. II.1.).

IV.4. Befunde zu den Bauzuständen der Kirche im 19. Jahrhundert

Die Bauzustände der Kirche vor 1877 und nach 1899 sind durch Grundrisse bekannt (Abb. 2/3). Im Vergleich damit lassen sich die meisten aufgedeckten Befunde zur Baugeschichte der Kirche eindeutig ansprechen. Da beim Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg im Kirchenschiff auf Pfeiler- oder Säulenstellungen verzichtet wurde, sind die Fundamente des ab 1899 bis zum Krieg genutzten Baues am markantesten erhalten.

IV.4.1. Die Umbauten von 1877 und 1899

Die großen Pfeilerfundamente St.6 und St.13 am Südwestende des Langhauses und die dazwischen randlich angeschnittenen, den Mittelgang begrenzenden Säulenfundamente St.11 und St.14 sind dem Umbau von 1878/Phase VIII zuzuordnen (Abb. 3). Auf den 1899 erfolgten Umbau des Querschiffes (Phase IX) ist ein Ziegelfundament (1951/5; vgl. Abb. 15) aus der gleichen Stützenflucht wie St.13 zurückzuführen, das bereits 1951 beobachtet wurde (Abb. 14: W. Haberey, Planum "Ausschachtung für Nordostpfeiler des Dachgerüstes" = gemeint ist der südwestlichste Pfeiler des nordwestlichen Chorabschlußes, der Eckpfeiler zum Kirchenschiff, vom 27.6.1951 bei H). Es handelt sich dabei um die Substruktionen für die mittig im Querhaus stehende Säule. Die Fundamentbreite von 1,25 m ist ob der gleichen Funktion wie St.11 und St.14 mit 1,10 m ähnlich.

Auch weiter nordöstlich wurde im Profil dieses Aufschlußes von 1951 wiederum Ziegelmauerwerk angetroffen (Abb. 14, Profil F-G; nicht in Abb. 15 kartiert, da nur im Profil angetroffen). Die Interpretation ist nicht so zwingend wie bei dem genannten Fundament 1951/5, könnte aber auf eine Verbreiterung der Fundamentierung am Rande angetroffener älterer Mauerzüge für den zum Chor hin abschließenden Pfeiler des Querhauses von 1899 lauten.

Ein gut mit dem Grundriß von 1899 (Abb. 3) zu verbindender Befund zum Übergang vom Seiten- zum Querschiff wurde bei St.33/34 beobachtet. Das Punktfundament St. 33 trägt die Last des tragenden Eckmauerwerks ab, während St.34 mit seiner unklaren und nicht sonderlich gut ausgeführten Struktur in Verlängerung der Flucht des Langschiffumbaues von 1878 entstanden ist (St.5-163-Schicht 1). Da der Querschiffbau erst 1898 angesetzt wurde, kann man dieses nachlässig ausgeführte "Stützgewölbe" vielleicht als Auslaufen der Umbauphase 1877 in provisorischer Anbindung an die restliche Langschiffwand zur immerhin noch 20 Jahre stehenden gotischen Sakristei hin werten.

Die in der nördlichen Seitenkapelle St.4 aufgedeckte doppelt gerundete Außenmauer ist unschwer dem Entwurf von Renard der Phase IX zuzuordnen, der 1899 ausgeführt wurde (Abb. 3).

IV.4.2. Der bis 1877 erhaltene Bauzustand und seine Vorläufer (Phase III-VII)

Der 1877 größtenteils niedergelegte Kirchenbau ließ deutlich mehrere Bauphasen erkennen (vgl. Renard 1902, S. 104-110 u. Zanger 1989, S. 72-77), die als Phasen III-VII bezeichnet werden (Abb. 2). Besonders deutlich wurde dies am ersten westlichen Joch, wo noch romanische Säulen und ein Rundbogen der mit dem Turm errichteten Phase III erhalten war, obwohl die restlichen Arkaden später in Phase VII spitzbogig erhöht wurden.

Die Fundamentierung der ersten romanischen Säulen in Anschluß an den Turm wurden als St.9 und 15 dokumentiert. Von dem dazwischenliegenden Stützenpaar der Sängerempore wurde bei St.12 ein sehr ähnlich ausgeführtes Fundament aus Bruchsteinen angetroffen, das von St.11, dem 1877 errichteten Fundament für die Orgelempore, gestört wird. Ob der unklare Befund St.17 als Pendant zu St.12 zu sehen ist, bleibt unklar. Die Grabungsgrenze liegt hier etwas weiter vom Säulenstandort entfernt und vielleicht wurde bei der Fundamentierung 1877 älteres Mauerwerk mitverwendet.

In Phase III wurden zusammen mit der Errichtung des Turmes durchgehende Streifenfundamente als seitliche Begrenzung des Mittelschiffes gelegt, oder waren von einer von Zanger postulierten Bauphase II des 11. Jahrhunderts bereits vorhanden.

Die St.9 und 15 geben Einblick in den Aufbau dieses Fundamentstreifens. Die als St.27 daran ansetzende Verbreiterung ist so lose, daß sie eher als Schuttverfüllung der Baugrube, denn als Fundamentverbreiterung im Zuge der späteren Einwölbung in Phase V anzusprechen sein wird (SW-Profil St.3-14-Schicht 10). Im NO-Profil läßt das Streifenfundament nur eine einseitige Verbreiterung durch St.27 erkennen (St.3-12). Anscheinend gestaltete sich die Ausführung je nach den im Untergrund angetroffenen älteren Mauern und Verfüllungsarten unterschiedlich.

Im Bereich des Nordostendes des bis 1877 bestehenden Langhauses wurde 1951 das nordwestliche Streifenfundament aus Bruchstein-Gußmauerwerk bei der Anlage der Pfeilergründung für den Nachkriegsbau ebenfalls angetroffen (Abb. 14: W. Haberey, Planum "Ausschachtung für Nordostpfeiler des Dachgerüstes" = gemeint ist der südwestlichste Pfeiler des nordwestlichen Chorabschlußes, der Eckpfeiler zum Kirchenschiff, vom 27.6.1951 bei H-C u. E-G). Dort sitzt sie randlich auf der Spolienfundamentlage (Haberey/Neuffer 1951, S. 306ff.) einer parallelen Bruchsteinmauer a auf (Abb. 15, 1951/2).

Das Bruchstein-Gußmauerwerk b (Abbildframe.html, 1951/3 u. 4) wäre mit St.15 in einem Zusammenhang zu sehen, und wird ähnlich dieser durch das Ziegelfundament des neoromanischen Umbaues (hier 1898, Langhaus 1877) am Südwestrand des Aufschlusses gestört (Abb. 14: Planum bei H; Abb. 15, 1951/5). Die Spolienlage und die darauf gründende Mauer a sind nicht direkt erklärbar, relativ gesehen aber älter. Mit St.84 wurde anscheinend die Ausbruchgrube der südwestlichen Fortsetzung dieses Mauerzuges im Kirchenschiff angetroffen. Anhand der Grundrißpläne 1877-1899 läßt sich jedenfalls keine Funktion ermitteln (s.u. VI.3.5.8.).

Die Baufuge am NO-Ende des Gußmauerwerkes b läßt anscheinend den Ansatz des Choranbaues in Phase IV im Anschluß an das in Phase III gestaltete Langhaus erkennen (Abb. 15, 1951/ 4 zu 3; Abb. 14, Planum und SO-Profil G-E-C: Mauer b zu c; vgl. Renard 1902, S. 109, Abb. 72, Grundriß mit Mauerschraffur). Das aufgehende Mauerwerk wurde hier beim Anbau der seitlichen Chorjoche und der Sakristei in Phase VI niedergelegt.

Am Übergang zum südöstlichen Seitenschiff ist die Befundlage nicht so klar, da die verschiedenen abgeschroteten Mauerreste nicht gut differenziert werden konnten (W. Haberey, Planum "Heizungskeller" mit Profilen A-M vom 26.5.1951). Aber auch hier scheint das Streifenfundament in Verlängerung von St.9 angetroffen worden zu sein (Abb. 15, 1951/8 = Profil H-M und F-G, als "19. Jh." bezeichnet, aber Ausführung in Bruchsteinmauerwerk; problematisch ist die fehlende Vergleichbarkeit der Höhenlagen aufgrund der völlig veränderten Fußbodenhöhen). Die im Konglomerat der Mauerbefunde erkennbaren Mauerkanten weiter im Chor (Abb. 15, 1951/6 u. 7) weisen vergleichbare Abstände zur Kirchenmitte auf wie die Befunde im Nordwesten (Abb. 15, 1951/2-4) und werden daher wahrscheinlich vorromanischen Bauphasen zuzuordnen sein (vgl. VI.3.).

Die Fundamente des nordwestlichen Seitenschiffes zeichnen sich in den Befunden unter der Flucht des Grundrißes bis 1877 deutlich ab (Abb. 2/Abb. 15). St.26 und 29 liegen in einer Flucht, die eine leichte Abweichung von der heutigen Kirchenachse aufweist. Die Fortsetzung der Mauer wurde bereits 1951 ca. 2 m nordöstlich der St.29 eingemessen (Abb. 15, 1951/1 = W. Haberey, Planum und Profil A-B vom 9.7.1951).

Bei St.29 ist eine Vorzeitigkeit gegenüber dem Befund St.33 eindeutig belegt, so daß es sich bei dem aufgedeckten Mauerzug um die Außenwand des romanischen Seitenschiffes handeln wird. Nach Ausweis von Mauertechnik und Mörtel ist der Befund in Zusammenhang mit den Fundamenten St.9, 12 und 15, also mit dem romanischen Ausbau einschließlich des Turmes in Phase III zu sehen. Die Umbauten bis Phase VII haben dann die gleichen Fundamente benutzt.

Über der ins Kircheninnere hineinragenden Mauer St.25 kam später ein Wandteil zwischen zwei Fenstern zu liegen. Trotzdem ist diese nur ungefähre Korrelation nicht ausreichend um St.25 zu erklären. Da sie auch mit der Arkadenstellung der Phase II nicht harmoniert - wie auch noch Fensteranordnung und Gewölbemuster bis 1877 (Abb. 2) - wird hier ein Hinweis auf eine ältere Bauphase zu sehen sein (vgl. VI.4.3).

IV.4.3. Spuren älterer Bauphasen (Phase I/II)

Es ergibt sich kein sinnvoller konzeptioneller Zusammenhang der Mauervorlage St.25 mit den Maßen der romanischen Arkaden der Phase III. Im Fundamentbereich sind die Befunde St.25 und 26 getrennt und unterschiedlich tief gegründet, im Aufgehenden hängen sie aber zusammen, wie ein im oberen erhaltenen Bereich über die Baufuge verzahnender Ziegel zeigt (St.21-45). Es ist von ihrer Gleichzeitigkeit bei unterschiedlicher statischer Belastung und entsprechend differenzierter Ausformung auszugehen. Die beobachtete Mehrphasigkeit in der technischen Ausführung von St.25 scheint m.E. nicht unbedingt für eine größere absolute Zeitspanne zu sprechen, sondern eher Ergebnis einer Abfolge von Bauschritten einer Bauphase zu sein.

Relativchronologisch ist keine genauere Datierung zu erhalten. Zwar stört St.25 die Mauer St.24, aber das Grab St.49 (St.21-22-Schicht 8) mit dem Kreuzanhänger #St.21-26 des 17. Jahrhunderts (siehe auch Abb. 11,1) wird nicht von dieser Mauer gestört, sondern ist eher dicht an die schon vorgefundene Mauer bestattet. Wahrscheinlich ist St.24 im Zuge älterer Bestattungen angelegt worden, eine Datierung aus dem Befund oder Fundmaterial ist jedoch nicht möglich.

Die Gründe, warum es im Südwestbereich des nordwestlichen Seitenschiffes zu einer unregelmäßigen Bauausformung kam, die sowohl noch in den Gewölbelinien des Grundrißes von 1877 (Abb. 2) als auch in der Außenansicht der Phase VII erkennbar ist, wo das erste Joch zum Turm hin anders erscheint (Renard S. 108 Abb. 71), sind unklar. Diese Indizien bilden wohl den Hintergrund der von Zanger geäußerten These, daß beim Bau des 12. Jahrhunderts (Phase III), eine schon vorhandene Bogenstellungen, deren Datierung sie ins 11. Jahrhundert interpoliert (Phase II), verkürzt wurden (S. 74).

Es erscheint reizvoll, die mit St.25 eingemessene Mauer als ursprüngliche Begrenzung des ersten Seitenschiffjoches einer Phase II zu interpretieren. Ob dann in der regelhafteren Ausführung des anderen Seitenschiffes ein Hinweis gesehen werden kann, daß es zunächst (Phase II) nur das nordwestliche Seitenschiff gegeben hat und erst im Zuge des Umbaues mit Turm in Phase III eine dreischiffige Anlage entstand, für die durch die Verengung der Bogenstellung bei Weiternutzung vorhandener Bausubstanz im Nordwesten eine Kompromißlösung vermittelt wurde, sei als neue These in die Diskussion gebracht.

Wichtiger als diese ungelöste Frage dieser Phasenabfolge ist aber sicherlich die Kenntnis der romanischen Seitenschiffaußenmauer überhaupt. Ein analoger Befund zum anderen Seitenschiff wurde 1997 nicht beobachtet, war in St.20 auch explizit nicht (mehr?) vorhanden. Einzig eine bereits 1951 am Ostende des Kirchenschiffes beobachtete Mauer scheint das entsprechende Pendant zu belegen (Abb. 14, 1951/9 = W. Haberey, Planum "Heizungskeller" vom 26.5.12951, Profil A-B), das etwa wie auch St.26 und 29 unter der Seitenschiffmauer des Planes 1877 zu liegen kommt.

Nach Abzug der aus römischen Kontext stammenden Mauern und der im Abgleich mit den Grundrissen des 19. Jahrhunderts ansprechbaren Mauerbefunden verbleiben lediglich der Ausbruchstreifen St.84 und die Mauern 1951/2,6,7 zur Interpretation. Nach Deutung verlangt besonders die auf römische Spolien gegründete Mauer a (Abb. 14 u. 15, 1951/2), der im Südosten in gleichem Abstand zur Kirchenachse ebenfalls eine Maueraußenkante in gleicher Tiefenlage entspricht (Abb. 15, 1951/7 etwa der Außenkante Spolienfundament a u. 1951/6 etwa Mauerkante a: W. Haberey, Planum "Heizungskeller" vom 26.5.12951, Profil C-D und J-K). Es ist unter Umständen möglich, hierin die Reste einer ca. 11, 50 m breiten vorromanischen Saalkirche zu sehen, zumal diese Phase I durch die Überlagerung der Spoliengründung mit Mauer a durch das Gußmauerwerk des romanischen Streifenfundamentes b relativchronologisch richtig liegt. Die in St.5 am Südostrand angetroffene Störung St.84 parallel zur Kirchenachse kann als Ausbruchgrube dieses Mauerzuges angesprochen werden, in der später auch zwei Bestattungen (St.60 u. St.82) eingegraben wurden (St.5-6-Schicht 1; St.5-42-Schicht 1; St.5-70-Schicht 1; St.5-88-Schicht 1).

Die Grundrißentwicklung zum romanischen Bau könnte man sich dann ähnlich dem für St. Lambertus, Dremmen (Kr. Heinsberg) von W. Piepers und P.J. Tholen 1970 vorgelegten Schema vorstellen (Wiederabdruck in K. Böhner u.a., Früher Kirchenbau im Kreis Heinsberg. Museumsschriften des Kreises Heinsberg 8, 1987, S. 123 Abb. 3, A/B), wobei in Jülich jedoch die ehemaligen Außenmauern nicht für die Fundamentierung der Stützenreihen des Mittelschiffes genutzt worden wären, die enger beieinander standen. Da über die Längenausdehnung der postulierten Saalkirche überhaupt keine Angaben gemacht werden können, wäre auch eine Verschiebung des Grundrißes nicht auszuschließen (vgl. z.B. Millen; P.J. Tholen, ebd. S. 231 Abb. 4). In Phase III wird die Jülicher Kirche einen der alten Birgelener Kirche vergleichbaren Grundriß gehabt haben (ebd. S. 231 Abb. 3).

So verlockend alle vorgeführten Zuordnungsmöglichkeiten der spärlichen dokumentierten Mauerzüge auch sind, darf man deren Aussagekraft in Anbetracht der bisherigen Größe der archäologisch untersuchten Aufschlüsse nicht überbewerten. Die geäußerten Theorien können als kreative Arbeitshypothesen für eventuell in ferner Zukunft stattfindende weitere Untersuchungen dienen und die Spanne des heute möglich erscheinenden abgreifen, ohne letztendlich Wahrheiten postulieren zu können!

V. Zusammenfassung

Die Aussagemöglichkeit der 1997 aufgrund bauseitiger Vorgaben untersuchten Aufschlüsse ist begrenzt, ergibt zusammen mit den bereits vorliegenden Fundnachrichten von 1877, 1899 und 1951 jedoch ein Bild von sechs archäologischen Perioden an dieser Fundstelle (nicht zu verwechseln mit den postulierten Bauphasen 0-IX der Kirche), die mit Befunden an diesem Fundplatz vertreten sind:

Als Ergebnis der Grabungsaufarbeitung kann auch erstmals eine Synopse der Kirchengrundrisse 1877 bis heute im Vergleich zu den wichtigsten Mauerbefunden 1951 und 1997 vorgelegt werden (Abb. 15). Aufgrund der unterschiedlichen Vermessungsmethoden ist die Korrelation nicht fehlerfrei ohne Verzerrung möglich und im Detail von der Lage der jeweiligen Grabungsbefunde zu korrigieren. Es zeigt sich, daß im archäologischen Befund die als Phasen auseinandergezogenen Bauabschnitte II-IV und VIII/IX zusammen zu sehen sind. Dies zeigt ebenso wie die anscheinend nur im aufgehenden Mauerwerk erkennbar gewesenen baulichen Veränderungen der Phasen V-VII, daß die Archäologie eben nur einen methodisch begrenzten Zugang zur Baugeschichte liefern kann. Durch Abriß und Kriegszerstörung sind Kombinationsmöglichkeiten mit kunsthistorisch-bauforschenden Ansätzen jedoch auf wenige Fotos und Zeichnungen beschränkt, so daß ein großer Teil der Geschichte der Jülicher Propsteikirche nicht mehr im Detail rekonstruierbar sein wird.

VI. Stellenbeschreibung

VI.1. - Arbeitsmethodik

Da die Grabungsarbeiten äußerst kurzfristig angesetzt worden sind (24.09.1997) und die im Vorfeld nicht mit archäologischen Auflagen verpflichteten Baumaßnahmen während der Grabungsarbeiten weiter laufen sollten, wurde mit dem RAB, nach Putzen und Besichtigung der in ca. 2 m Tiefe vorgefundenen Plana 1, sowie aller 4 Profile der Baggerschnitte St.2 + 3 abgesprochen, die Gräber nur in einer Kurzaufnahme zu bearbeiten. Deswegen wurden für alle Gräber Formblätter ausgefüllt, die NZ-Gräber von St.20 (Planum 1 + 2) und die oberen Grabetagen von St.21 (Planum 1 bis 4) nur skizziert (siehe Zeichnungsliste unter Rubrik Maßstab) und zunächst in den einzelnen Zeichnungen nur als Schichtnummer verzeichnet. Der Stellenkatalog der Bestattungen (außer St.18, 19 + 22) wurde nachträglich zugefügt. Alle Grabbefundaufnahme-Formblätter laufen jeweils unter der St.-Nr. des betreffenden Grabes mit Angabe der Schicht-Nr. der zugehörigen Zeichnungs-Position.

Das menschliche Knochenmaterial wurde nicht verzettelt und eingetütet, sondern auf Vorschlag des Ausgräbers (N.Bartz) einer Wiederbestattung im nördlichen Chorbereich der Kirche zugeführt. Der für die Wiederbestattung angelegte Kleinschnitt wurde mit St-1-24 bezeichnet (siehe auch VI.5.)

Bei St.5 wurden alle Gräber maßstäblich gezeichnet, da bereits im ersten Planum 2 NZ-Bestattungen mit besonderen Beigaben zu Tage kamen.

Die beiden Schnitte in der Chormitte (Heizungselemente im Altarbereich) bewegen sich in einem (Kriegs-)Schuttpaket. Lediglich die unteren 0,10 m tangieren zwar jeweils eine Kulturschicht, hier aber in beiden ohne Befund. L x B x H: 2,50 m x 1,60 m x 1,60 m. Der nordwestliche Schnitt wurde mit St.1-41, der südöstliche mit St.1-42 bezeichnet.

Der Schnitt im NO-Bereich des SO-Seitenflügels (Heizungselement) liegt komplett im Bereich eines Schachtes der Vorgängerheizung. L x B x H: 2,50 m x 1,60 m x 1,60 m (St.1-43).

Auf diese drei Schnitte wird im Weiteren nicht mehr eingegangen. Nur die im Gesamtplan mit den Stellen-Nrn. St.2, 3, 4, 5, 20 u. 21 versehenen Schnitte wurden in der Zeit vom 01.Okt.97 bis 31.Okt.97 an 23 Arbeitstagen von 3-4 Mann archäologisch bearbeitet.

Bei den Stellen 2 u. 3 handelt es sich um Schnitte die im Zuge von Baugrunduntersuchungen des Statikers für die Säulenfundamente der neuen Orgelempore angelegt wurden (2 m nordöstlich des Turms, L x B x H: 4 x 4 x 2 m). St.2 liegt im SO-Seitenschiff und St.3 im NW-Seitenschiff.

In den St.2 + 3 wurden nur die Profile und das vorgefundene Planum 1 (auf Bautiefe) bearbeitet!

SO von St.2 wurde eine Schachtung für ein Heizungselement angelegt vorgefunden. L x B x H: 2,50 x 2,00 x 0,90 m. In dem mit St.20 bezeichneten Schnitt wurde hiermit die oberste Grabetage durch die Baufirma im Vorfeld der Grabung entfernt. St.20 wurde von uns bis auf eine Tiefe von 1,60 m abgesenkt und dabei 3 Plana angelegt. Dabei wurde ein Teil der Grabkiste St.22 zunächst auf einem Sockel (ca. 1/3 der Fläche v. St.20) stehengelassen und als letztes bis auf Bautiefe abgebaut.

Die Stellen 22 (Grabkiste) u. 23 (Brandstelle) liegen in St.20.

Die in St.20 zu unterst angetroffenen Schichten (St.20-30-Schichten 1, 2 + 3) sind eine Trümmerschicht aus sehr viel Ziegelschutt, Tierknochen, Keramikbruch, Bronzefragmenten, Glas, FE, 1 Elfenbeinhaarnadel sowie 4 Münzen (siehe Funde #St.20-36, 37, 38, 39, 40, 41, 42 + 70). Die Schicht St.20-30-Schicht 1 entspricht der St.2-10-Schicht 6 im SO-Profil von St.2.

NW von St.3 wurde eine Schachtung für ein Heizungselement angelegt vorgefunden. L x B x H: 2,50 x 2,00 x 0,80 m. Der Schnitt wurde mit St.21 bezeichnet. Auch hier wurde die oberste Grabetage durch die Baufirma im Vorfeld entfernt. St.21 wurde von uns bis auf eine Tiefe von 1,60 m abgesenkt, dabei wurden 5 Plana angelegt.

Die in St.21 zuunterst angetroffenen Schichten St.21-48-Schichten 3 + 4 entsprechen den St.3-11-Schichten 7 + 10 im NW-Profil von St.3.

Die Stellen 24, 25 + 26 (Mauerbefunde) liegen in St.21

Mit St.4 wurde ein Schnitt für ein Heizungselement in der Christina-Kapelle, NW des Chors, (L x B x H: 2,50 x 2,00 x 0,60 m) bezeichnet. In St.4 wurde durch die Baufirma die Außenmauer der NZ-Vorgängerkapelle (doppelter Rundbogen - Phase IX) mit auf der Innenseite angrenzendem NZ-Ziegelboden freigelegt.

Bei St.4 wurde auf Anregung des RAB vom Architekten ein flachere Heizungsversion als geplant eingebaut, so daß hier nur ein Abtrag der vorgefundenen Schachtung von 0,33 m nötig war.

Mit St.5 wurde ein Schnitt 1,60 m SW des Treppenaufgangs zur Christina-Kapelle, NW des Chors, (L x B x H: 3,50 m x 2,00 m x 0,60 m) bezeichnet. Auch hier wurde damit die oberste Grabetage durch die Baufirma im Vorfeld entfernt. Von uns wurde St.5 bis auf eine Tiefe von 1,60 m (im Bereich von St.32 bis auf 1,80 m Tiefe) abgesenkt; dabei wurden 7 Plana angelegt.

Die Stellen 28, 29, 30, 31, 32, 33 + 34 liegen in St.5

Buntmetalle wurden, wenn nicht eindeutig erkennbar, mit Bronze bezeichnet. Bronze kann also immer auch Messing, Kupfer o.ä. sein. Die in der Dokumentation mit Silber bezeichneten Fundstücke, zeigen eine silbrige Farbe, es kann sich hier auch um Zinn oder sonstige Metalle handeln (Knöpfe aus St.5). Alle Metallfunde wurden von uns nicht präparatorisch bearbeitet, sondern lediglich leicht oberflächlich gesäubert.

Zur Fotodokumentation siehe auch Listenwerk im Anhang der Dokumentation. Es wurden 120 Dias (siehe Dia-Archivboxen 1 bis 5) und 402 SW-Negative auf 14 Filmen (incl. Kontaktbögen) beigelegt. Die Foto-Positionen St.3-3, St.3-9 und St.2-23 (NO-Profil) wurden bei den Dias wegen Fehlbelichtung aussortiert.

Zu den 55 Zeichnungen, 20 Abbildungen und 70 Zeichnungsquerverweisen siehe auch Zeichnungsliste im Anhang der Dokumentation.

Im Kriegsschutt, der den gesamten Chorbereich flächig bis auf eine Tiefe von 1,50m überzieht, sind beim Abtragen der obersten 0,50m im Chorbereich von der Baufirma eine Reihe behauener Formsteine einer Vorgängerkirche aus dem Schutt geborgen worden. Eine Auswahl dieser Steine wurde unter der Pos-Nr. 1-28 fotografiert (nur Dias). Siehe hierzu die Dias Nr. 109 bis 120 des Dia-Archives und romanischer Weinlaubfries mit eingearbeitetem Kapitell Abb. 9 (Dia Nr. 111).

Alle behauenen Steine sind in der Kirche verblieben.


VI.2. - Grabungsschnitte

Die Stellen 2, 3, 5, 20 + 21 sind keine Befund- sondern Schnittbezeichnungen.

Die St.4 ist sowohl eine Schnittbezeichnung, als auch die Stellen-Nr. für einen Mauer-/Fußbodenbefund (siehe auch Schema Abb.22, St.1-40).


VI.2.1. - Schnitt St.2 (mit den Mauern St.6, 7, 8, 9, 10, 11 u. 12 und den Gräbern St.67 bis 72)

In St.2 zeichneten sich in den von uns vorgefundenen Profilen die Reste von 8 Bestattungen in 3 Etagen ab: St.67 bis St.72 (siehe Profilzeichnungen St.2).

Außerdem wurden im Planum und den Profilen NO, NW u. SW 7 Mauerbefunde registriert:


VI.2.2. - Schnitt St.3 (mit den Mauern St.13, 14, 15, 16, 17 + 27 und den Gräbern St.18, 19, 73 bis 78)

In St.3 zeichneten sich in den von uns vorgefundenen Profilen die Reste von 8 Bestattungen in 3 Etagen ab: St.73 bis St.78 (siehe Profilzeichnungen St.3).

2 weitere Grabbefunde wurden auf Bautiefe in Planum 1 freigelegt und mit St.18 + 19 bezeichnet.

Außerdem wurden im Planum und den Profilen NO, SO u. SW 8 Mauerbefunde registriert:


VI.2.3. - Schnitt St.4 (Mauer- und Fußbodenbefund)

In St.4 wurde ein doppelter Rundbogen der Außenmauer der Vorgänger-(Christina-)kapelle freigelegt (Phase IX). Die Außenseite der Mauer ist aus leicht rötlichen, behauenen Sandsteinquadern (schräge Scharrierung mit glatter Umrandung -> siehe Dia Nr. 27 -> 4-14, hier ein Exemplar aus dem oberen Schuttpaket). Auf der Oberkante sieht man, zur Innenseite hin, quer zur Mauer liegende NZ-Ziegelsteine.

Auf der Innenseite der beiden Rundbögen bindet in Planum 1 ein Boden aus NZ-Ziegelsteinen an. Die Ziegel haben das gleiche Maß wie in St.6, 11, 13, 14, 25, 26 + 34 und sind alle liegend in NW/SO-Richtung vermauert (siehe Zeichnung 4-6). Bei der vorgefundenen Boden-OK handelt es sich nicht um eine ehemalige Lauffläche, sondern offensichtlich um eine Unterkonstruktion, da größtenteils mit einer ca. 0,02 m dicken Mörtellage überzogen aufgefunden.

Für Planum 2 wurde der Ziegelboden und 0,20 m der Außenmauerkrone abgetragen. In Planum 2 stellt sich der in Planum 1 spitz abgearbeitete innenseitige Schnittpunkt der beiden Apsiden als rechtwinkliger nach Süden vorspringender Absatz aus NZ-Ziegeln dar. Auf der (SO-) Innenseite der Mauer beginnt sich hier die Baugrube der beiden Rundbögen abzuzeichnen. Südöstlich schließt sich daran das Mörtelbett des 1-lagigen Ziegelbodens an.

Die Apsiden haben in beiden Plana eine Mauerstärke von 0,60 m. Auf einem Plan des Vorkriegszustandes der Kirche ist hier die Mauerstärke mit 0,80 m eingetragen, was die Ausgrabung in den Plana 1 + 2 nicht bestätigt hat.

Nordwestlich (außerhalb) der ehemaligen (Christina-)Kapellenaußenmauer steht ein lockerer, brauner Lehm, mit verworfenen, kleinteiligen Menschenknochenfragmenten (Grabschutt) an.

Im NO-Profil schließt sich auf der (NW-) Außenseite der Apsis eine ca. 0,15 m dicke Mörtelschuttlage an das Mauerwerk an, auf der eine 0,08 m dicke Blausteinplatte (auf 0,70 m Länge sichtbar, oben glatt) liegt.

An der heutigen Kapellenaußenmauer zeichnet sich in den NO + SW-Profilen im Fundamentbereich kircheninnenseitg ein 0,40 m breiter Absatz ab.


VI.2.4. - Schnitt St.5 (mit den Mauern St. 28, 29, 30, 31, 32, 33 + 34 und den Gräbern St.58 bis 66 und St.79 bis 82)

In St.5 zeichneten sich in den von uns vorgefundenen Profilen die Reste von 4 Bestattungen in einer höheren (von der Baufirma im Vorfeld der Grabung entfernten Grabetage ab (St.79 bis St.82).

In St.5 wurden 9 weitere Bestattungen in 3 Etagen freigelegt (St.58 bis St.66).

Davon 2 Kindergräber (St.65 + 66 -> St.5-88-Schicht 7 + 8) und 2 mit besonderen Beigaben (St.58 + 59 -> St.5-6-Schichten 8 +11 - siehe Gräberübersicht am Ende).

Zur Bestattung St.58 (St.5-6-Schicht 8) ist zu bemerken, daß sie im Brustbereich gestört war. Die Rippen findet man im nächst tieferen Planum in einer älteren Grabgrube, die offensichtlich durch diese Aktion stark gestört wurde. Man hat aber scheinbar die Bestattung dann wieder, so gut es ging, in das Grab gebettet. Das Becken liegt jetzt im Herzbereich. Die Beine machten einen ungestörten Eindruck, der Schädel war von oben zerdrückt. In den Händen ein Medaillon (#St.5-35; Abb. 11,3); 1 Knopf zwischen den Füßen (#St.5-9) und 1 Knopf unter dem Becken (#St.5-36). Der flache Winkel des Unterkiefer, Beckenform (nicht verwachsene Schambeinfuge), sowie das Medaillon sprechen für ein Frauengrab.

Im Gegensatz dazu spricht der steile Winkel des Unterkiefers und die hier verwachsene Form des Beckens im Bereich der Schambeinfuge (sowie das beschnitzte Elfenbeinkreuz mit bronzenem Korpus in den Händen -> #St.5-11; Abb. 11,2; Abb.12) der, außer am rechten Unterschenkel, ungestörten Nachbarbestattung St.59 (St.5-6-Schicht 11) für eine Männergrab. Möglicherweise sind beide Bestattungen im direkten Zusammenhang zu sehen.

Außerdem wurden 6 Mauerkomplexe und eine spätrömische Hypocaustanlage freigelegt:


VI.2.5. - Schnitt St.20

In St.20 zeichneten sich in den von uns vorgefundenen Profilen die Reste von 2 Bestattungen in einer höheren, bereits im Vorfeld durch die Baufirma entfernten Grabetage ab (im SW-Profil -> wurden nicht dokumentiert).

In St.20 wurden weitere 9 NZ-Gräber in 2 Etagen freigelegt, davon eine gemauerte Steinkiste mit kalzinierten Knochen mehrerer Bestattungen (St.22); siehe Gräberübersicht am Ende. Außerdem wurde ein mehrschichtiger Brandlehmkomplex (Brandstelle St.23) über einer spätrömischen Trümmerschicht freigelegt


VI.2.6. - Schnitt St.21

In St.21 zeichneten sich in den von uns vorgefundenen Profilen die Reste von 1 Bestattung im SW-Profil in einer höheren, durch die Baufirma im Vorfeld der Grabung entfernten Grabetage ab (siehe Gräberübersicht).

In St.21 wurden weitere 15 NZ u. MA Gräber (davon 4 Kinder) in 4(-5) Etagen freigelegt, siehe Gräberübersicht am Ende. Hier eine Bestattung mit Beigabe: St.49 in St.21-22-Schicht 8 (1 kreuzförmiger Bronzeanhänger im Brustbeinbereich, mit Faserresten der Umhängekordel an der Basis, #St.21-26; Abb. 11,1).

Außerdem wurden 1 MA/NZ (St.25) und 2 MA Mauerbefunde (St.24 + 26) freigelegt.


VI.3. - Baubefunde

VI.3.1. - Mauerbefunde in Schnitt St.2

VI.3.1.1. - NZ. Mauer St. 6 / St. 7

Pfeilerfundament des SO-Emporenträgers der NZ-Vorgängerkirche (Phase IX). Im oberen Bereich lagiges NZ-Ziegelsteinmauerwerk (PS: in der Dokumentation schreibe ich für Ziegelsteine manchmal Feldbrand. Das sind hier aber keine Feldbrandsteine, sondern immer Fabrikziegel aus dem vorigen Jahrhundert. Ich benutze Feldbrand manchmal als Synonym für NZ-Ziegelsteine, nb).

Das Ziegelmauerwerk zeigt in den Profilen abwechselnd jeweils eine Lage Läufer und Binder und ist stufenförmig auf zweitverwendeten Quadern aus Nideggener Sandstein (einige mit schräger Scharrierung und glattem Rand) aufgesetzt.

Das Mauerwerk ist mit einem sandigen, leicht gelblichen Kalkmörtel verfugt.

Maße: 1,65 m (NW-SO) x 1,70 m (NO-SW) x 1,20 m (Höhe). Laut Probebohrung des Bodengutachtens liegt die UK von St.6 (bzw. St.7) bei 2,90 m unter dem heutigem Fußboden, das Mauerwerk würde sich demnach noch etwa 0,90 m in die Tiefe fortsetzen.

Die unterste hier sichtbare Lage aus rotem Sandstein bildet einen nach NO 0,22 m vorspringenden Mauerabsatz. Dieser Mauerabsatz wurde mit St.7 bezeichnet. Die St.6 + 7 bilden einen Pfeilerkomplex.

Der Fundamentabsatz St.7 ist auf der SO-Seite von St.6 etwa 0,16 m breit und nimmt auf die röm. Mauer St.8 Rücksicht. SW von St.8 ist der Absatz nicht vorhanden (hier dafür eine 0,10 m - 0,12 m breite Baugrube, ebenso wie auf der NW-Seite von St.6). St. 6/7 überbaut die im groben NW-SO verlaufende St.8

Auf der SW-Seite ist die hier bis 0,06 m breite Baugrube von St.6 mit Gesteinsmaterial aus St.9 gegen St.9 verkeilt.

St.6/7 durchtrennt das NO-SW verlaufende MA-Mauerwerk St.9. Die auf der NO-Seite 0,70 m breite Lücke zu St.9 ist vermutlich im Vorfeld der Grabung durch den Bagger erzeugt worden.

Das NW-Gegenstück zu St.6/7 ist mit St.13 bezeichnet worden. Wie aus der Synopse alter Baupläne ersichtlich, bilden die Stellen 6 u. 13 die Fundamentierung für 2 Säulen im Aufgehenden der Kirchenbauphase IX, die wiederum die beiden äußeren Träger der Orgelempore bilden (siehe Abb.3 u. 15).


VI.3.1.2. - Röm. Mauer St.8

Röm. Mauerwerk aus 90% Nideggener Sandsteinbruch und 10% Grauwackebruch, mit einem weißen, harten, porösen Kalkmörtel (mit feinen unidentifizierbaren Beischlägen und gleichmäßig verteilten Sprenkeln durch FE-Ausfällungen) verfugt.

Verläuft in etwa in NW-SO Richtung durch die gesamte St.2 und ist gegenüber der Kirchenquerachse um etwa 10° nach Osten verdreht. Vor dem SO-Profil bildet St.8 eine 90°-Ecke -> nach SW abgehend. Unmittelbar im Bereich der NW-seitigen Überbauung von St.6/7 über St.8 zeigt St.8 einen 0,30m breiten nach NO im rechten Winkel abgehenden Mauervorsprung.

Von St.8 ist in St.2 im Wesentlichen nur die oberste Lage sichtbar, direkt vor dem SW-Profil als dreilagig erkennbar.

Die Probebohrung im Zuge der Baugrunduntersuchungen (mittig durch St.6/7) dürfte aber auch St.8 durchbohrt haben. Möglicherweise bezieht sich der mit 2,90 m unter Fußboden für die UK ermittelte Wert eher auf die UK von St.8 als auf St.6/7.

Eine Baugrube von St.8 war nicht zu erkennen. Sowohl die unterschiedlichen Bodenarten, als auch die Mauerecke von St.8 direkt vor dem SO-Profil sprechen für: SW von St.8 = innen, NO von St.8 = außen.

Die Keramik #St.2-16 (aus St.2-5-Schicht 8, außen, hier zusammen mit Tegula- und Imbrexfragmenten) und #St.2-17 (aus St.2-5-Schicht 6, innen) wurde in einer röm. Kulturschicht gefunden, die im Zusammenhang mit St.8 zu sehen ist.

Im NW-Bereich ist St.8 leicht durch die Grablegung St.67 (St.2-5-Schicht 10) gestört. Der strategraphische Zusammenhang von St.8 und St.11 im NW-Profil von St.2 konnte nicht geklärt werden (diese Situation wird von einem Profilsteg verdeckt, der im Zuge der Grabung nicht abgebaut worden ist). St.11 stört entweder St.8 oder überbaut sie.


VI.3.1.3. - MA. Mauer St.9

Streifenfundament der Vörgängerkiche (Phase VII, Abgenzung Mittelschiff/SO-Seitenschiff) aus unten Grauwackebruch (lagig) und oben Grauwackegerölle (außen lagig, innen eher wild). Der verwendete Kalkmörtel ist in der Fuge relativ hart und zeigt feine Kies- und Schiefersplitteinschlüsse; oben freiliegend ist der Mörtel sehr staubig (und staubt auch immer wieder stark nach; sehr schlecht gebundene Mörtelvariante). Im oberen Bereich in der Mitte viel Mörtel, weniger Steine als unten und an den Seiten (sieht aus, wie eine schlecht ausgeführte Gußmauerwerkvariante mit Verblendung).

St.9 bildet die Abgrenzung zwischen Mittel- und SO-Seitenschiff der Vorgängerkirche (Phase VII), hier Säulenfundamentierung. St.9 liegt in etwa mittig vor der SO-Mauer des Turms.

St.9 verläuft mit der Kirchenachse in NO-SW Richtung und ist im NO-Profil von St.2 1,20 m breit und auf einer Höhe von 1,10 m erhalten. Hier ist in der untersten Lage ein zweitverwendeter Sansteinquader (auf der Unterseite behauen) und in der dritten Lage von unten eine röm. Dachziegelfragment (Spolie) zu beobachten. St.9 ist im NO-Profil mit einer 0,08 - 0,10 m starken Feinkiesstickung unterlegt.

Im SW-Profil ist St.9 in der unteren Hälfte von St.6 verdeckt. Die UK ist hier etwa 0,08 m tiefer als im NO-Profil. Die Mauerbreite ist in beiden Profilen etwa gleich. Im SW-Profil ist St.9 auf einer Höhe von 1,45 m erhalten.

Im SW-Profil zeigt St.9 auf der SO u. NW-Seite jeweils eine scheinbar quer angesetzte Mauerverbreiterung. Auf der SO-Seite scheint die UK der Verbreiterung sehr hoch zu liegen, ist aber auch teilweise durch das abgeböschte Profil verdeckt. Auf der NW-Seite ist die UK zunächst gleich mit dem Hauptmauerwerk, steigt nach NW an und geht dann in die UK von St.12 über.

Im SW-Profil zeigt St.9 in den obersten Lagen einige NZ-Ziegelbruchstücke (vermutlich Flickzone), sonst Mauertechnik wie NO-Profil.

Bei Synopse der vorhandenen Altpläne bildet St.9 im SW-Profil von St.2 die Fundamentierung für den südöstlichen der beiden äußeren Träger der Sängerempore von Bauphase VII und im NO-Profil von St.2 das Fundament der (vom Turm aus gesehen) ersten Säule der Abgrenzung zum SO-Seitenschiff von Phase VII (siehe Abb. 2 u. 17)

Das NW-Gegenstück zu St.9 ist St.15.


VI.3.1.4. - Mauer St.10

Bruchsteinmauerwerk aus hauptsächlich relativ kleinen Grauwackegeröllen, vereinzelt Bruchsteine aus Grauwacke, roter Sandstein, Blaustein, Stinkkalk und Tuffsteine (teilweise mit glatt gestrichenen, leicht bläulichen Kalkputzresten). Die Mauerbreite konnte nicht festgestellt werden. St.10 ist auf einer Länge von ca. 0,90 m freigelegt, Höhe hier: ca. 1,90 m.

Die obersten 0,40 m (3 Lagen) sind nachträglich ausgeflickt, hier hellgrauer Zementmörtel (die Flickzone steht im Zusammenhang mit Leitungsschächten der Vorgängerheizung).

St.10 verläuft in der Fluchtung nicht gerade, sondern ist leicht rund nach Norden gebogen und weicht in ihrer Ausrichtung von der Kirchenachse etwa um 10° nach Norden ab.

Im SW-Bereich wird St.10 durch die Baugrube von St.11 gestört, ist also in jedem Fall älter als St.11.

St.10 fluchtet im SW auf den Mauerstumpf St.12 (Mauertechnik und Mörtel jedoch völlig anders).

Die Mauertechnik ist sehr auffällig und gleicht keiner der anderen in der Kirche aufgefundenen Mauern.

Der verwendete ungewöhnlich harte Kalk-Sandmörtel hat hier gar keine tragende Funktion und ist nur in den horizontalen Fugen, gewissermaßen als Kleber, zwischen den sorgfältig horizontal und vertikal miteinander verkeilten Geröllen und Bruchsteinen eingebracht. Die Mauer ist genau lotrecht.

Die Zeistellung der Mauer St.10 ist unklar (scheint auf die röm. Mauer St.8 zu fluchten, Mauertechniken jedoch deutlich unterschiedlich, n.b.)


VI.3.1.5. - NZ. Mauer St.11

Lagiges NZ-Ziegelsteinfundament der Vorgängerkirche (Phase IX). Ziegelformat, Mörtelart und Mauertechnik wie St.6. St.11 dürfte in engem zeitlichem Zusammenhang mit den Mauerbefunden St.6, 13 + 14 stehen.

Im Laufe der Bauarbeiten hat sich im Bereich zwischen den beiden gegenüberliegenden Stellen 11 u. 14 durch die Last der zur Zeit hier fahrenden Baumaschinen der Boden abgesenkt. Dadurch scheint sich eine durchgehende Kante zwischen den beiden Fundamenten St.11 u. 14 abzuzeichnen. Möglicherweise handelt es sich bei St.11 u. 14 um einen Fundamentkomplex. Wie aus alten Bauplänen ersichtlich, bilden die Stellen 11 u. 14 die Fundamentierung für zwei schmälere Rundsäulen im Aufgehenden, die wiederum die beiden inneren Träger der Orgelempore bilden (siehe Abb.3, 16, 19 u. 20).

Die Baugrube von St.11 stört im NO die Mauer St.10 und im SW den Mauerbefund St.12.

Die Mauer wird im unteren Bereich durch einen Profilsteg verdeckt (-> 2-5-Schicht 15).

St.11 wurde auf einer Höhe von 1 m freigelegt. Unten eine Breite von 1,10 m, oben 1,05 m. Die Ausdehnung in NW-Richtung konnte nicht festgestellt werden.

Bei Synopse der vorhandenen Altpläne bildet St.11 im NW-Profil von St.2 die Fundamentierung für den südöstlichen der beiden inneren Träger der Orgelempore von Phase IX (siehe Abb. 3, 16, 19 u. 20)


VI.3.1.6. - MA. Mauer St.12

Wildes Bruchsteinmauerwerk; Mauertechnik sehr ähnlich wie in St.9; Steine und Mörtel wie St.9, hier nur im oberen Bereich mit NZ-Ziegelsteinfragmenten durchsetzt (möglicherweise 2-phasig). Scheint auf St.10 zu fluchten, ist jedoch auf der SO-Seite durch Bagger gestört. Es gibt keine klare Abgrenzung zu St.9.

Bei Synopse der vorhandenen Altpläne bildet St.12 die Fundamentierung für den südöstlichen der beiden inneren Träger der Sängerempore von Bauphase VII (siehe Abb. 2 u. 17)

St.12 wird von der Baugrube von St.11 gestört, ist also älter als St.11.

St.12 ist bis unmittelbar unter dem jetzigen Betonfußboden erhalten. Höhe: ca. 1,40 m


VI.3.2. Mauerbefunde in Schnitt St.3

 VI.3.2.1. - NZ. Mauer St.13

NW-Gegenstück zu St.6; stört St.15. Wie aus der Synopse alter Baupläne ersichtlich, bilden die Stellen 6 u. 13 die Fundamentierung für 2 Säulen im Aufgehenden der Kirchenbauphase IX, die wiederum die beiden äußeren Träger der Orgelempore bilden (siehe Abb.3 u. 16).

St.6 = Pfeilerfundament des NW-Emporeträgers der NZ-Vorgängerkirche.

Im oberen Bereich lagiges NZ-Ziegelsteinmauerwerk, daß stufenförmig auf zweitverwendeten Quadern aus Nideggener Sandstein (einige mit schräger Scharrierung und glattem Rand) aufgesetzt ist. Aussehen wie bei St.6, hier nur ohne Fundamentabsatz im unteren Bereich. Mauertechnik, Ziegelmaß, Sandsteine und Mörtel genau wie bei St.6.

St.13 durchtrennt die MA-Mauer St.15 (so wie St.6 St.9), hier nur die etwa 0,10 m breite Baugrube von St.13 zwischen den beiden Komlexen. Auf der NW-Seite von St.13 ist keine Baugrube zu erkennen.


VI.3.2.2. - NZ. Mauer St.14

NW-Gegenstück zu St.11. Wie aus der Synopse alter Bauplänen ersichtlich, bilden die Stellen 11 u. 14 die Fundamentierung für zwei schmälere Rundsäulen im Aufgehenden, die wiederum die beiden inneren Träger der Orgelempore bilden (siehe Abb.3, 16, 19 u. 20).

Lagiges Ziegelsteinfundament mit 0,20-0,25 m nach NW und NO vorspringender Unterlage aus roten Sandsteinquadern (teilweise behauen wie in St.6 + St.13). Mauertechnik (oben und unten), Steinmaterial und Mörtel genau wie in St.6; Mauerformat wie St.11 (verjüngt sich ebenfalls um 0,05 m im oberen Bereich). St.11 liegt genau gegenüber St.14. Die Distanz zwischen SO-Profil von St.11 bis NW-Profil von St.14 beträgt 4 m.


VI.3.2.3. - MA. Mauer St.15

Gegenstück zu St.9; wird von St.13 in einen nordöstlichen und einen südwestlichen Komplex durchtrennt (gestört).

NO-SW ausgerichtetes MA-Streifenfundament. St.15 bildet die Abgrenzung zwischen Mittel- und NW-Seitenschiff der Vorgängerkirche -> Säulenfundamentierung. St.15 liegt in etwa mittig vor der NW-Mauer des Turms.

Mauertechnik, Steine und Mörtel wie bei St.9

St.15 + 27 unterscheiden sich im NO-Profil von St.3 nicht in Material, Mörtel und Mauertechnik, eine Baufuge ist jedoch nicht zu übersehen. St.27 bildet eine Ausbauphase (Verbreiterung) von St.15.

Bei Synopse der vorhandenen Altpläne bildet St.15/27 im SW-Profil von St.2 die Fundamentierung für den nordwestlichen der beiden äußeren Träger der Sängerempore von Bauphase VII und im NO-Profil von St.2 das Fundament der ersten Säule (vom Turm gesehen) der Abgrenzung zum NW-Seitenschiff von Bauphase VII (siehe Abb. 2 u. 17).

Im SW-Profil sind eine Reihe roter Sandsteine zu erkennen und im Bereich der UK sind einige größere röm.(?) Estrichfragmente vermauert. St.15 zeigt an der UK die gleiche Kiesstickung wie St.9. Die Kiesstickung zieht auch unter St. 27, welche im SO an St.15 angebaut ist (gleiche Ausrichtung).


VI.3.2.4. - MA. Mauer St.16

Lagiges Bruchsteinmauerwerk aus hauptsächlich Grauwackebruch, etwas großem rotem Sandsteinbruch und kleineren Ziegelsteinfragmenten. Mit einem sehr gelben, sandigen, weichen Kalkmörtel verfugt.

Die Mauer ist nur 0,25 m breit und ca. 0,40 m hoch. Auf der SO-Seite -> gleichmäßiger Mörtelbelag, auf der NW-Seite -> unregelmäßige Abgrenzung des Mörtels zum umgebenden Erdreich (scheinbar von SO her gegen das Erdreich vermauert). Von St.16 konnte nur ein etwa 0,30 m langes Teilstück freigelegt werden, da im weiteren SW-Verlauf außerhalb der Grabungsgrenze.

Die Mauertechnik, Mörtel etc. sind gleich mit St.24 (in St.21), auch Ober und Unterkanten sind ähnlich. Die Ausrichtung (NO-SW) scheint ebenfalls wie bei St.24 gegenüber der Kirchenachse einige Grad nach Osten verdreht zu sein (soweit auf 0,30 m Länge einschätzbar). Der Abstand zwischen St.16 + St.24 betrug etwa 0,70 m, dazwischen 2 Bestattungen (-> St.21-29-Schicht 5 u. St.21-45-Schicht 1). Das NO-Ende von St.16 war bereits durch Baggereinsatz im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.3.2.5. - Mauer St.17

NW-SO ausgerichtetes lagiges Mauerwerk aus Grauwacke- und Sandsteinbruch (Sandstein: 90% Nideggener und 10% hellgelber), mit weißem Kalkmörtel verfugt. Der Mörtel und die Mauertechnik ist der von St.8 sehr ähnlich. St.17 wird durch St.15/27 gestört. Die Übergänge zwischen den einzelnen Mauerfraktionen sind teilweise sehr indifferent.

Hier ist zu bemerken, daß die Kiesstickung unter St.15/27 nicht (wie die Zeichnung St.3-14 impliziert) unter St.17 zieht. Während der Einschalarbeiten in St.2 brachen die Profilwände, vor Allem im Bereich der Maschinendurchfahrt im Turmbereich, zunehmend im unteren Bereich ein. Dabei wurde sichtbar, daß die UK von St.17 tiefer liegt als bei der Aufnahme gezeichnet, und die Kiesstickung unmittelbar vor St.17 abreißt. Auf der NW-Seite von St.15 wird die UK von St.17 von einem kleinen Profilsteg mit den Bestattungsresten von St.19 verdeckt.

Obwohl die beiden Stellen 16 + 17 hier nahe zusammenliegen (im rechten Winkel zueinander), konnte der Zusammenhang (im SW-Profil steckend) leider nicht weiter geklärt werden.


VI.3.2.6. - MA. Mauer St.27

St.27 ist eine 0,60 - 0,70 m breite SO-seitige Verbreiterung von St.15.

Mauertechnik, Material und Mörtel sind im NO-Profil von St.3 genau gleich mit St.15, beide Komplexe grenzen sich jedoch durch eine deutliche Baufuge ab. Im oberen südöstlichen Bereich scheint der Komplex St.15/27 zudem durch eine weitere Grablegung gestört zu sein (möglicherweise auch einen Vorgängerheizungsschacht; ließ sich nicht differenzieren, da außerhalb der Grabungsgrenze, bzw. ohne diesbezügliche Planvorgaben; in jedem Falle aber hier deutlich mit humanen Knochenfragmenten durchsetzt, n.b.).

Im SW-Profil von St.3 grenzt sich St.27 von St.15 durch eine klare Baukante (St.15) und eine Zone aus lockerem Schutt in St.27 ab. Hier macht St.27 den Eindruck eines Gußmauerwerks. Mittig sind röm. Tegulafragmente als Spolien eingegossen. Die beiden obersten Reihen sind lagig aus Grauwacke gesetzt.

St.27 stört in SW-Profil von Schnitt St.3 die nordwestliche Fortsetzung der Mauerung St.17.


VI.3.3. Mauerbefunde in Schnitt St.21

VI.3.3.1. - MA. Mauer St. 24

Lagiges Bruchsteinmauerwerk aus hauptsächlich Grauwackebruch und etwas rotem Sandsteinbruch; mit einem sehr gelben, sandigen, sehr weichen Kalkmörtel verfugt (Mörtel sehr ähnlich wie bei St.16, 22 + 28; Mauertechnik, Mauerbreite und Ausrichtung = St.16). Die Ausrichtung von St.24 ist gegenüber der Kirchenachse um ca. 8° nach Osten verdreht.

Die Mauer ist 0,20 m breit, nach NW verkippt und auf einer Höhe von 0,32 - 0,40 m erhalten. Direkt vor dem NO-Profil von St.21 zeigt St.24 eine im rechten Winkel nach NW abgehende Mauerecke. Die NO-Hinterkante der Ecke steckt im NO-Profil.

NW der Mauerecke zieht St.24 unter St.25 (Pfeilerfundament der Kirchenaußenmauer, Phase VII). St.24 ist somit älter als St.25. St.24 kann im Aufgehenden kein besonders tragendes Mauerwerk gewesen sein, dafür ist die Mauer zu zierlich.

St. 24 stört folgenden Bestattungen, die somit als älter anzusehen sind als die St.24 + 25:

Die Bestattung St.49 aus St.21-39-Schicht 5 (= St.21-22-Schicht 8), im linken Arm- und Beckenbereich gestört, mit kreuzförmigem Bronze-Anhänger im Brustbeinbereich -> #St.21-26 (Abb. 11,1), ist direkt südöstlich unmittelbar an die Mauer St.24 gelegt; die Grabgrubenverfüllung von St.49 überdeckte teilweise die OK von St.24

Die Bestattungen NW von St.24 (hier u.a. 4 Kindergräber) in den Plana 4+5 von St.21 sind in einen röm. Horizont eingegraben und werden im NW-Bereich des SW-Profil-St.21 von einer röm. Funde führenden Trümmerschicht überdeckt (siehe Zeichnung St.21-65-Schicht 9 und Funde #21-27, 28, 29, 30, 31, 51 + 52).


VI.3.3.2. - MA./NZ. Mauer St.25

Mehrphasiges, im rechten Winkel nach SO hervorstehendes Pfeilerfundament der NW-Kirchenaußenmauer (Vorgänger Phase VII, siehe Synopsen Abb. 17-18). Sowohl im Mauerwerk als auch in der Baugrube lassen sich 3 Bau- bzw. Arbeitsphasen erkennen (von unten nach oben: A, B, C).

Das Mauerwerk liegt in NW-SO Richtung auf einer Breite von 0,85 m und auf einer Höhe von 1,40 m frei. Im oberen Bereich ist St.25 auf der SO-Seite durch den Bagger gestört. Das NO-Ende des Pfeilers wurde nicht freigelegt, da außerhalb des Schnittes. Die Breite in dieser Richtung blieb also ungeklärt.

Die UK von St.25 verläuft schräg; auf der SO-Seite zieht sie über St.24 und fällt nach NW unter Bautiefe (Planum 5) ab. - Entweder hat die Last von St.25 die Mauer St.24 auf der NW-Seite heruntergedrückt, auf der Gegenseite angehoben und so die verkippte Lage von St.24 erzeugt; möglicherweise ist diese Situation aber auch auf die Bombadierung im 2.Weltkrieg zurückzuführen, infolge dessen der gesamt Pfeiler nach NW abgegangen sein könnte und St.24 dadurch verkippt ist; die SO-Hinterkante von St.25 wurde von uns größtenteils durch den Bagger gestört angetroffen.

Im unteren Bereich (hier Grauwackebruch + 1 röm. Ziegelfragment - Spolie) kann man 2 verschiedene Mörtelzonen erkennen. Phase A (UK-Bereich) und Phase B repräsentieren möglicherweise lediglich 2 Arbeitsphasen einer Bauphase. In Phase A ist ein sehr heller, fester Kalkmörtel mit feinem Kiesbeischlag und etwas Schiefersplitt verarbeitet. In Phase B ist der Mörtel deutlich gelblicher und etwas weicher, die Beischläge sind ähnlich wie in Phase A. Die Mauertechnik und Mörtel von Phase A + B gleichen denen von St.9, 12, 15 + 27. Der Übergang der beiden Mörtelzonen korrespondiert sowohl mit einem schmalen Mauerabsatz (0,02-0,03 m) auf der SO-Seite von St.25, als auch mit einem Schichtwechsel in der Baugrubenverfüllung (hier: unten brauner Lehm = Phase A; darüber Mörtelschutt = Phase A -> siehe Zeichnung St.21-66-Schichten 6 + 5). Die Baugrube von St.25 ist in ein röm. Funde führendes Stratum eingegraben (siehe hier Funde: #St.21-27, 28, 29, 30 + 31 aus St.21-22-Schicht 4 und #St.21-51 + 52 aus St.21-45-Schicht 7; Abb. 21).

Phase C wird im oberen Bereich von einem aus NW-Richtung (marktseitig) beigearbeiteten lagigen NZ-Ziegelsteinmauerwerk gebildet. Hier ist das Ziegelmaß wie in St.6, 11, 13, 14 + 34. Der weiße, harte, leicht sandige Kalkmörtel ist gleich wie in St.34 und deutlich härter als bei St.6, 11, 13 + 14. Die Mauertechnik (Läufer/Binder) ist gleich der von St.6, 11, 13 + 14.

Nach Bearbeitung unsererseits wurde St.25 von der Baufirma bis auf die Flucht von St.26 abgerissen. St.24 war bis ca. 0,40 m unter St.25 deutlich zu erkennen.

Die Grabgrube St.57 (ohne Bestattung, St.21-45-Schicht 9) liegt unter St.25 und wird von St.25 gestört und ist somit älter als St.25.

Unter St.25 scheint sich im Planum 5 von St.21 ein weiterer Mauerbefund abzuzeichnen. Der Mörtelschutt gleicht stark dem ersten Auftauchen von St.30 zwischen Planum 3 + 4 von St.5. Siehe auch Zeichnung St.21-58-Schichten 2 + 5. Da Planum 5 auf Bautiefe liegt, konnte dem aber nicht weiter nachgegangen werden.

Der direkte Zusammenhang zur NW-Kirchenaußenmauer konnte auch nicht geklärt werden, da der Übergang hier noch auf 0,55 m Breite vom modernen Betonboden verdeckt ist. Ein weiterer Aufschluß war hier auf Grund der aktuellen Baumaßnahmen nicht notwendig.


VI.3.3.3. - MA. Mauer St.26

NW-Außenmauerfundament der Vorgängerkirche (Phase VII, siehe Synopsen Abb. 17-18). Lagiges Mauerwerk aus zweitverwendeten Sandsteinquadern (roter, gelber + unten 1 leicht rötlicher mit gestrichenem bläulich-grauem Wandkalkputz), Grauwackebruch, roter Sandsteinbruch und NZ-Ziegelsteine wie in Phase C von St.25. Der Mörtel ist in etwa gleich wie in Phase C von St.25, hier nur etwas weicher + feuchter und vor allem deutlich sparsamer verwendet (z.T. sehr schmale Fugen, manche hohl).

St.26 verläuft parallel zur heutigen NW-Kirchenaußenmauer in NO-SW Richtung. Die SO-Vorderkante von St.26 ist 1,04 m von der Innenseite der Kirchenaußenmauer entfernt.

Das Mauerwerk stößt stumpf an St.25. In der obersten Lage von St.25 war ein Ziegel schräg über beide Stellen vermauert; der Mörtel von St.26 zieht oberhalb davon (im hinteren Bereich) auch über St.25.

Die Mauer steht auf einer schmalen Stickung aus grobem Kies (Rurschotter) in leicht tonigem Lehm. Die Stickung von St.26 schneidet die Baugrube von St.25.

Von oben wurde das Mauerwerk auf einer Breite von 0,50m freigelegt. Eine Hinterkante wurde dabei nicht erreicht. Auch hier konnte, wie in St.25 der Übergang zur NW-Kirchenaußenmauer nicht geklärt werden (da außerhalb der Grabungsgrenze).


VI.3.4. - Mauerbefunde in Schnitt St.4

siehe VI.2.3. - Schnitt 4


VI.3.5. - Mauerbefunde in Schnitt St.5

VI.3.5.1. - Mauer St.28

2-Lagiges Grauwackemauerwerk im gleichen Mauerformat wie St.22, gleicher Mörtel wie St.22. Möglicherweise sehen wir hier den NO-Abschluß einer ähnlichen Grabkiste wie St.22.

Zu sehen ist hier aber nur ein kleiner Teil des Komplexes, kann auch nicht weiter begraben werden, da außerhalb der Grabunggrenze.

Das Mauerwerk geht im oberen Bereich in Versturz über. Es konnten (im Gegensatz zur - soweit erkennbar - gleichen St.22) keine Knochenreste im Zusammenhang mit St.28 festgestellt werden.

Höhe ca. 0,20 m; Mauerbreite ca. 0,18 m. Nach NW hin scheint St.28 durch die Grablegung St.61 (St.5-42-Schicht 3) gestört zu sein. Zeitstellung unklar.


VI.3.5.2. - MA. Mauer St.29

NW-Außenmauerfundament der Vorgängerkirche (Phase VII, siehe Synopsen Abb. 17-18). Mehrphasiges meist wildes Mauerwerk in der Verlängerung von St.26; ebenso wie St.26 nahezu parallel zur heutigen NW-Kirchenaußenmauer; weicht in der Ausrichtung gegenüber der Kirche um 1-2° nach Norden ab. Im Bereich von St.33 verbreitert sich die Mauer um ca. 0,10 m, sonst im wesentlichen 0,70 m breit, auf einer Länge von 2 m sichtbar, Höhe 0,64 m.

70% Grauwackebruch, 20% Sandsteinbruch (hier ist dkl.-roter, roter, schwach roter und rosafarbener Sandstein zu sehen, meist faustgroße Gerölle; hauptsächlich aber größere hellgelbe und weiße Sandbruchsteine - z.T. Mergel), 15% Blausteinbruch, 5% kleinteilige Tuffsteingerölle mit einem hier relativ lockeren Mörtel verfugt (Mörtel wie in St.9, 15 + 27).

Auch hier kann man (wie in St.25) 3 verschiedene Phasen erkennen. Von unten nach oben:

Phase A wird hier nur von der untersten Grauwackebruchsteinlage gebildet, mit einem hellen Kalkmörtel verfugt und auf einer Stickung aus fest gestampftem, leicht tonigem, braunem Lehm - gleichmäßig mit Mörtelbröckchen durchsetzt - aufgesetzt.

Phase B bildet ein wildes Steinsammelsorium aus den o.g. Materialien; Mörtel etwas gelber und staubiger wie in Phase A. Auch hier hat man, eher noch als bei St.25, den Eindruck, daß Phase A + B zwei verschiedene Arbeitsphasen der selben Bauphase sind.

Phase C bildet, wie bei St.25, ein von NW eingearbeitetes Mauerwerk aus NZ-Ziegelsteinen. Da sich hier in Phase C ein Gewölbe abzeichnet wird diese Phase mit St.34 bezeichnet. Die heutige NW-Kirchenaußenmauer sitzt auf Phase C auf.

Die Oberkante von St.29 wurde scheinbar durch den Bagger im Vorfeld bis auf den vorgefundenen u. dokumentierten Zustand gestört, da in beiden Querprofilen bis unmittelbar unter den heutigen Betonboden erhalten. Die UK liegt ähnlich hoch wie bei St.26.


VI.3.5.3. - Röm. Mauer St.30

(Spät-)Römisches, lagiges Mauerwerk aus mittelgroßem Grauwacke- und rotem Sandsteinbruch. Jede 2 Lage ist eine Lage ganzer röm. Dachziegel (tegulae) lagig eingeschossen. Die Mauer bildet den SO-Abschluß einer im direkten zeitlichen Zusammenhang zu sehenden Hypocaustanlage (St.32).

Die Mauer ist 0,32 m breit und auf einer Länge von 1,60 m freigelegt. Direkt vor dem SW-Profil ist St.30 bis knapp über Bautiefe von oben gestört.

Vor dem NO-Profil von St.5 zeigt St.30 eine rechwinklige Mauerecke, knickt hier 0,20 m nach NW ab und stößt dann stumpf an die Mauer St.31.

Die Innenseite (NW-Seite) von St.30 ist mit einem 0,02 m dicken Lehm/Kalk-Gemisch verputzt, welches das Mörtelbett für eine Verkleidung aus Ziegelplatten bildet. Die Ziegelplatten waren scheinbar nur an der Innenseite von St.30 angebracht (bis einige Zentimeter über die Baufuge St.30/31 -> siehe Skizze St.31-6)

0,76 m SW der o.g. Mauerecke hat St.30 eine 0,24 m breite und 0,10 m tiefe Aussparung, auch hier Lehmputz mit Abdrücken von Wandkacheln (eine halbwegs in situ, leicht verkippt -> Wandheizung oder Kamin, siehe #St.5-120). Im Bereich der Aussparung ist viel HK-Splitt zu beobachten.

Auf der Außenseite (SO-Seite) ist die Mauer mit dem selben ockerfarbenem, sandigen Kalkmörtel ca. 0,01 m dick verputzt, mit dem das Mauerwerk verfugt ist (etwas HK-Splitt und feiner Kiesbeischlag im Mörtel).

St.30 tauchte zum ersten Mal in Planum 4 von St.5 auf. Die UK liegt deutlich tiefer als die Bautiefe.


VI.3.5.4. - Röm. Mauer St.31

Lagiges röm. Mauerwerk aus hauptsächlich rotem Sandstein- und einigen Grauwackebruchsteinen, mit einem weißen, porösen Kalkmörtel (wie in St.8, hier nur ohne FE-Ausfällungen) verfugt.

Die Mauer ist 0,38 m breit und auf einer Länge von 1,60 m und einer Höhe bis zu 0,30 m freigelegt und bildet den NO-Abschluß einer spätrömischen Hypocaustanlage (St.32) und stößt stumpf an St.31 (SO-Begrenzung von St.32) an.

Auf der Innenseite (SW-Seite) zeigt das Mauerwerk ein teilweise überputztes Sichtmauerwerk mit Fugenstrich, was für eine funktionelle Zweitverwendung von St.31 in einem röm. Umbau spricht.

Der Lehm-Kalkputz auf der Innenseite von St.30 zieht über die Baufuge zwischen St.30 + 31.

Die NO-Seite (außen) von St.31 ist nicht verputzt, ein Fugenstrich war hier nicht zu erkennen.

St. 31 ist am NW-Ende bis auf einen Stein Breite gestört.


VI.3.5.5. - Spätröm. Hypocaustum St.32

Spätrömische Hypocaustanlage.

St.32 taucht zum ersten Mal in Planum 5 von St.5 auf und schien hier eine wannenartige Konstruktion zu sein; von einem rosafarbenen Mörtel umrandet, mit einem apsidialen Abschluß nach SO hin, auf einer Ziegelunterlage und mit einer bis 0,12 m hohen Füllung aus einem weißen, sehr porösen, krümeligen Kalkmörtel mit feinem, gleichmäßigem Ziegelsplittbeischlag. Der apsidiale Abschluß im SO wird von einem grauen, weichen Kalk/Steinmehl-Gemisch gebildet, gegen der die Umrandung bildende rosa Mörtel ansteht. Der Mörtel SO der apsidialen Abgrenzung wird im NO und SO von einem ockerfarbenem Kalk/Lehmputz begrenzt, mit dem die Mauer St.30 innenseitig flächig verputzt ist.

Der rosa Estrich der Umrandung sitzt 0,04-0,06 m breit und ca. 0,04 m hoch auf der SW-Hinterkante der Mauer St.31 auf und bildet gleichsam einen 0,02 m starken Belag auf der Ziegelabdeckung der Hypocaustanlage. Die weiße Kalkfüllung überzieht die rosa Estrichunterlage und steht auf der SW-Hinterkante der Mauer St.31 einige Zentimeter höher an.

Die ganze Anlage ist nach Westen hin eingebrochen und nur unmittelbar vor der Mauerecke von St.30 noch nahezu ungestört.

Für Planum 6 wurde die weiße Kalkfüllung und der rosa Estrich auf der Ziegelabdeckung der Hypocaustanlage entfernt. Der rosa Estrichrand auf St.31 und der apsidiale Abschluß wurden zunächst stehen gelassen.

Der rosa Estrich war flächig auf die Ziegelabdeckung aufgetragen und bildet auch das Fugenmaterial zwischen den einzelnen Ziegelplatten der Abdeckung und zwischen der Abdeckung und St.31. In der Fuge ist der Mörtel relativ weich. Die Querfuge zwischen den beiden ersten Ziegelplatten (siehe Zeichnung St.5-136) ist 0,05 m breit und teilweise mit 0,04 m dicken Wandkachelbruchstücken ausgefüllt.

(vor Ort hatte man zu Anfang bei St.32 den Eindruck einer (Bade-?)wannenartigen Konstruktion, wird deshalb auch so auf einigen Stellenkarten angesprochen; die Anlage kann aber bei den im Weiteren vorgefundenen Fugen unmöglich wasserdicht gewesen sein; nb.)

Die SW-Seite von St.31 ist nicht mit dem rosa Estrich-Auftrag überzogen, hier liegt der rote Sandstein des Mauerwerks blank und ist sehr glatt, abgewetzt (wie poliert, aber man fühlt noch die ehemalige Sandbruchsteinoberfläche, Benutzungsspuren; war jedoch bei Auffindung zunächst im OK-Bereich von der weißen Kalkfüllung überdeckt, -> weiße Kalkfüllung möglicherweise sekundär).

Der relativ ungestörte Teil der Hypocaustabdeckung besteht aus 2 Ziegelplatten, wovon die obere (in der Mauerecke St.30/31) an der SO-Seite unregelmäßig abgebrochen ist, was möglicherweise für eine Zweitverwendung der Platte spricht. Der im oberen Bereich die Apsis bildende, sehr weiche, steinmehlhaltige Mörtel war auf diese Platte aufgesetzt und verdeckte die Bruchkante nach oben hin.

Im NW-Bereich von St.5 waren die Bruchstücke einer dritten Ziegelplatte zu beobachten. Das größte Fragment hier spricht für eine Länge der dritten Abdeckplatte von mindestens 0,55 m (eine gerade Kante war nur auf der SO-Seite eindeutig zu erkennen).

Unter den beiden südöstlichen Ziegelplatten der Abdeckung wurden 4 Hypocaustpfeiler freigelegt. (Die OK der Hypocaustpfeiler liegt in etwa auf Bautiefe; hier fehlt ein Pfeiler in der Konstruktion bzw. liegt wahrscheinlich unter Grabungstiefe; die Anlage konnte nach unten nicht weiter freigelegt werden).

Um die Höhe der Hypocaustpfeiler zu ermitteln wurde im Bereich SO-Ziegelabdeckplatte zwischen den drei darunter befindlichen Pfeilern ein kleiner Suchschnitt durch die Aschefüllung des Hypocaustums bis zur OK seines Ziegelplattenbodens gemacht.

Die Hypocaustpfeiler bestehen aus 9 runden Ziegel (Æ 0,20 m) die insgesamt eine Höhe von genau 0,60 m haben; darauf eine rechteckige Abschlußplatte, die mit dem Mörtel aus St.30 auf die oberste Hypocaustziegel aufgeklebt ist (die Abschlußplatten sind teilweise unregelmäßig abgebrochene Wandplattenfragmente, wie wir sie nach Abnehmen der Hypocaustabdeckung an 2 Stellen an der Innenseite von St.30 angebracht fanden); darauf wiederum liegt die von der Unterseite stark rußgeschwärzte Ziegelabdeckung. Die beiden o.g. Ziegelplatten wurden ins Jülicher Stadtmuseum verbracht (Foto der Unterseite siehe 5-138 / Dia Nr.87).

Für Planum 7 wurde Planum 6 nach NW bis zur Kirchenaußenmauer erweitert und im Ganzen noch einige Zentimeter tiefer gelegt. Das Tieferlegen brachte jedoch kein wesentlich neues Bild. Hier zeichnet sich in der Flucht der Maueraussparung von St.30, in einem ähnlich breiten Bereich wie diese, immer mehr ein deutlich höherer Mörtelschuttanteil ab wie direkt vor dem SW-Profil von St.5. Unter der vorgefundenen Abdeckung der Hypocaustanlage ist eine deutliche Abgrenzung zu einem viel Asche/sehr wenig Lehm-Gemisch zu beobachten, in dem im oberen Bereich beim Anlegen des o.g. Suchschnittes 2 Keramikfragmente gefunden wurden (#St.5-141 -> etwa 0,10 m unter Planum 7). Die Aschefüllung geht bis zum Ziegelplattenboden der Hypocaustanlage und wird nach unten immer HK-haltiger.

Vor dem SW-Profil von St.5 ist ein fünfter Hypocaustpfeiler zu beobachten, die Anlage geht also in SW-Richtung weiter, liegt hier aber immer tiefer (Boden abgesackt; die OK dieses Hypocaustpfeilers liegt 0,07 m tiefer als die OK der Pfeiler im NO). Im NW ist St.32 im Bereich der Außenmauer zunehmend stark gestört. Von St.31 ist im NW-Profil von St.5 nur noch ein Stein zu sehen.

Die Abdeckplatte der Anlage ist in den Lehmputz von St.30 leicht hineingedrückt und liegt mit einer Fuge aus Lehmputz auf der Wandverkleidung aus Ziegelplatten von St.30 auf. Siehe Mörtelrest mit Abdruck auf Zeichnung St.5-154-Schicht 2 (auch St.5-137 -> Mauerecke St.30/31).


VI.3.5.6. - NZ. Mauer St.33

Lagiges Pfeilerfundament der Kirchenaußenmauer aus Grauwacke- und rotem Sandsteinbruch, welches früher im oberen Bereich (NO-Seite) vermutlich das SW-Widerlager des NZ-Ziegelsteingewölbes St.34 bildete.

Bei Synopse der vorhandenen Altpläne bildet St.33 das Eckpfeilerfundament der Mauerecke der ehemaligen Christina-Kapelle zur Außenmauer des NW-Seitenschiffes der Phase IX (siehe Abb. 3 u. 16)

St.33 ist mit einem sehr ungewöhnlichen Mörtel verfugt: sehr hart, von außen völlig versintert (bzw. verglast), sehr hell grau, glänzend; von innen braun und porös.

Von unten nach oben scheint in etwa der Mitte die Mauertechnik zu wechseln, eine klare Abgrenzung dieser möglichen Zweiphasigkeit war allerdings nicht zu erkennen.

Sowohl im NW als auch SW-Profil von St.5 ist vor dem Mauerwerk von St.33 ein bis zu 0,05 m breiter als Baugrube von St.33 zu wertender Hohlraum zu erkennen, der im NW-Profil von St.5 die gesamte Schichtung bis oben hin abschneidet und sich auch in die Tiefe fortsetzt, was für ein relativ junges Datum dieses Mauerwerks spricht. In den Hohlraum ließ sich im NW-Profil von St.5 der Zollstock über 1 m tief hinein stecken, ins SW-Profil etwa 0,40 m tief. Die Baugrube von St.33 schneidet die Kiesstickung von St.29 (ist somit jünger als St.29), sowie die Straten St.5-162-Schicht 7 und St.5-163-Schichten 5, 6 + 7.

Möglicher Bauzusammenhang mit St.34.


VI.3.5.7. - NZ. Mauer St.34

NZ-Ziegelsteingewölbe mit nachlässig ausgeführtem, lagigem Unterbau aus 80% NZ-Ziegelsteinen, 10% gelber Sandsteinquader, 5% Grauwackebruch und 5% Blausteinbruch. Sichtbare Spannweite: 1,02 m; vermutliche Spannweite (ausgehend vom Abstand des Abschlußsteins von St.34 zu St.33): 1,80 m. Der trapezförmige Abschlußstein ist 0,26 m hoch und 0,95 m NO von St.33. Die OK des Abschlußsteines liegt nur wenige Zentimeter unter dem heutigen Betonfußboden. Unter dem lagigen Unterbau von St.34 ist ein 1-lagiger Rest von St.29 und deren Stickung zu erkennen.

Die Ziegel sind gleich St.6, 11, 13, 14, 25 u. 4. Der Mörtel ist gleich mit dem in Phase C von St.25.

(Auf mich macht St.34 den Eindruck einer Unterfangung, ausgeführt als unterfütterter Gewölbeunterzug, nb.)


VI.3.5.8. - Mauerausbruchgrube St.84:

Die den gesamten Schnitt St.5 NO-SW querende Mauerausbruchgrube St.84 liegt im und vor dem SO.-Profil von St.5 und war erstmals deutlich als solche im Planum 4 zu erkennen. Oberhalb von Pl.4 waren 2 Individuen (St.60, St.82) übereinander genau in der Mauerausbruchgrube bestattet. Bereits die Grabgrube von St.60 war mit auffällig viel Mörtelschutt durchsetzt.

Ab Pl.4/St.5 stellt sich St.84 als relativ lockeres Mörtelschutt/Lehm-Gemisch mit einer scharfen Abgenzung zum nordwestlich angrenzenden (durch St.84 gestörten) Lößlehm dar. Eine Unterkante wurde nicht erreicht. Die südöstliche Hinterkante liegt außerhalb der Grabungsgrenze. St.84 liegt in der nordöstlichen Verlängerung von St.15/27.


VI.4. - Grabbefunde

VI.4.1. - Grabbefunde in Schnitt St.3

VI.4.1.1. - St.18 Grabgrube mit Skelettrest in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Grabgrube im Planum 1 von St.3 (auf Bautiefe -> ca. 2 m unter dem jetzigen Betonfußboden) mit stark gestört aufgefundener Bestattung.

Die Bestattung liegt ungefähr in der selben Tiefe, wie die Bestattung St.67 in St.2 (St.2-5-Schicht10) und ist in etwa in das gleiche Sediment eingegraben. St.18 liegt in St.3 in einer vierten Grabetage.


VI.4.1.2. - St.19 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung, 2 Individuen

Anmerkungen: Grabbefund mit 2 Individuen. Unterschenkel eines Erwachsenen und direkt darunter u. dazwischen die Rippen, 1 Schulterblattfragment und der Unterkiefer eines (kl.) Kindes. Die Unterschenkel sind am NO-Ende durch den Bagger gestört. Der linke Unterschenkel liegt im Verband mit dem Oberschenkel. Die Kinderbestattung ist offensichtlich gestört. Der Grabbefund liegt 0,14 m tiefer als die UK von St.16 bei 82,164 ü NN.


VI.4.2. - Grabbefunde in Schnitt St.20

VI.4.2.1. - St.22 gemauerte Grabkiste mit Leichenbrandfüllung

Anmerkungen: St.22 ist im NO-Bereich gestört aufgefunden worden. St.22 stört die Bestattung St.35 (St.20-5-Schicht 1) ab dem unteren Brustbereich abwärts und die Bestattung St.41 (St.20-18-Schicht 6) ab kurz über den Füßen abwärts.

St.22 liegt direkt über der Brandstelle St.23, die Ausrichtungen sind jedoch unterschiedlich und die Baugrube von St.22 ist leicht in St.23 eingegraben (St.22 stört St.23).

St. 22 ist jünger als St.23 und steht nicht im direkten Zusammenhang mit dieser.


VI.4.2.2. - St.35 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.2.3. - St.36 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


 VI.4.2.4. - St.37 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Der vollständig und sehr gut erhaltene Schädel (siehe auch Dia Nr. 105) wurde für die Wiederbestattungsaktion gesäubert und gesondert gelagert.


VI.4.2.5. - St.38 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.2.6. - St.39 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Bestattung liegt direkt über der HK-/Brandlehmkonzentration St.23 und ist leicht in diese eingegraben.


VI.4.2.7. - St.40 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.2.8. - St.41 Skelettrest in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Der Skelettrest St.41 wird von dem Grab St.35 und der Grabkiste St.22 gestört


VI.4.2.9. - St.42 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3. - Grabbefunde in Schnitt St.21

VI.4.3.1. - St.43 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3.2. - St. 44 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3.3. - St. 45 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Bestattung liegt unmittelbar südöstlich neben der ehemaligen NW-Kirchenaußenmauer St.26


VI.4.3.4. - St. 46 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3.5. - St. 47 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Bestattung liegt mit dem Becken unmittelbar über der Mauer St.24


VI.4.3.6. - St. 48 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

(Details siehe Dokumentationsnachweis)

Anmerkungen: Die Grabgrube der Bestattung stört im NO leicht die Grabgrube der Bestattung St.49


VI.4.3.7. - St.49 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3.8. - St. 50 Skelettrest in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Kinderbestattung


VI.4.3.9. - St.51 Skelettrest in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3.10. - St.52 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.3.11. - St.53 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: St.53 wird von St.56 gestört.


VI.4.3.12. - St. 54 Grabgrube mit Skelettrest in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Grabgrube wird sowohl im NO, als auch im SO durch die Mauer St.24 gestört.


VI.4.3.13. - St.55 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Das Grab liegt unmittelbar SO der ehemaligen NW-Kirchenaußenmauer St.26.


VI.4.3.14. - St.56 Grabgrube in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Grabgrube St.56 stört im NW die Grabgrube von St.53 


VI.4.3.15. - St.57 Grabgrube in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Grabgrube St.57 liegt größtenteils unter dem Pfeilerfundament St.25 und wird von diesem gestört.


VI.4.4. - Grabbefunde in Schnitt St.5

VI.4.4.1. - St.58 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Der sehr flache Winkel des Unterkiefers, das im Bereich der Schambeinfuge nicht verwachsene und sehr breit auseinander gefallene (allerdings scheinbar verlagerte) Becken und das Silbermedaillon in den Händen des Skelettes sprechen für eine weibliche Bestattung. Die oben aufgeführten Knöpfe (vermutlich dem Leichenhemd zugehörig) sind auf der Grabung (bzw. den Zeichnungen) als Münzen angesprochen worden, das Silbermedaillon als Brosche.


VI.4.4.2. - St. 59 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Im Gegensatz zur SO-Nachbarbestattung sprechen hier der sehr steile Winkel des Unterkiefers und die verwachsene Schambeinfuge (sowie das beschnitzte Kreuz in den Händen, # 5-11; Abb. 11,2; Abb.12) für eine männliche Bestattung.

Der vollständig und sehr gut erhaltene Schädel (siehe auch Foto 106) wurde für die Wiederbestattungszeremonie gesäubert und gesondert gelagert.


VI.4.4.3. - St. 60 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Bestattung steckt im SO-Profil von St.5 und liegt genau über der Mauerausbruchgrube St.84


VI.4.4.4. - St.61 Grabgrube mit Skelettresten mehrerer Individuen in NO./SW.Orientierung


VI.4.4.5. - St.62 Störung mit Skelettresten von St.58 und St.61 in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: St.62 stört das Grabensemble St.61.


VI.4.4.6. - St.63 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung


VI.4.4.7. - St.64 Grabgrube mit Skelettrest in NO./SW.-Orientierung


VI.4.4.8. - St.65 Grabgrube mit Skelettrest (Kleinkind) in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Kleinkindbestattung, liegt unmittelbar unter den Beinen der Bestattung St.63.


VI.4.4.9. - St.66 Grabgrube mit Skelettrest (Kleinkind) in NO./SW.-Orientierung


VI.4.5. - unbegrabene Grabbefunde

Die folgenden Grabbefunde wurden nicht weiter begraben, da sie entweder außerhalb der jeweiligen Grabungsgrenzen liegen oder aber durch Baggereinsatz vor Grabungsbeginn zerstört worden sind. Die einzelnen Befunde konnten jedoch in den Profilen der Schnitte St.2, 3, 5 + 21 sowie im Planum 1 von St.2 dokumentiert werden.

Erst die im unmittelbaren Vorfeld der Grabung gestörten bzw. angeschnittenen Grab- und Mauerbefunde waren der Anlaß für die achäologischen Auflagen der aktuellen Baumaßnahmen in der Propsteikirche.

VI.4.5.1 - Grabbefunde in Schnitt St.2

VI.4.5.1.1. - St.67 Grabgrube mit Skelettrest in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Bestattung liegt unmittelbar NO der röm. Mauer St.8

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört. 


VI.4.5.1.2. - St.68 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: St.68 liegt im oberen Bereich der Grabgrube von St.72.

Die Grablegung von St.68 wurde schon früher durch einen 1951 direkt oberhalb angelegten Heizungskanal gestört (siehe 2-5-Schichten 18 + 19)

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.1.3. - St.69 Skelettrest in NO./SW.-Orientierung

(Details siehe Dokumentationsnachweis)

Anmerkungen: Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.1.4. - St.70 Skelettspuren von 2 Bestattungen in 2 Etagen in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.1.5. - St.71 Skelettspuren von 2 Bestattungen in 2 Etagen in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört. 


VI.4.5.1.6. - St.72 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Grabgrube ist im oberen Bereich mit zahlreichem kleinfraktioniertem Knochenbruch durchsetzt, welches mit St.68 bezeichnet wurde. Die Grabgrube von St.68 stört eine weiße Kalkmörtelschuttlage die durchgängig in SO-Richtung bis zum Brandlehmbefund St.23 zu beobachten war (Mörtellage: 2-13-Schicht 9; 2-10-Schicht 5, 20-18-Schicht 2, 20-60-Schicht 15; Mörtelprobe siehe # 20-25)

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.2 - Grabbefunde in Schnitt St.3

VI.4.5.2.1. - St.73 - 3 Skelettgräber in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Mehrere (3) Gräber, in einander verschachtelt.

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.2.2. - St.74 mögliche Gragbrube in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Mögliche Grabgrube. Die St.74 stört die Mauer St.15 (siehe Zeichnung 3-12). Bei St.74 könnte es sich auch um eine Störung im Zusammenhang mit dem Heizungsbau von 1951 handeln.

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.2.3. - St.75 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: St.75 liegt unterhalb von St.73. Die Grabgrube von St.75 wird von St.73 gestört

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.2.4. - St.76 möglicher Grabbefund in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Hier nur Holzeste; optisch gleich mit St.77.

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung angeschnitten.


VI.4.5.2.5. - St.77 Grabbefund in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.2.6. - St.78 Grabgrube in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Eine Grabgrube ist deutlich zu erkennen.

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung angeschnitten.


VI.4.5.3 - Grabbefunde in Schnitt St.5

VI.4.5.3.1. - St.79 Grabgrube in NO./SW.-Orientierung

(Details siehe Dokumentationsnachweis)

Anmerkungen: Die Grabgrube liegt über dem von uns vorgefundenen Planum 1 in St.5

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung angeschnitten. 


VI.4.5.3.2. - St.80 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Grabgrube liegt über dem von uns vorgefundenen Planum 1 in St.5

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.3.3. - St.81 gestörtes Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen:Im NW wird St.81 durch das Grab St.61, im SO durch das Grab St.60 und die Mauerausbruchgrube St.84 und von oben durch die Mauer St.28 gestört. 


VI.4.5.3.4. - St.82 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: St.82 liegt 0,30 m über dem Grab St.60.

Die Grabgrube liegt über dem von uns vorgefundenen Planum 1 in St.5

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört.


VI.4.5.4 - Grabbefunde in Schnitt St.21

VI.4.5.4.1. - St.83 Skelettgrab in NO./SW.-Orientierung

Anmerkungen: Die Grabgrube liegt über dem von uns vorgefundenen Planum 1 in St.21

Durch Bagger im Vorfeld der Grabung gestört. 


VI.5. - Sonstige Befunde

VI.5.1. - St.23 Brandlehmbefund:

Rechteckige Feuerstelle, Ausrichtung NO-SW (gleich der Kirchenachse), wird im NO von der Schnittkante von St.21 begrenzt.

In der Mitte eine 0,80m (NO-SW) x 0,70m (NW-SO) x 0,06m (Dicke) HK-Konzentration, bzw. -> tief schwarzer, toniger Lehm, fettig, schwarz schmierend, homogen, Einschlüsse: sehr feiner HK-Splitt.

Im SW und vor Allem auf der SO-Seite ist die HK-Konzentration umgeben von einer bis 0,10m breiten orangen Brandlehmschicht umgeben, SO davon zunehmend mit ockerfarbenem Lößlehm vermischt. Nach SW geht der Komplex nach einigen Zentimetern in ein schwarzgraues HK-Splitt/Lehmgemisch über (diese Schicht ist etwa 0,01m dick, 0,80m breit und erstreckt sich über das SW-Profil hinaus).

Meiner Meinung nach macht der Befund hier nicht den Eindruck eines Töpferofens. Wenn überhaupt, dann befinden wir uns höchstens in der Nähe eines Ofenzugangs.

In den SO + NO-Profilen von St.21 sieht man deutlich eine mehrfache Schichtung abwechselnd zwischen Brandlehm und HK-Bändern, was eindeutig für eine mehrfache Nutzung der Anlage spricht. Zu bemerken ist hier in jedem Falle auch, daß der Lößlehm, in dem sich die gebänderten Verfärbungen abspielen, scheinbar in den Boden eingebracht worden ist und man zwischen den einzelnen "Feuerungsphasen" anscheinend frischen Lößlehm überplaniert hat.

Im Bereich des oben beschriebenen HK-Splitt/Lehmgemischs wurden Bronze-, FE- und Tierknochenfragmente aufgefunden (siehe Fundnrn. unten).


VI.5.2. - St.1-24 Schnitt für Wiederbestattung des Knochenmaterials:

Bei 1-24 handelt es sich um einen 1m x 1,20m großen und 1m tiefen Schnitt in der Christina-Kapelle (NW des Chorbereiches), der zwecks Wiederbestattung des gesamten hier aufgefundenen Knochenmaterials von einem Arbeiter der Kirche angelegt worden ist. Es wurden 2 besonders gut erhaltene Schädel für diese "Zeremonie" von uns gesäubert.

Der Schädel der Bestattung St.37 (aus St.20-5-Schicht 3; siehe Dia Nr. 105 -> St.20-8; Beifund: #St.20-12;) hatte zwar zum Teil bis auf den Zahnschmelz stark schief abgenutzte (abgeschliffene) Zähne, aber im Gegensatz zum im Folgenden erwähnten Schädel hatte dieses Exemplar keine kariösen Beschädigungen des Gebisses); der Unterkiefer war mit 91° nahezu rechtwinklig. Der Schädel ist lediglich im Bereich des rechten Gehörganges leicht zersetzt, sonst unbeschädigt.

Der Schädel der Bestattung St.59 (aus St.5-6-Schicht 11; siehe Dia Nr. 106 -> St.5-6; Beifunde siehe Gräberübersicht) hatte deutlich weniger verschliffene, dafür stark kariöse Zähne (einige Backenzähne zu 60% zerstört); der mittlere Schneidezahn unten fehlte; Unterkiefer ebenfalls mit 92° nahezu rechtwinklig. Der Schädel zeigte darüber hinaus keinerlei Beschädigungen oder Zersetzungsspuren. (Zähne und optischer Erhaltungszustand des Schädelssprachen hier - ebenso wie beim Individuum des gestörten Nachbarbgrabes - für eine sehr spät neuzeitliche Bestattung; n.b.).

Die Profile von 1-24 zeigen deutlich eine 7-fache Kulturschichtung mit einem Estrich in halber Höhe. Siehe hierzu die Dias Nr. 107 ->NW-Profil + 108 ->SW-Profil (1-24). Der Schnitt wurde archäologisch nicht weiter bearbeitet.

VII. - Autoren

M. Perse - Stadtgeschichtliches Museum Jülich, 1998
N. Bartz - NB Archäologie & Graphik, 1998


Speziellen Dank für besondere Mitarbeit an:
E. Wawra - Fotographie Modul 8
V. Engelbrecht - Befundbearbeitung
H. Bartz - Fund- und Befundbearbeitung

L. Backer - Sigillatabestimmung
B. Päffgen - Münzbestimmung
O. Zanger - Bauhistorische Hintergrundinformationen


VIII. - Abbildungskatalog
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TitelblattTitelblatt: Sicht auf die Propsteikirche St. Mariäe Himmelfahrt von Norden (Kölnstraße) vor 1877 (nach Renard 1902, S. 108 Abb. 71)
Abb. 1Abb.1: Grabungsplan Propsteikirche Jülich 1997, (Original 1:100), Zeichnung: Norbert Bartz; St.1-32
../abb. 2Abb. 2: Bauzustand der Propsteikirche Jülich vor dem Umbau 1877 (Phase III-VII), M. ca. 1:150, Zeichnung: Wiethase (aus Renard 1902 S. 104 Abb. 68); St. 1-38
../abb. 3Abb. 3: Plan des neoromanischen Baues der Propsteikirche Jülich nach den Umbauten 1878 und 1899 (Phase VIII/IX), M. 1:200, Zeichnung: H. Renard (nach Kopien des Pfarrarchiv Jülich aus dem Kölner Diözesanarchiv); St.1-36
../abb. 4Abb. 4: Wiederaufbauplan der Propsteikirche Jülich 1950 mit Einzeichnung der einbezogenen Altsubstanz (Phase X), M. 1:200, Zeichnung: Peter Salm (nach Unterlagen im Pfarrarchiv Jülich); St.1-45
../abb. 5Abb. 5: Ausschnitt aus dem Katasterplan Jülich Innenstadt 1936 mit Synopse der Kirchenumrisse vor 1877 und nach 1899 (Phase VII und IX), M. 1:625 (nach Auszug Museum Jülich); St.1-46
../abb. 6Abb. 6: Lageplan der archäologischen Funde 1877, M. 1:400, Zeichnung: J. H. Kessel 1879 (nach Tholen 1975, S. 236 Abb. 2); St.1-47
../abb. 7Abb. 7: DGK-Übersichtsplan zur Lage der Töpferofenbefunde im Bereich Stiftsherrenstraße und Propsteikirche. M. 1:2500; St.1-48
../abb. 8Abb. 8: Aufnahme der 1925 in der Propsteikirche Jülich geborgenen Spolien von Jupitersäulen im Heimatmuseum im Hexenturm (10.6.1930), Foto: Schiffer (nach Repro Museum Jülich 89/4,25) ; St.1-51 
../abb. 9Abb. 9: Romanischer Weinlaubfries mit angearbeitetem Kapitell der Propsteikirche Jülich, Foto: Ernst Wawra; St.1-28
../abb. 10Abb. 10: Übersichtsplan der Untersuchungen von W. Haberey in der Propsteikirche Jülich 1951 auf der Grundlage der Karte zur Altstadtumlegung 1947 Block 4b, M. 1:500; Einzeichnungen: M. Perse; St.1-49 
../abb. 11Abb. 11: Funde aus den Gräbern St. 49, 59 und 58, Foto: Norbert Bartz; St.1-52
../abb. 12Abb. 12: Computerzeichnung: beschnitztes Knochenkreuz mit Bronzekorpus #5-11 aus den Händen der Bestattung St.59; M. = 2,75:1; St.59-7; Zeichnung: Norbert Bartz 1998
../abb. 13Abb. 13: Übersichtsplan der Grabungsbefunde zur Wohnbebauung im Zentrum des römischen vicus IVLIACVM an der römischen Hauptstraße. Hypocuastbefunde als Signatur. M. 1:1000, Entwurf: Marcell Perse, Zeichnung: Norbert Bartz 1998; St.1-37
../abb. 14Abb. 14: Planum und Profile B-C und G-E-C der bei den Ausschachtungen für die Pfeilerreihe an der Nordwestseite des Chores aufgedeckten Mauerbefunde von W. Haberey 27.6.1951, M. 1:50, Umzeichnung: Museum Jülich, W. Scharenberg (nach Originalen im Ortsarchiv RAB Bonn) ; St.1-50 
../abb. 15Abb. 15: Synopse der Kirchengrundrisse vor 1877 (Phase VII), nach 1899 (Phase IX) und heute (Phase X) mit Eintragung der Mauerbefunde zur Baugeschichte der Propsteikirche Jülich aus den Grabungen 1997 und 1951. M. 1:200, Entwurf: Marcell Perse, Zeichnung: Norbert Bartz; St.1-35
../abb. 16Abb. 16: Synopse der Kirchengrundrisse nach 1899 (Phase IX) und heute (Phase X) mit Eintragung der Mauerbefunde zur Baugeschichte der Propsteikirche Jülich aus den Grabungen 1997 und 1951. M. 1:200, Entwurf: Marcell Perse, Zeichnung: Norbert Bartz; St.1-33
../abb. 17Abb. 17: Synopse der Kirchengrundrisse vor 1877 (Phase VII) und heute (Phase X) mit Eintragung der Mauerbefunde zur Baugeschichte der Propsteikirche Jülich aus den Grabungen 1997 und 1951. M. 1:200, Entwurf: Marcell Perse, Zeichnung: Norbert Bartz; St.1-34
../abb. 18Abb. 18: Synopse der Kirchengrundrisse vor 1877 (Phase VII) und nach 1899 (Phase IX) mit Eintragung der Mauerbefunde zur Baugeschichte der Propsteikirche Jülich aus den Grabungen 1997 und 1951. M. 1:200, Entwurf: Marcell Perse, Zeichnung: Norbert Bartz; St.1-44
../abb. 19Abb. 19: Innenansicht der Propsteikirche, Phase IX, mit den aufgehenden Säulen der Stellen 11 u. 14, Blick Richtung Chor; Fotograf unbekannt; Abbildung entnommen aus "Jülich auf alten Fotos", H. Neumann, Jülich 1980; St.1-39
../abb. 20Abb. 20: 3 Außenansichten der Propsteikirche, Phase IX, verschiedene Blickrichtungen; Fotografen unbekannt; Abbildungen entnommen aus "Jülich auf alten Postkarten", H. Neumann, Jülich 1987
../abb. 21Abb. 21: Funde: terra sigillata, verziert: #5-29, #5-93, #5-98, #20-48, #21-51; Keramik mit Streifenbemalung: #20-33; Firnisware-Spruchbecher: #5-14; Elfenbeinhaarnadel: #20-70; Fotos und Collage: Norbert Bartz 1997
../abb. 22Abb. 22: Computerzeichnung; Übersicht der Schnitte St.2, 3, 4, 5, 20 u. 21 mit ihren Plana, Schema; Zeichnung: Norbert Bartz 1998; St.1-40
../abb. 23Abb. 23: Gesamtplan mit den Ergänzungen vom 03.06.1998; Zeichnung: Norbert Bartz 1997/1998; St.33, 85, 86 und 87; St. 1-60
../abb. 24Abb. 24: Synopse der Kirchengrundrisse nach 1899 (Phase IX, rot) und heute (Phase X, grau) mit Eintragung der Mauerbefunde zur Baugeschichte aus den Grabungen 1997 (schwarz), 1998 (blau schraffiert) und 1951 (grün schraffiert); Computerzeichnung: Norbert Bartz 1998; St.1-61
../abb. 25Abb. 25: Plan des neoromanischen Baues der Propsteikirche Jülich nach den Umbauten 1878 und 1899 (Phase VIII/IX), Zeichnung: H. Renard (nach Kopien des Pfarrarchiv Jülich aus dem Kölner Diözesanarchiv); mit den Befunden St.33, 85-87 des Außenschnittes vom 03.06.1998; Computerzeichnung: Norbert Bartz 1998; St. 1-62


IX. - Zeichungskatalog
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Stelle 2-5Schnitt St. 2-5, Planum 1; mit den Stellen 6/7, 8, 9, 10, 11 und 12.
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 3-5Schnitt St. 3-5, Planum 1; mit den Mauern St. 13, 14, 15, 16, 17 und 27 (Gräber 18 -19).
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 3-14Schnitt St. 3-14, Profil SW; mit den Mauern St. 15, 17 und 27 (Grab St.19).
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 4-6Schnitt St. 4-6, Planum 1; annexapsidiale Außenmauer mit innenseitiger Fußbodensubstruktion.
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 5-6Schnitt St. 5-6, Planum 1; mit dem gemauerten Befund St. 28, Mauer St.29 und den Bestattungen St. 58 und 59.
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 5-136Schnitt St.5-136, Planum 6; mit den Mauern St.30 und 31 sowie dem Hypocaustum St.32.
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 5-137Schnitt St. 5-137,Planum 7 mit der Hypocaustanlage St.32 und den Mauern St. 30 + 31, 33 + 34 (und 29).
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 5-16Schnitt St. 5-16, Profil NW; mit Mauern St. 29, 31, 33 und 34.
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997
Stelle 21-45Schnitt St.21-45, Planum 5; mit Mauern St. 24, 25 und 26; Gräber St. 52, 53, 54, 55, 56 und 57.
Zeichnung: Norbert Bartz, 1997


X. - Fotokatalog
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Stelle 1-20St.1-20 (Dia 44): Blick in das innere der Propsteikirche 1997 mit Chor und Schnitt St.5.
Foto: Norbert Bartz, 1997

Stelle 2-23/6St. 2-23 (Dia 6): NO-Profil mit Mauer St.9; im Vordergrund Mauer St.6.
Foto: Ernst Wawra, 1997

Stelle 2-23/10St. 2-23 (Dia 10): SW-Profil mit den Mauern St.9 und 12; im Vordergrund Mauer St.6.
Foto: Ernst Wawra, 1997

Stelle 2-23/11St. 2-23 (Dia 11): NW-Profil mit den Mauern St.10, 11 und 12; im Vordergrund Mauer St.6.
Foto: Norbert Bartz, 1997

Stelle 20-3St.20-3 (Dia 30). Schnitt St.20/Pl.1 mit der Grabkiste St.22, Brandstelle St.23 und den GräbernSt.35, 36, 37, 38 und 39.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 3-21/14St. 3-21 (Dia 14): NO-Profil mit den Mauern St.15 und 27; im Vordergrund St.13.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 3-21/16St. 3-21 (Dia 16): SW-Profil mit den Mauern St.15, 16, 17 und 27; im Vordergrund Mauer St.13.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 4-2St. 4-2 (Dia 21): Annexapsidiale Außenmauer der Phase VIII/IX.
Foto: Ernst Wawra, 1997

Stelle 5-132St.5-132 (Dia 77) Schnitt St.5/Pl.5 mit den römischen Mauern St.30 und 31 und der Hypocaustanlage St.32.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 5-134St.5-134 (Dia 82) Schnitt St.5/Pl.6 mit den römischen Mauern St.30 und 31 und Hypocaustanlage St.32.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 5-149St.5-149 (Dia93) Schnitt St.5/Pl.7 mit den römischen Mauern St.31 und 32 und Hypocaustanlage St.32.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 5-158St.5-158 (Dia 87) Teil der Abdeckung der Hypocaustanlage St.32 - nach Bergung, Ansicht der Unterseite.
Foto: Ernst Wawra, 1997
Stelle 85-12St. 85-12 (Dia.-Nr. 124, 125): Mauer St.87, NO.- Profil, im Vordergrund Mauer St.86 (Ergänzung vom 03.06.1998).
Foto: Norbert Bartz, 1998
Stelle 85-1685-16 (Dia.-Nr. 130, 131): SO-Profil, NW-Außenseite des Mauerpfeilers St.33 (Ergänzung vom 03.06.1998).
Foto: Norbert Bartz, 1998

XI. - Dokumentationsnachweis

XI.1.a) Stellenübersicht: NW 1997/1038

XI.1.a.1.) 6 Grabungsschnitte:

St. Schnittart Lage
2Baggerschnitt f. EmporenträgersubstruktionSO-Seitenschiff vor Turm (mit Mauern St.6-12 u. Gräber St.67-72)
3Baggerschnitt f. EmporenträgersubstruktionNW-Seitenschiff v. Turm (mit Mauern St.13-17, 27 u. Gräber St.18/19, St.73-78)
4Baggerschnitt für HeizungselementChristina-Kapelle, NW des Chors (mit Mauer- und Fußbodenbefund)
5Baggerschnitt für HeizungselementSW vor Treppenaufgang zur Christina-Kapelle im NW-Seitenschiff (mit Mauern St.28-34 u. Gräber St.58-66, St.79-82)
20Baggerschnitt für Heizungselementdirekt SO von St. 2 (mit Brandstelle St.23 u. Gräber St.22, St.35-42)
21Baggerschnitt für Heizungselementdirekt NW von St. 3 (mit Mauern St.24-26 u. Gräber St.43-57)

XI.1.a.2.) 23 Mauerbefunde:

St. Befundartin Stelle; Bemerkung
6NZ.-MauerSt.2; Fundament für Träger der Vorgänger-Orgelempore, Phase IX
7NZ.-MauerSt.2; Fundamentsockel von St. 6, Phase IX
8röm.-MauerSt.2; von St. 6 überbaut
9MA.-MauerSt.2; Streifenfundament, SO-Seitenschiff/Mittelschiffabgrenzung der Phase VII
10MauerSt.2; nicht in der Flucht der Kirchenbausubstanz, wird von St. 11 gestört
11NZ.-MauerSt.2; Fundament für Träger der Vorgänger-Orgelempore, v. St. 11 gestört, Phase IX
12MA.-MauerSt.2; Fundam. f. Träger der Vorgänger-Sängerempore, Bauzusammenh. mit St. 9, Phase VII
13NZ.-MauerSt.3; Fundament für Träger der Vorgänger-Orgelempore, Phase IX
14NZ.-MauerSt.3; Fundament für Träger der Vorgänger-Orgelempore, Phase IX
15MA.-MauerSt.3; Streifenfundament, NW-Seitenschiff/Mittelschiffabgrenzung der Phase VII
16MA.-MauerSt.3; möglicher zeitlicher Zusammenhang mit St. 24
17MauerSt.3; wird von St. 15 + 27 gestört
24MA-MauerSt.21; zieht unter St. 25, möglicher zeitlicher Zusammenhang mit St. 16
25MA.-MauerSt.21; Kirchenaußenmauer, Pfeiler, Phase VII, 3-Phasig
26MA-MauerSt.21; Kirchenaußenmauer Phase VII
27MA.-MauerSt.3; Verbreiterung von St.15 im Baugrubenbereich von St.15, Phase VII
28MauerSt.5; möglicherweise Grabkiste, Aussehen wie Grabkiste St.22
29MA.-MauerSt.5; Kirchenaußenmauer Phase VII, 3-Phasig
30röm. MauerSt.5; stößt an St. 31, SO-Begrenzung der Hypocaustanlage St.32
31spätröm. MauerSt.5; stößt an St. 30, NO-Begrenzung der Hypocaustanlage St.32
32spätröm. HypocaustanlageSt.5; wird von St. 30 + 31 begrenzt
33NZ-MauerSt.5; Kirchenaußenmauer Vorgänger, Pfeiler, Phase IX
34NZ-MauerSt.5; Kirchenaußenmauer Vorgänger, Gewölbe, Phase IX


XI.1.a.3.) 35 Grabbefunde:

St.dokumentiert unterPl.Befundart / # Funde / Bemerkung
183-5-Schicht 16Pl. 1Grabgrube mit Skelettrest
193-5- Schicht 9, 3-14- Schicht 8Pl. 1Skelettgrab; 2 Individuen; Kinderrippen + 2 Unterschenkel eines Erwachsenen
2220-5- Schicht 9Pl. 1gemauerte Grabkiste mit Leichenbrandfüllung mehrerer Individuen; stört St.23 u. St.35
3520-5- Schicht 1Pl. 1Skelettgrab, wird von St. 22 gestört
3620-5- Schicht 2Pl. 1Skelettgrab; # 20-11, # 20-13, # 20-14
3720-5- Schicht 3Pl. 1Skelettgrab; # 20-12
3820-5- Schicht 4Pl. 1Skelettgrab (hier nur Schädel)
3920-5- Schicht 5Pl. 1Skelettgrab
4020-18- Schicht 1Pl. 2Skelettgrab; # 20-20, # 20-21, # 20-22, # 20-23, # 20-24
4120-18- Schicht 6Pl. 2Skelettrest
4220-18- Schicht 8Pl. 2Skelettgrab
4321-5- Schicht 1Pl. 1Skelettgrab; Blick nach SW
4421-5- Schicht 2Pl. 1Skelettgrab
4521-5- Schicht 3Pl. 1Skelettgrab; #St.21-7, Pingsdorfer Wellenfuß, 10. -12. Jahrhundert
4621-14- Schicht 1Pl. 2Skelettgrab; #St.21-17
4721-14- Schicht 2Pl. 2Skelettgrab; #St.21-16

weitere Grabbefunde:

St. dokumentiert unter Pl. Befundart / # Funde / Bemerkung
4821-22- Schicht 6Pl. 3Skelettgrab; #St.21-32 u. 33
4921-22- Schicht 8Pl. 3/4Skelettgrab; #St.21-26 (Bronzekreuz im Brustbeinbereich; Abb. 11,1), #St.21-34 u. 35
5021-39- Schicht 3APl. 4Skelettrest; Kindergrab; Blick scheinbar nach SW
5121-39- Schicht 3BPl. 4Skelettrest; Kindergrab; Blick scheinbar nach NO
5221-45- Schicht 1Pl. 5Skelettgrab, #St.21-49
5321-45- Schicht 5Pl. 5Skelettgrab; Kindergrab
5421-45- Schicht 6Pl. 5Grabgrube mit Skelettrest; #St.21-50
5521-45- Schicht 8Pl. 5Skelettgrab; Kindergrab
5621-45- Schicht 2Pl. 5Grabgrube ohne Bestattung; (ohne Grabefundaufnahme-Formblatt)
5721-45- Schicht 9Pl. 5Grabgrube ohne Bestattung (liegt unter St. 25); (ohne Grabefundaufnahme-Formblatt)
585-6- Schicht 8Pl. 1Skelettgrab, Frau; #St.5-9, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 27, 35 (Edelstein besetztes Silbermedaillon), #St.5-36 u. 37
595-6- Schicht 11Pl. 1Skelettgrab, Mann; #St.5-11 (beschnitztes Knochenkreuz mit Bronzekorpus; Abb. 11,2; Abb.12), #St.5-22, 23, 24, 25 u. 26
605-42- Schicht 1Pl. 2Skelettgrab; #5-53
615-42- Schicht 3Pl. 2Grabgrube mit Skelettresten mehrerer Individuen; #St.5-46, 47, 51, 65 u. 66
625-42- Schicht 4Pl. 2Störung mit Skelettresten von St.58 u. St.61; #St.5-49 u. 50
635-42- Schichten 5 + 6Pl. 2Skelettgrab; #St.5-10 u. 48; Blick nach SW
645-70- Schicht 6Pl. 3Grabgrube mit Skelettrest; #St.5-77
655-88- Schicht 7Pl. 4Grabgrube mit Skelettrest; Kindergrab; Blickrichtung nicht feststellbar; #St.5-95
665-88- Schicht 8Pl. 4Grabgrube mit Skelettrest; Kindergrab; Blick scheinbar nach SW; #St.5-106, 110 u. 111


XI.1.a.4.) 21 unbegrabene Gräber: (Die folgenden Gräber wurden durch Baggerarbeiten im Vorfeld der Grabung gestört, jedoch in den Profilen von St. 2, 3, 5 + 21 erfaßt.)

St.dokumentiert unter Pl./Pr.Befundart / # Funde / Bemerkung
672-5- Schicht 10Pl. 1Grabgrube mit Skelettrest; #St.2-18 + 19; siehe auch NW-Profil 2-12-Schicht 2
682-5- Schicht 16Pl. 1Skelettgrab
692-10- Schicht 4SO-ProfilSkelettrest; am SW-Rand der Zeichnung, siehe auch SW-Pr. 2-11-Schicht 3, Sargreste
702-11- Schicht 3SW-ProfilSkelettspuren von 2 Individuen in 2 Etagen, ohne 2-10-Schicht 4
712-13- Schicht 1NO-ProfilSkelettspuren von 2 Individuen in 2 Etagen; #St.2-24
722-13- Schicht 5NO-ProfilSkelettgrab; #St.2-26
733-12- Schicht 5NO-Profil3 Skelettgräber; eine davon mit Blick nach SO
743-12- Schicht 7NO-Profilmögliche Grabgrube
753-12- Schicht 13NO-ProfilSkelettgrab
763-13- Schicht 7SO-Profilmöglicher Grabbefund; hier nur Sargreste
773-13- Schicht 8SO-ProfilGrabbefund mit Sargresten und 1 Oberschenkel
783-14- Schicht 6SW-ProfilGrabgrube
795-154- Schicht 16NO-ProfilGrabgrube mit Sargresten
805-162- Schicht 16SW-ProfilSkelettgrab; #St.5-166 u. 168
815-162- Schicht 19SW-ProfilGestörtes Skelettgrab; #St.5-165
825-164- Schicht 5SO-ProfilSkelettgrab
8321-65- Schicht 2SW-ProfilSkelettgrab


XI.1.a.5.) Sonstige Befunde:

St. Befundart in Stelle (Bemerkung)
23BrandlehmbefundSt.20
84MauerausbruchgrubeSt.5, SO.-Profil
1-24Wiederbestattungsgrubein der Christina-Kapelle, NW-Chorjoch, Beobachtung von 7 Kulturschichten
1-41Schnitt f. HeizungselementNordwestlicher Altarbereich, ohne Befund
1-42Schnitt f. Heizungselementsüdöstlicher Altarbereich, ohne Befund
1-43Schnitt f. HeizungselementSüdöstliches Seitenschiff, vor dem Treppenaufgang zur SO-Chorjoch, ohne Befund


XI.1.b) terra sigillata - Übersicht (25 TS-Fragmente):

Fund-Nr aus StelleScherbentyp, aus Befund
2-2921 RS, 1 WS, Streufunde
5-135-6-(10)1 RS aus St.5-6-Schicht 10
5-25591 WS aus St.59 (St.5-6- Schicht 11)
5-3051 WS verziert, Streufund beim Anlegen von Planum 1
5-455-42-(2)1 RS, 1 WS aus St.5-42-Schicht 2
5-765-70-(2)1 BS aus St.5-70-Schicht 2
5-795-70-(9)1 WS aus St.5-70-Schicht 9
5-815-70-(7)1 RS aus St.5-70-Schicht 7
5-925-88-(2)1 BS aus St.5-88-Schicht 2
5-935-88-(11)2 WS, 1 RS, alle 3 verziert, Fragmente des selben Gefäßes, aus St.5-88-Schicht 11 (Abb. 21)
5-985-88-(1)1 WS mit Rädchenverzierung aus St.5-88-Schicht 1, wildes Schrägstrichmuster der Hübener Gruppe 3 (Abb. 21)
5-1045-88-(4)1 WS aus St.5-88-Schicht 4
20-48233 RS, 2 WS mit Rädchenverzierung a. HK-Schicht v. St.23 (zw. Pl.1 + 2): 1 Schüsselfragment Chenet 320 mit Stempel Chenet 322, 4.-5. Jh.; 1 Schüsselfragment Chenet 320 mit Stempel Unverzagt/Chenet 53, E.4./A.5. Jahrhundert (Abb. 21)
20-68201 RS verziert, Streufund
21-5121-45-(7)1 WS mit Rädchenverzierung: Schüssel Chenet 320 mit Stempel Unverzagt/Chenet 86, E.4./A.5. Jahrhundert; 1 RS; aus St.21-45-Schicht 7; siehe auch Abb. 21
21-53211 RS, Streufund beim Anlegen von Planum 5


XI.1.c) 15 weitere besondere Funde:

Fund-Nraus StelleFundtyp aus Befund
5-861Knopf aus Grab St.61 (aus St.5-6-Schicht 6 -> Grabgrube der Bestattung St.61 = St.5-42-Schicht 3)
5-958Knopf aus Grab St.58 (St.5-6-Schicht 8)
5-1063Knopf aus Grab St.63 (aus St.5-6-Schicht 9 -> Grabgrube der Bestattung St.63 = St.5-42-Schicht 6)
5-1159Beschnitztes Knochenkreuz mit Bronzekorpus aus den Händen der Bestattung St.59 (St.5-6-Schicht 11; Abb. 11,2; Abb.12)
5-3558Edelsteinbesetztes (Silber-) Medaillon aus den Händen der Bestattung St.58 (St.5-6-Schicht 8; Abb. 11,3)
5-3658Knopf unter dem Becken der Bestattung St.58 (St.5-6-Schicht 8)
5-6561Knopf aus Grab St.61 (St.5-42-Schicht 3)
5-6661(Zinn-) Knopf aus Grab St.61 (St.5-42-Schicht 3)
5-1025-88-(6)(Silber-) Stecknadel aus St.5-88-Schicht 6
20-3620-30-(3)4 spätröm. Münzen aus spätröm. Trümmerschicht St.20-30-Schicht 3
20-7020-30-(3)Elfenbeinhaarnadel aus spätröm. Trümmerschicht St.20-30-Schicht 3 (Abb. 21)
21-2649kreuzförmiger Bronzeanhänger vom Brustbein der Bestattung St.49 (St.21-22-Schicht 8; Abb. 11,1)


XI.2. Grabungsschnitte

XI.2.1. Schnitt St.2 (im Bereich des südlichen Emporenträgers; mit den Mauern St.6 bis St.12 und den Gräbern St.67 bis St.72)

Zeichnungen: 2-5: Planum 1; 2-10: SO-Profil; 2-11: SW-Profil; 2-12: NW-Profil; 2-13: NO-Profil

Fotos: 2-3: Planum 1; 2-4: NW-Profil; 2-7: NW-, SO- + SW-Profil; 2-8: NW-, NO- + SO-Profil; 2-23: SO-, SW- + NW-Profil

Beifunde: #2-16: Keramik röm.: 6 WS (1 WS mit Henkelansatz), 1 BS, aus Planum 1 -> 2-5-Schicht 8; #2-17: Keramik röm.: 6 WS, 1 BS, 1 RS, aus Planum 1 -> 2-5-Schicht 6; #2-18: Keramik röm.: 1 WS, 1 RS, aus Planum 1 -> 2-5-Schicht 10 (St.67); #2-19: Keramik: 1 Tonpfeifenstiel aus Planum 1 -> 2-5-Schicht 10 (St.67); #2-20: Keramik röm.: 1 RS aus SO-Profil 2-10-Schicht 7; #2-21: Keramik röm.: 1 RS aus SO-Profil 2-10-Schicht 6; #2-22: Keramik röm.: 1 WS aus SO-Profil 2-10-Schicht 6; #2-24: 1 Bodenkachelfragment aus NO-Profil 2-13-Schicht 1, aus St.71; #2-25: Keramik röm.: 1 WS aus NO-Profil 2-13-Schicht 4; #2-26: Keramik röm.: 1 WS aus NO-Profil 2-13-Schicht 5 aus St.71; #2-27: Keramik röm.: 1 RS, 2 WS, aus SW-Profil 2-11-Schicht 2; #2-29: Keramik: röm.: 9 RS, 1 BS, 9 WS (1 T.S.); NZ: 1 RS, 1 BS, 2 Henkel, 1 WS; 8 WS Streufunde; #2-30: FE: 1 Sarggriff, Streufund



XI.2.2. Schnitt St.3 (im Bereich des westlichen Emporenträgers; mit den Mauern St.13 bis St.17 u. St.27 und den Gräbern St.18 + 19 und St.73 bis St.78)

Zeichnungen: 3-5: Planum 1; 3-11: NW-Profil; 3-12: NO-Profil; 3-13: SO-Profil; 3-14: SW.-Profil

Fotos: 3-3: Planum 1; 3-4: Planum 1; 3-9: NW-, NO-, SO- + SW-Profil; 3-10: NW-, NO-, SO- + SW-Profil; 3-21: NO-, SO-, SW- + NW-Profil

Beifunde: #3-15: Keramik: 2 WS (1 bemalt), 1 RS, aus 3-5-Schicht 9 (St.19); #3-16: Keramik: 3 WS aus 3-5-Schicht 6; #3-17: Keramik: 1 WS aus 3-5-Schicht 3; #3-18: Keramik: 1 BS aus 3-5-Schicht 14; #3-22: Keramik: 1 WS aus SW-Profil 3-14-Schicht 1; #3-24: Glas: 6 Fragmente aus 3-5-Schicht 8; #3-25: Keramik: 1 Tonpfeifenstiel aus 3-5-Schicht 8; #3-26: Keramik: 8 WS (1 bemalt), 1 BS, 4 RS, Streufunde; #3-27: FE: 8 Nägel; Streufunde aus Planum 1 (vor NW-Profil); #3-28: Textil: 1 Gewebefragment aus Planum 1, Streufund; #3-29: Tierknochen: 2 Tierzähne aus Planum 1, Streufund



XI.2.3. Schnitt St.4 mit Mauer- und Fußbodenbefund (in der Kappelle im nördlichen Chorbereich)

Zeichnungen: 4-6: Planum 1; 4-7: SW-Profil; 4-10: NO-Profil; 4-16: Planum 2

Fotos: 4-2: Planum 1; 4-3: Planum 1; 4-4: SW- + NO-Profil; 4-5: SW- + NO-Profil; 4-14: Planum 2; 4-15: Planum 2

Beifunde: keine



XI.2.4. Schnitt St.5 (vor dem Treppenaufgang zur Kappelle im Chorbereich; mit den Mauern St.28 bis St.34 und den Gräbern St.58 bis St.66, St.79 bis St.82)

Zeichnungen: 5-6: Planum 1; 5-42: Planum 2; 5-59: Zwischenplanum (2->3); 5-70: Planum 3; 5-88: Planum 4; 5-115: Planum 5; 5-128: Querprofil in Planum 5 (Hypocaustanlage); 5-136: Planum 6; 5-137: Planum 7; 5-153: NW-Profil; 5-154: NO-Profil; 5-162: SW-Profil; 5-163: NW-Profil (nach Abriß von St.29); 5-164: SO-Profil; 5-165: Planum 6, Querschnitte Hypocaustum

Fotos: 5-4: Planum 1; 5-5: Planum 1; 5-6: Schädel aus 5-6-Schicht 11 (St.59); 5-40: Planum 2; 5-41: Planum 2; 5-57: Zwischenplanum (2->3); 5-58: Zwischenplanum (2->3); 5-68: Planum 3; 5-69: Planum 3; 5-86: Planum 4; 5-87: Planum 4; 5-108: Zwischenplanum (4->5); Kindergrab; 5-109: Zwischenplanum (4->5), Kindergrab; 5-113: Planum 5; 5-114: Planum 5; 5-129: Hypocaustum (Nahaufnahme); 5-130: Hypocaustum (Nahaufnahme); 5-132: Planum 5; 5-133: Planum 5; 5-134: Planum 6; 5-135: Planum 6; 5-138: Hypocaustum (St.32); 5-139: Hypocaustum (St.32); 5-142: Hypocaustpfeiler; 5-143: Hypocaustpfeiler; 5-144: Hypocaustpfeiler; 5-145: Hypocaustpfeiler; 5-147: Hypocaustum (St.32), Blick -> NW, SW, NO; 5-148: Hypocaustum (St.32), Blick -> NW, SW, NO; 5-149: Hypocaustpfeiler mit Sichtmauerwerk St.31, Blick -> NO; 5-150: Hypocaustum mit Mauern St.30 + 31; 5-151: Planum 6; 5-152: NW- + NO-Profil; 5-153: NW-Profil; 5-154: NW-Profil; 5-156: NW-Profil nach Abriß v. St.29; 5-157: NW-Profil nach Abriß von St.29 5-158: Planum 7 (nach NW erweitert); 5-159: Planum 7 (nach NW erweitert); 5-160: SW-, SO- + NW-Profil; 5-161: SW + SO-Profil

Beifunde: #5-8: Metall: Knopf aus 5-6-Schicht 6; Planum 1; aus Grabgrube der Bestattung 5-42-Schicht 3 (St.61); #5-9: Metall: Knopf aus 5-6-Schicht 8; Planum 1; zw. den Füßen d. Bestattung 5-6-Schicht 8 (St.58); #5-10: Metall: Knopf aus 5-6-Schicht 9; Planum 1; aus Grabgrube der Bestattung 5-42-Schicht 6 (St.63); #5-11: beinernes Kreuz, beschnitzt, mit Bronze-Korpus; aus den Händen der Bestattung 5-6-Schicht 11 (St.59; siehe auch Abb. 11,2 und Abb.12); #5-12: FE: 3 Nägel aus 5-6-Schicht 5; #5-13: Keramik: 5 WS, 1 WS verziert, 2 RS (1 x T.S.) aus 5-6-Schicht 10; #5-14: Keramik: 1 WS rot, 1 WS grau,, 1 RS schwarz gestrichen und weiß bemalt aus 5-6-Schicht 5 (Abb. 21); #5-15: Glas: leicht irisierend: 3 Gefäßfragmente, 1 Fensterscheibenfragment aus 5-6-Schicht 8; #5-16: Metall: 2 Stecknadeln aus 5-6-Schicht 8; beide Nadeln mit gestauchtem Kopf (Maschinenfabrikation) (St.58); #5-17: Metall: 1 Dorn aus 5-6-Schicht 8 (Schnallendorn) (St.58); #5-18: Kupfer: 1 Riehmenzungenbeschlagfragment aus 5-6-Schicht 8 (St.58); #5-19: Keramik: 4 WS (1 mit Salzglasur außen, 1 mit Salzglasur innen und außen) aus 5-6-Schicht 8 (St.58); #5-20: FE: 35 Nägel aus 5-6-Schicht 8 (teilweise mit Holzresten, Sarg) (St.58); #5-21: FE: 5 Nagelfragmente aus 5-6-Schicht 9; #5-22: Metall: 3 Stecknadeln aus dem Brustbereich d. Bestattung 5-6-Schicht 11; alle 3 mit Kopf (2 davon gestaucht) (St.59); #5-23: FE: 1 Dornfragment aus dem Beckenbereich der Bestattung 5-6-Schicht 11; Schnallendorn (St.59); #5-24: Glas: 1 braunes Stk. aus der Bleiverglasung (Kanten z.T. bearbeitet), 1 Flakonfragment, 2 irisierende Gefäßfragmente, 1 Fensterscheibenfragment (braun, sehr dünn) aus 5-6-Schicht 11 (St.59); #5-25: Keramik: 1 WS (T.S.), 2 WS (MA), 2 WS (NZ, glasiert) aus 5-6-Schicht 11 (St.59); #5-26: FE; 9 Nägel aus 5-6-Schicht 11 (z.T. mit anhaftenden Holzresten, Sarg) (St.59); #5-27: Tierhaar: Kopfunterlage aus Roßhaar unter dem Schädel v. 5-6-Schicht 8 (Kissenfüllung) (St.58); #5-28: Glas: 2 Gefäßfragmente aus 5-6-Schicht 9 (Antikglas); #5-29: Keramik: 1 RS m. Henkelansatz (innen + außen rot bemalt), 1 BS, 1 RS, 1 WS, aus 5-6-Schicht 3 (Abb. 21); #5-30: Keramik: 7 WS, 1 WS verziert (T.S.), 1 WS glasiert (NZ), Streufunde beim Anlegen von Pl. 1; #5-31: Glas: 4 Antikglasfragmente; Streufunde beim Anlegen von Planum 1; #5-32: FE: 15 Nägel; Streufunde beim Anlegen von Planum 1; #5-33: Knochen: 1 Nadelfragment aus 5-6-Schicht 3; #5-34: Tierknochen: 2 Tierzähne aus 5-6-Schicht 10; #5-35: Edel(?)-Metall: Medaillon aus den Händen der Bestattung 5-6-Schicht 8; mit Edel- oder Glassteinen in Drahtfassung umrahmt. In der Mitte zwei aufeinander liegende geschliffene Glasplättchen mit Papierresten dazwischen (St.58; siehe auch Abb. 11,3); #5-36: Metall: 1Knopf und 1 Buntmetallnadelfragment (Schnallendorn) unter dem Becken der Bestattung 5-6-Schicht 8 (St.58); #5-37: Knochen: gebohrtes Fragment (Produktionsabfall); Metall: Stecknadelfragment aus 5-6-Schicht 8 (St.58); #5-45: Keramik röm.: 3 RS (1 T.S.), 4 WS aus 5-42-Schicht 2; #5-46: Keramik röm.: 1 RS, 1 BS (St.61) aus 5-42-Schicht 3 (SW-Bereich); #5-47: Keramik: 3 WS (1 bemalt) aus 5-42-Schicht 3 (NO-Ende) (St.61); #5-48: Keramik: 4 WS aus 5-42-Schicht 6 (St.63); #5-49: Keramik röm.: 1 RS; 1 poliertes Steinzeugfragment aus 5-42-Schicht 4 (St.62); #5-50: FE: 7 Nägel aus 5-42-Schicht 4 (St.62); #5-51: FE: 7 Nägel aus 5-42-Schicht 3 (St.61); #5-52: FE: 12 Nägel aus 5-42-Schicht 6 (St.63); #5-53: FE: 3 Nägel aus 5-42-Schicht 1, Fußbereich (St.60); #5-54: Glas: 3 Fragmente aus 5-42-Schicht 9; #5-60: FE: 3 Nägel aus 5-59-Schicht 2; #5-61: FE: 13 Nägel aus 5-59-Schicht 4; #5-62: Keramik: 1 WS aus 5-59-Schicht 2 (SW-Bereich); #5-63: Keramik: 1 RS aus 5-59-Schicht 2 (NO-Bereich); #5-64: Keramik: 7 WS, 1 Kachelfragment aus 5-59-Schicht 3 und Schicht 5; #5-65: Metall: Knopf aus 5-42-Schicht 3, unmittelbar unter Planum 2 (St.61); #5-66: Metall: Zinnknopf aus 5-42-Schicht 3, unmittelbar unter Planum 2 (St.61); #5-73: Keramik: 1 WS aus 5-70-Schicht 8; #5-74: Keramik: 1 BS aus 5-70-Schicht 4; #5-75: Keramik: 3 WS, 1 RS aus 5-70-Schicht 2 (SW-Bereich); #5-76: Keramik röm.: 1 BS (T.S.) aus 5-70-Schicht 2; #5-77: Wandputz röm.: bemalt aus 5-70-Schicht 6 (St.64); #5-78: Glas: 1 Fragment aus 5-70-Schicht 2 (SW-Bereich); #5-79: Keramik: 3 WS (1 T.S.) Streufunde aus 5-70-Schicht 9; #5-80: Keramik: 2 WS aus 5-70-Schicht 8; beim Anlegen von Planum 3; #5-81: Keramik: 7 WS, 2 RS (1 T.S.), aus 5-70-Schicht 7; beim Anlegen von Planum 3; #5-82: Keramik: 1 WS aus 5-70-Schicht 5; beim Anlegen von Planum 3; #5-83: Glas: 2 Fragmente aus 5-70-Schicht 7; beim Anlegen von Planum 4; #5-92: Keramik: 1 BS (T.S.) aus 5-88-Schicht 2; #5-93: Keramik röm.: 2 WS (T.S., davon 1 verziert), 1 RS (T.S. verziert), aus 5-88-Schicht 11 (Abb. 21); #5-94: Tierknochen: 1 Tierzahn aus 5-88-Schicht 11; #5-95: FE: 3 Nägel aus 5-88-Schicht 7 (St.65); #5-96: FE: 4 Nägel aus 5-88-Schicht 4; beim Anlegen von Planum 4; #5-97: Keramik: 9 WS aus 5-88-Schicht2; beim Anlegen von Planum 4; #5-98: Keramik: 2 WS (1 T.S. mit wildem Schrägstrichmuster der Hübener Gruppe 3) aus 5-88-Schicht 1; beim Anlegen von Planum 4 (Abb. 21); #5-99: Ziegel: 1 Wandziegelfragment aus 5-88-Schicht 1; beim Anlegen von Planum 4; #5-100: Tierknochen: 2 Tierzähne aus 5-88-Schicht 1; beim Anlegen von Planum 4; #5-101: FE: 1 Nagel aus 5-88-Schicht 1; beim Anlegen von Planum 4; #5-102: Edel(?)-Metall: 1 Silberstecknadel (Kopf = aufgedrehter Draht) aus 5-88-Schicht 6; beim Feinputzen von Planum 4; #5-103: Glas: 10 Fragmente aus 5-88-Schicht 4; beim Feinputzen von Planum 4; #5-104: Keramik: 3 WS (1 T.S.) aus 5-88-Schicht 4; beim Feinputzen von Planum 4; #5-105: Keramik: 4 WS aus 5-88-Schicht 9; beim Feinputzen von Planum 4; #5-106: Keramik: 17 WS Streufunde aus 5-88-Schichten 8, 9 + 10, beim Anlegen von Planum 4; #5-107: Glas: 9 Fragmente aus 5-88-Schicht 2; beim Anlegen von Planum 4; #5-110: Keramik: 1 WS aus 5-88-Schicht 8; beim Anlegen von Planum 5 (St.66); #5-111: FE: 1 Nagel aus 5-88-Schicht 8; beim Anlegen von Planum 5 (St.66); #5-119: Keramik: 2 WS aus Mauerausbruchgrube 5-115-Schicht 6; #5-120: Keramik: 19 WS (davon 2 schwarz + verziert), 2 RS; 2 Wandziegelfragm., aus 5-115-Schicht 7; #5-121: Bronze: 3 Fragmente aus 5-115-Schicht 7; #5-122: Glas: 1 Fragment aus 5-115-Schicht 7; #5-123: Keramik: 6 WS ( 1 verziert) aus 5-115-Schichten 2 + 3; #5-124: Keramik: 1 WS verziert aus 5-115-Schicht 1; #5-125: FE: 8 Nägel aus Mischhorizont direkt über Planum 5, im Bereich von 5-115-Schicht 7; #5-126: Keramik: 10 WS, 1 BS, 2 RS, 1 Henkelfragment aus Mischhorizont direkt über Planum 5, im Bereich von 5-115-Schicht 9; #5-127: Tierknochen: 1 Tierzahn aus Mischhorizont direkt über Planum 5 im Bereich von 5-115-Schicht 9; #5-140: Ziegel röm.: 1 Hypocaustziegel, 1 Hypocaustpfeilerabschlußplatte mit Pfotenabdruck; #5-141: Keramik röm.: 1 RS, 1 WS, aus Asche im Hypocaustum; #5-164: Keramik: 1 RS aus SW-Profil 5-162-Schicht 4; #5-165: Keramik: 1 WS aus SW-Profil 5-162-Schicht 19 (St.81); #5-166: FE: 1 Sarggriff aus SW-Profil 5-162-Schicht 16 (St.80); #5-167: FE: 3 Nägel aus SW-Profil 5-162-Schicht 17; #5-168: FE: 1 Nagel aus SW-Profil 5-162-Schicht 16 (St.80); #5-169: Keramik röm.: 1 RS aus NW-Profil 5-153-Schicht 10; #5-170: Tierknochen: 1 Tierzahn aus NW-Profil 5-153-Schicht 7; #5-171: Keramik: röm.: 2 RS, 3 WS (1 T.S.); NZ.: 1 WS, aus NW-Profil 5-153-Schicht 5; #5-172: Keramik röm.: 1 WS aus 5-153-Schicht 6; beim Zurücklegen des NW-Profils; #5-173: Ziegel röm.: 5 Fragm. (Wandheízung); Streufunde aus röm. Horizont SW-Profil 5-162-Schicht 2; #5-174: Keramik röm.:1 WS; 1 FE-Fragment, aus 5-153-Schicht 5; beim Zurücklegen des NW-Profils



XI.2.5. Schnitt St.20: (direkt südöstlich von St.2; mit Grabkiste St.22, Brandstelle St.23 und den Gräbern St.35 bis St.42)

Zeichnungen: 20-5: Planum 1; 20-18: Planum 2; 20-30: Planum 3; 20-48: Zwischenplanum 2; 20-60: NO-Profil; 20-62: SO-Profil

Fotos: 20-3: Planum 1; 20-8: Schädel a. 20-6-Schicht 3 (St.37); 20-16: Planum 2; 20-17: Planum 2; 20-28: Planum 3; 20-29: Planum 3; 20-44: Zwischenplanum 1 (Planum 3 -> Pl.4); 20-45: Zwischenplanum 1 (Planum 3 -> Pl.4); 20-46: Zwischenplanum 2 (Planum 3 -> Pl.4); 20-47: Zwischenplanum 2 (Planum 3 -> Pl.4); 20-54: NO-Profil; 20-55: NO-Profil; 20-56: SO-Profil; 20-57: SO-Profil; 20-58: SW- Profil; 20-59: SW-Profil

Beifunde: #20-11: Keramik NZ.: 1 WS zwischen den Unterschenkeln von 20-5-Schicht 2 (St.36); #20-12: Keramik NZ.: 1 RS verziert neben dem Schädel von 20-5-Schicht 3 (St.37); #20-13: FE: 2 Sarggriffe aus 20-5-Schicht 2 (St.36); #20-14: FE: 1 Beschlag aus 20-5-Schicht 2 (St.36); #20-20: Keramik röm.: 1 WS, 1 RS; 1 Tierknochenfragment , direkt über Bestattung 20-18-Schicht 1; (St.40); #20-21: FE: 2 Nägel; direkt über Bestattung 20-18-Schicht 1 (St.40); #20-22: Tierknochen: 2 Stk.; direkt über Bestattung 20-18-Schicht 1 (St.40); #20-23: Keramik röm.: 1 WS aus 20-18-Schicht 1 (St.40); #20-24: FE: 4 Nagelfragmente aus 20-18-Schicht 1 (St.40); #20-25: Mörtel: Probe aus 20-18-Schicht 2; #20-33: Keramik (z.T. röm.): 84 WS (davon 3 bemalt; Abb. 21), 4 BS, 14 RS, 1 Henkel, 1 Ziegelfragment, 1 Mörtelfragment, 1 poliertes Steinfragment, aus 20-30-Schicht 3 beim Anlegen von Planum 3; #20-34: Keramik : 1 RS verziert; Tierknochen: 20 Stk. aus Schuttschicht über 20-30-Schicht 3; #20-35: FE: 7 Fragmente aus Schuttschicht über 20-30-Schicht 3; #20-36: 4 spätröm. Münzen (siehe III.1.1.); diverse Bronzefragmente, 1 Kupferblech mit 2 Nietstellen, beim Anlegen von Planum 3 aus 20-30-Schicht 3; #20-37: Glas: 1 Gefäßfragment beim Anlegen von Planum 3 aus 20-30-Schicht 3; #20-38: Keramik röm.: 4 RS, 1 BS, 5 WS, aus 20-30-Schicht 1 in Planum 3; #20-39: FE: 6 Nägel aus 20-30-Schicht 1; #20-40: Keramik röm.: 1 WS aus 20-30-Schicht 2 in Planum 3; #20-41: Keramik röm.: 1 WS aus 20-30-Schicht 3 in Planum 3; #20-42: Ziegel röm.: 6 Fragmente (Auswahl) aus 20-30-Schicht 4; beim Anlegen von Pl.3 ( 1 Stk. rot gestrichen); #20-48: Keramik: 3 RS ( 1 T.S.), 4 WS (2 T.S. mit Rädchenverzierung: 1 Schüsselfragment Chenet 320 mit Stempel Chenet 322, 4.-5. Jh.; 1 Schüsselfragment Chenet 320 mit Stempel Unverzagt/Chenet 53, E.4./A.5. Jh.) aus HK-Schicht zw. Zwischenpl. 1 + 2 (St.23; siehe Abb. 21); #20-49: Bronze: 2 Fragmente aus HK-Schicht zw. Zwischenplanum 1 + 2 (St.23); #20-50: Tierknochen: 23 Stk. aus HK-Schicht zw. Zwischenplanum 1 + 2 (St.23); #20-51: FE: 1 Fragment aus HK-Schicht zw. Zwischenplanum 1 + 2 (St.23); #20-64: Keramik: 1 RS aus 20-60-Schicht 13; #20-65: Keramik: 1 RS aus 20-60-Schicht 13; #20-68: Keramik röm.: 1 RS (T.S.), 1 bemaltes Kachelfragment; MA: 1 RS, 1 WS; Streufunde nach Schuttentfernung; #20-69: FE: 1 Sarggriff, 1 Nagel; Streufunde beim Anlegen von Planum 1; #20-70: Elfenbein: Haarnadel? aus Schuttschicht 20-30-Schicht 3; beim Anlegen von Planum 3 (Abb. 21)



XI.2.6. Schnitt St.21 (direkt nordwestlich von St.3; mit den Mauern St.24 bis St.26 und den Gräbern St.43 bis St.57, St.83)

Zeichnungen: 21-5: Planum 1; 21-14: Planum 2; 21-22: Planum 3; 21-39: Planum 4; 21-45: Planum 5 (Teilbereich NW); 21-58: Planum 5 (Erweiterung); 21-65: SW-Profil; 21-66: NW-Profil; 21-67: NO-Profil

Fotos: 21-3: Planum 1; 21-4: Planum 1; 21-12: Planum 2; 21-13: Planum 2; 21-20: Planum 3; 21-21: Planum 3; 21-37: Planum 4; 21-38: Planum 4; 21-43: Planum 5 (Teilbereich); 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55 Planum 5 (gesamter Bereich); 21-56: Planum 5 (gesamter Bereich); 21-59: SW-Profil; 21-60: SW-Profil; 21-61: NW-Profil; 21-62: NW-Profil; 21-63: NO-Profil; 21-64: NO-Profil; 21-69: NO-Profil (nach Zurückverlegung); 21-70: NO-Profil (nach Zurückverlegung)

Beifunde: #21-7: Keramik: 1 BS handgetöpfert, bemalt aus 21-5-Schicht 3 (St.45); #21-9: FE: 2 Sarggriffe, 1 Nagel; Streufunde beim Anlegen von Planum 1; #21-16: FE: 3 Sarggriffe, 1 Beschlag, 1 Nagel aus 21-14-Schicht 2 (St.47); #21-17: FE: 5 Nägel aus 21-14-Schicht 1 (St.46); #21-18: FE: 8 Nägel; Streufunde beim Anlegen von Planum 2; #21-26: Kupfer: kreuzförmiger Anhänger aus 21-22-Schicht 8; direkt auf der Wirbelsäule der Bestattung im Brustbereich (St.49; siehe auch Abb. 11,1); #21-27: Tierknochen: 1Tierzahn aus 21-22-Schicht 4; #21-28: Ziegel röm.: 3 Ziegelfragmente aus 21-22-Schicht 4; #21-29: Keramik: 10 WS, 1 RS, aus 21-22-Schicht 4; #21-30: Mörtel: 1 Mörtelfragment; 1 Kohlefragment; aus 21-22-Schicht 4; #21-31: Tierknochen: Knochen, Zähne, 2 Geweihenden (1 Geweihende gesägt) aus 21-22-Schicht 4; #21-32: FE: 2 Nägel aus 21-22-Schicht 6 (St.48); #21-33: Keramik NZ.: 1 WS aus 21-22-Schicht 6; (St.48); #21-34: FE: 4 Nägel; Sammelfunde beim Anlegen von Planum 3; aus dem Bereich 21-22-Schicht 6 bis 21-22-Schicht 8 (St.48/49); #21-35: Keramik: 1 WS verziert; 1 Tonpfeifenstielfragment, 2 Bodenkachelfragmente; Sammelfunde beim Anlegen von Planum 3; aus dem Bereich 21-22-Schicht 6 bis 21-22-Schicht 8; (St.48/49); #21-49: Keramik: 1 RS, aus 21-45-Schicht 1(St.52); #21-50: Keramik: 1 RS aus 21-45-Schicht 6 (St.54); #21-51: Keramik: 5 WS (2 verziert, 1 T.S. mit Rädchenverzierung: Schüssel Chenet 320 mit Stempel Unverzagt/Chenet 86, E.4./A.5. Jahrhundert), 1 RS (T.S.), aus 21-45-Schicht 7 (siehe Abb. 21); #21-52: Tierknochen: diverse Tierzähne etc. (10 Stk.) aus 21-45-Schicht 7; #21-53: Keramik: 14 WS (1 bemalt, 2 verziert), 2 RS (1 T.S.); 1 Bronzefragment; beim Anlegen von Planum 5; #21-71: Keramik: 1 Amphorenhenkel; 1 Mörtelfragment; Streufunde; #21-72: FE: 20 Nägel, Streufunde beim Anlegen von Planum 1



XI.3. Baubefunde

XI.3.1. Mauerbefunde in Schnitt St.2

NZ. Mauerbefund St.6

Zeichnungen: 2-5: Planum 1; 2-11: SW-Profil; 6-2: 3D-Ansicht mit Stellen 6, 7, 8 + 9

Fotos: 1-8: Planum 1; 1-9: Planum 1; 1-11: Planum 1; 1-12: Planum 1; 2-3: Planum 1; 2-4: Planum 1; 2-23: SW-Profil mit St.6 im Vordergrund; 2-24: SW-Profil mit St.6 im Vordergrund

Beifunde: keine

 

NZ. Mauerbefund St.7

Zeichnungen: 2-5: Planum 1; 6-2: 3D-Ansicht mit Stellen 6, 7, 8 + 9

Fotos: 1-11: Planum 1; 2-3: Planum 1

Beifunde: keine

 

Röm. Mauerbefund St.8:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 5: Planum 1; 2-10-Schicht 10: SO-Profil; 2-11-Schicht 1: SW-Profil; 2-12: NW-Profil; 6-2: 3D-Ansicht mit Stellen 6, 7, 8 + 9; 11-4: Übersicht mit St.11 + St.14

Fotos: 1-11: Planum 1; 1:12: Planum 1; 2-3: Planum 1; 2-4: Planum 1

Beifunde: #2-16: Keramik röm.: 6 WS (1 WS mit Henkelansatz), 1 BS, aus 2-5-Schicht 8; #2-17: Keramik röm.: 6 WS, 1 BS, 1 RS, aus 2-5-Schicht 6; #2-27: Keramik röm.: 1 RS, 2 WS, aus SW-Profil 2-11-Schicht 2

 

MA. Mauerbefund St.9:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 13: Planum 1; 2-11: SW-Profil; 2-13-Schicht 8: NO-Profil

Fotos: 1-8: Planum 1; 1-9: Planum 1; 1-11: Planum 1; 1-12: Planum 1; 2-7: NO-, SW-Profil; 2-8: NO-, SW-Profil; 2-23: SW-Profil; 2-24: SW-Profil

Beifunde: keine

 

Mauerbefund St.10:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 12: Planum 1; 2-12: NW-Profil

Fotos: 2-7: NW-Profil; 2-8: NW-Profil; 2-23: NW-Profil; 2-24: NW-Profil

Beifunde: keine

 

NZ. Mauerbefund St.11:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 24: Planum 1; 2-12-Schicht 4: NW-Profil; 11-4: Skizze mit St.14

Fotos: 1-11: Planum 1; 1-12: Planum 1; 2-3: Planum 1; 2-4: Planum 1; 2-7: NW-Profil; 2-8: NW-Profil; 2-23: NW-Profil; 2-24: NW-Profil

Beifunde: keine

 

Mauerbefund St.12:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 14: Planum 1; 2-11: SW-Profil; 2-12-Schicht 6: NW-Profil

Fotos: 2-3: Planum 1; 2-4: Planum 1; 2-23: SW-, NW-Profil; 2-24: SW-, NW-Profil

Beifunde: keine



XI.3.2. Mauerbefunde in Schnitt St.3

NZ. Mauerbefund St.13:

Zeichnungen: 3-5-Schicht 18: Planum 1; 13-2: 3D-Ansicht mit den St.14, 15, 16, 17 + 27

Fotos: 1-8: Planum 1; 1-9: Planum 1; 1-11: Planum 1; 1-12: Planum 1; 3-21: NO-, SO-, SW- + NW-Profil; 3-22: NO-, SO-, SW- + NW-Profil

Beifunde: keine

 

NZ. Mauerbefund St.14:

Zeichnungen: 3-5-Schichten 19 + 20: Planum 1; 3-13-Schichten 5, 6 + 10: SO-Profil; 13-3: 3D-Ansicht mit den St.13, 15, 16, 17 + 27

Fotos: 3-21: SO-Profil; 3-22: SO-Profil

Beifunde: keine

 

MA. Mauerbefund St.15:

Zeichnungen: 3-5-Schicht 11: Planum 1; 3-12: NO-Profil; 3-14-Schicht 9: SW-Profil; 13-2: 3D-Ansicht mit den St.13, 14, 16, 17 + 27

Fotos: 1-8: Planum 1; 1-9: Planum 1; 1-11: Planum 1; 1-12: Planum 1; 3-21: SW-Profil; 3-22: SW-Profil

Beifunde: keine

 

Mauerbefund St.16:

Zeichnungen: 3-5-Schicht 8: Planum 1; 3-11: NW-Profil; 3-14-Schicht 16: SW-Profil; 13-2: 3D-Ansicht mit den St.13, 14, 15, 17 + 27

Fotos: 3-21: SW-Profil; 3-22: SW-Profil

Beifunde: keine

 

Mauerbefund St.17:

Zeichnungen: 3-5-Schicht-10: Planum 1; 3-14-Schichten 11 + 17: SW-Profil; 3-13-Schicht 9: SO-Profil; 13-2: 3D-Ansicht mit den St.13, 14, 15, 16 + 27

Fotos: 3-21: SW-Profil; 3-22: SW-Profi

Beifunde: keine

 

Mauerbefund St.27:

Zeichnungen: 3-5-Schicht 12: Planum 1; 3-12: NO-Profil; 3-14: NO-Profil; 13-2: 3D-Ansicht mit den St.13, 14, 15 + 16

Fotos: 3-21: NO-Profil; 3-22: NO-Profil

Beifunde: keine  



XI.3.3. Mauerbefunde in Schnitt St.22

Mauerbefund St.24:

Zeichnungen: 21-39-Schicht 4: Planum 4; 21-45-Schicht 3: Planum 5; 21-65-Schicht 5: SW-Profil; 21-65-Schicht 5: SW-Profil; 21-66-Schicht 3: NW-Profil; 21-67: NO-Profil; 24-3: 3D-Ansicht mit den Stellen 25, 26 + 16

Fotos: 21-37: Planum 4; 21-38: Planum 4; 21-43: Planum 5; 21-44: Planum 5

Beifunde: keine

 

Mehrphasiger Mauerbefund St.25:

Zeichnungen: 21-45: Planum 5; 21-66-Schichten 2 + 10: NW-Profil; 21-67: NO-Profil; 25-4: 3D-Ansicht mit den Stellen 24 + 26

Fotos: 21-61: NW-Profil; 21-62: NW-Profil; 21-63: NO-Profil; 21-64: NO-Profil; 21-69: NO-Profil 2 (nach Zurücklegung); 21-70: NO-Profil 2 (nach Zurücklegung)

Beifunde: keine

 

Mauerbefund St. 26:

Zeichnungen: 21-66: NW-Profil; 21-67: NO-Profil (Querschnitt); 21-65: SW-Profil (Querschnitt); 21-45: Planum 5

Fotos: 21-37: Planum 4; 21-38: Planum 4; 21-61: NW-Profil; 21-62: NW-Profil

Beifunde: keine  



XI.3.4. Mauerbefunde in Schnitt St.5

Mauerbefund St.28:

Zeichnungen: 5-6-Schichten 2 +3 : Planum 1; 5-162-Schicht 20: SW-Profil; 5-164: SO-Profil; 28-7: Lageskizze

Fotos: 5-4: Planum 1; 5-5: Planum 1; 5-160: SW-Profil; 5-161: SW-Profil

Beifunde: #5-29: Keramik: 1 BS, 1 RS mit Henkelansatz, 2 WS (1 verziert) aus 5-6-Schicht 3 (Abb. 21); #5-33: Knochen: Nadelfragment aus 5-6-Schicht 3

 

Mehrphasiger Mauerbefund St.29:

Zeichnungen: 5-6: Planum 1; 5-153: NW-Profil; 5-154: NO-Profil (Querschnitt); 5-162: SW-Profil (Querschnitt); 5-163: NW-Profil 2 (nach Zurücklegung)

Fotos: 5-151 NW-Profil; 5-152: NW-Profil; 5-160: NW-Profil 2 (nach Zurücklegung); 5-161: NW-Profil 2 (nach Zurücklegung)

Beifunde: #5-169: Keramik röm.: 1 RS aus NW-Profil 5-153-Schicht 10

 

Röm. Mauerbefund St.30:

Zeichnungen: 5-88-Schicht 3: Planum 4; 5-115-Schicht 5: Planum 5 (Querschnitt); 5-136-Schicht 1: Planum 6; 30-3: 3D-Ansicht, Blick -> NW; 31-6: Skizze zur Wandverkleidung mit den Stellen 31 + 32

Fotos: 5-86: Planum 4; 5-87: Planum 4; 5-113: Planum 5; 5-114: Planum 5; 5-129: Hypocaustum (Nahaufnahme); 5-130: Hypocaustum (Nahaufnahme); 5-132: Planum 5; 5-133: Planum 5; 5-134: Planum 6; 5-135: Planum 6; 5-147: Hypocaustum (St.32), Blick -> NW, SW, NO; 5-148: Hypocaustum (St.32), Blick -> NW, SW, NO; 5-149: Hypocaustpfeiler mit Sichtmauerwerk St.31, Blick -> NO; 5-150: Hypocaustum mit Mauern St.30 + 31; 5-151: Planum 6; 5-152: NW- + NO-Profil

Beifunde: keine

 

Röm. Mauerbefund St.31:

Zeichnungen: 5-115-Schichten 10, 11 + 12: Planum 5; 5-128-Schicht 16: Querschnitt St.30/St.32; 5-136-Schichten 2 + 3: Planum 6; 5-137: Planum 7; 5-153-Schicht 1: NW-Profil (Querschnitt); 5-154-Schichten 1 + 2: NO-Profil; 5-163: NW-Profil 2 (Querschnitt); 31-6: Skizze zur Wandverkleidung mit den Stellen 30 + 32; 31-10: Querschnitt, Blick -> SO

Fotos: 5-132: Planum 5; 5-133: Planum 5; 5-134: Planum 6; 5-135: Planum 6; 5-142: mit Hypocaustpfeiler v. St.32; 5-143: mit Hypocaustpfeiler v. St.32; 5-147: m. Hypocaustum (St.32), Blick -> NO; 5-148: m. Hypocaustum (St.32), Blick -> NO; 5-149: m. Hypocaustum (St.32), Blick -> NO; 5-150: m. Hypocaustum (St.32) + Mauer St.30

Beifunde: keine 

 

Röm. Hypocaustanlage St.32:

Zeichnungen: 5-115: Planum 5; 5-128: Querprofil; 5-136: Planum 6; 5-137: Planum 7; 5-153: NW-Profil; 5-154: NO-Profil; 5-165: Querschnitte; 30-3: 3D-Ansicht, Blick -> NW; 31-6: Skizze zur Wandverkleidung mit den Stellen 30 + 31; 31-10: Querschnitt, Blick -> SO; 32-11: Hypocaustabdeckung; 32-16: Hypocaustpfeiler

Fotos: 5-113: Planum 5; 5-114: Planum 5; 5-129: Hypocaustum (Nahaufnahme); 5-130: Hypocaustum (Nahaufnahme); 5-132: Planum 5; 5-133: Planum 5; 5-134: Planum 6; 5-135: Planum 6; 5-138: Hypocaustum (St.32); 5-139: Hypocaustum (St.32); 5-142: Hypocaustpfeiler; 5-143: Hypocaustpfeiler; 5-144: Hypocaustpfeiler; 5-145: Hypocaustpfeiler; 5-147: Hypocaustum (St.32), Blick -> NW, SW, NO; 5-148: Hypocaustum (St.32), Blick -> NW, SW, NO; 5-149: Hypocaustpfeiler mit Sichtmauerwerk St.31, Blick -> NO; 5-150: Hypocaustum mit Mauern St.30 + 31

Beifunde: #5-119: Keramik: 2 WS aus Mauerausbruchgrube 5-115-Schicht 6; #5-120: Keramik: 19 WS (davon 2 schwarz + verziert), 2 RS; 2 Wandziegelfragm., aus 5-115-Schicht 7; #5-121: Bronze: 3 Fragmente aus 5-115-Schicht 7; #5-122: Glas: 1 Fragment aus 5-115-Schicht 7; #5-123: Keramik: 6 WS ( 1 verziert) aus 5-115-Schichten 2 + 3; #5-124: Keramik: 1 WS verziert, aus 5-115-Schicht 1; #5-125: FE: 8 Nägel aus Mischhorizont direkt über Planum 5, im Bereich von 5-115-Schicht 7; #5-126: Keramik: 10 WS, 1 BS, 2 RS, 1 Henkelfragment, aus Mischhorizont direkt über Planum 5, im Bereich von 5-115-Schicht 9; #5-127: Tierknochen: 1 Tierzahn aus Mischhorizont direkt über Planum 5 im Bereich von 5-115-Schicht 9; #5-140: Ziegel: 1 Hypocaustziegel, 1 Hypocaustpfeilerabschlußplatte mit Pfotenabdruck; #5-141: Keramik röm.: 1 RS, 1 WS aus Asche im Hypocaustum

 

Mauerbefund St.33:

Zeichnungen: 5-162: SW-Profil; 5-163: NW-Profil; 5-137: Planum 7

Fotos: 5-156: NW-Profil 2, nach Abriß v. St.29; 5-157: NW-Profil 2, nach Abriß v. St.29; 5-160: SW-, SO- + NW-Profil; 5-161: SW- + SO-Profil

Beifunde: keine

 

NZ. Mauerbefund St.34:

Zeichnungen: 5-137: Planum 7; 5-153-Schicht 11: NW-Profil 1; 5-163-Schicht 1: NW-Profil 2, nach Abriß v. St.29

Fotos: 5-156: NW-Profil 2, nach Abriß v. St.29; 5-157: NW-Profil 2, nach Abriß v. St.29; 5-160: SW-, SO- + NW-Profil; 5-161: SW- + SO-Profil

Beifunde: keine  



XI.4. Grabbefunde

XI.4.1. Grabbefunde in Schnitt St.3

Grabbefund St.18:

Zeichnungen: 3-5-Schicht 16: Planum 1

Fotos: die gemachten Fotos sind wegen Fehlbelichtung nicht verwertbar

Beifunde: keine

 

Skelettgrab, Mehrfachbestattung St.19:

Zeichnungen: 3-5-Schicht 9: Planum 1; 3-14-Schicht 8: SW.-Profil

Fotos: die gemachten Fotos sind wegen Fehlbelichtung nicht verwertbar

Beifunde: # 3-15: Keramik: 2 WS (1 bemalt), 1 RS



XI.4.2. Grabbefunde in Schnitt St.20

gemauerte Grabkiste, Mehrfach-, Brandbestattung St.22:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 9: Planum 1; 20-18-Schicht 5: Planum 2; 20-30-Schicht 8: Planum 3; 20-48: Zwischenplanum 2; 22-4: Planum 1 und Querschnitt

Fotos: 20-3: Planum 1; 20-4: Planum 1; 20-16: Planum 2; 20-17: Planum 2; 20-28: Planum 3; 20-29: Planum 3; 20-44: Zwischenplanum 1; 20-45: Zwischenplanum 1; 20-46: Zwischenplanum 2; 20-47: Zwischenplanum 2

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.35:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 1: Planum 1 von St.20

Fotos: 20-3: Planum 1

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.36:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 2: Planum 1 von St.20

Fotos: 20-3: Planum 1

Beifunde: #20-11: Keramik NZ.: 1 WS zwischen den Unterschenkeln von 20-5-Schicht 2; #20-13: FE: 2 Sarggriffe aus 20-5-Schicht 2; #20-14: FE: 1 Beschlag aus 20-5-Schicht 2

 

Skelettgrab St.37:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 3: Planum 1 von St.20

Fotos: 20-3: Planum 1

Beifunde: #20-12: Keramik NZ.: 1 RS verziert neben dem Schädel von 20-5-Schicht 3

 

Skelettgrab St.38:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 4: Planum 1 von St.20

Fotos: 20-3: Planum 1

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.39:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 5: Planum 1 von St.20

Fotos: 20-3: Planum 1

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.40:

Zeichnungen: 20-18-Schicht 1: Planum 2 von St.20

Fotos: 20-16: Planum 2

Beifunde: #20-20: Keramik röm.: 1 WS, 1 RS; 1 Tierknochenfragment -> direkt über Bestattung 20-18-Schicht 1; #20-21: FE: 2 Nägel direkt über Bestattung 20-18-Schicht 1; #20-22: 2 Tierknochenfragmente direkt über Bestattung 20-18-Schicht 1; #20-23: Keramik röm.: 1 WS aus 20-18-Schicht 1; #20-24: FE: 4 Nägel aus 20-18-Schicht 1

 

Skelettgrab St.41:

Zeichnungen: 20-18-Schicht 6: Planum 2 von St.20

Fotos: 20-16: Planum 2

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.42:

Zeichnungen: 20-18-Schicht 8: Planum 2 von St.20

Fotos: 20-16: Planum 2

Beifunde: keine



XI.4.3. Grabbefunde in Schnitt St.21

Skelettgrab St.43:

Zeichnungen: 21-5-Schicht 1: Planum 1 von St.21

Fotos: 21-3: Planum 1; 21-4: Planum 1

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.44:

Zeichnungen: 21-5-Schicht 2: Planum 1 von St.21

Fotos: 21-3: Planum 1; 21-4: Planum 1

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.45:

Zeichnungen: 21-5-Schicht 3: Planum 1 von St.21

Fotos: 21-3: Planum 1; 21-4: Planum 1

Beifunde: #21-7: Keramik: 1 BS , Pingsdorfer Wellenfuß, 10.-12. Jh.

 

Skelettgrab St.46:

Zeichnungen: 21-14-Schicht 1: Planum 2 von St.21

Fotos: 21-12: Planum 2; 21-13: Planum 2

Beifunde: #21-17: FE: 5 Nägel

 

Skelettgrab St.47:

Zeichnungen: 21-14-Schicht 2: Planum 2 von St.21

Fotos: 21-12: Planum 2; 21-13: Planum 2

Beifunde: #21-16: FE: 2 Sarggriffe, 1 Beschlag, 2 Nägel

 

Skelettgrab St.48:

Zeichnungen: 21-22-Schicht 6: Planum 3 von St.21

Fotos: 21-20: Planum 3; 21-21: Planum 3

Beifunde: #21-32: FE: 1 Sarggriff, 1 Nagel; #21-33: NZ. Keramik: 1 WS

 

Skelettgrab St.49:

Zeichnungen: 21-22-Schicht 8: Planum 3 von St.21

Fotos: 21-20: Planum 3; 21-21: Planum 3

Beifunde: # 21-26: Bronze: kreuzförmiger Anhänger; direkt auf der Wirbelsäule der Bestattung, im Brustbeinbereich;Folgende Beifunde wurden bei der Auffindung nicht zwischen St.48 u. 49 differenziert, könnten also sowohl der einen als auch der anderen Bestattung zu zurechnen sein: #21-34: FE: 4 Nägel; #21-35: Keramik: 1 WS, 1 Tonpfeifenstiel, 2 Bodenkachelfragmente

 

Skelettgrab, Kind St.50:

Zeichnungen: 21-39-Schicht 3A: Planum 4 von St.21

Fotos: 21-37: Planum 4; 21-38: Planum 4

Beifunde: keine

 

Skelettgrab, Kind St.51:

Zeichnungen: 21-39-Schicht 3B: Planum 4 von St.21

Fotos: 21-37: Planum 4; 21-38: Planum 4

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.52:

Zeichnungen: 21-45-Schicht 1: Planum 5 von St.21

Fotos: 21-43: Planum 5; (Teilbereich) 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55: Planum 5; 21-56: Planum 5

Beifunde: #21-49: Keramik: 1 RS

 

Skelettgrab, Kind St.53:

Zeichnungen: 21-45-Schicht 5: Planum 5 von St.21

Fotos: 21-43: Planum 5 (Teilbereich); 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55: Planum 5; 21-56: Planum 5

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.54:

Zeichnungen: 21-45-Schicht 6: Planum 5 von St.21

Fotos: 21-43: Planum 5 (Teilbereich); 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55: Planum 5; 21-56: Planum 5

Beifunde: #21-50: Keramik: 1 RS

 

Skelettgrab, Kind St.55:

Zeichnungen: 21-45-Schicht 8: Planum 5 von St.21

Fotos: 21-43: Planum 5 (Teilbereich); 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55: Planum 5; 21-56: Planum 5

Beifunde: keine

 

Grabgube St.56: (Ohne Grabbefundaufnahme-Formblatt im Anhang)

Zeichnungen: 21-45-Schicht 2: Planum 5 von St.21

Fotos: 21-43: Planum 5 (Teilbereich); 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55: Planum 5; 21-56: Planum 5

Beifunde: keine

 

Grabgrube St.57: (Ohne Grabbefundaufnahme-Formblatt im Anhang)

Zeichnungen: 21-45-Schicht 9: Planum 5 von St.21

Fotos: 21-43: Planum 5 (Teilbereich); 21-44: Planum 5 (Teilbereich); 21-55: Planum 5; 21-56: Planum 5

Beifunde: keine



XI.4.4. Grabbefunde in Schnitt St.5

Skelettgrab St.58:

Zeichnungen: 5-6-Schicht 8: Planum 1 von St.5

Fotos: 5-4: Planum 1; 5-5: Planum 1

Beifunde: #5-9: Metall: 1 Knopf aus 5-6-Schicht 8; Planum 1; zwischen den Füßen d. Bestattung 5-6-Schicht 8; #5-15: Glas: leicht irisierend: 3 Gefäßfragmente; 1 Bleiverglasungsfragment, aus 5-6-Schicht 8; #5-16: Metall: 2 Stecknadeln aus 5-6-Schicht 8; beide Nadeln mit gestauchtem Kopf (Maschinenfabrikation); #5-17: Metall: Dorn aus 5-6-Schicht 8 (Schnallendorn); #5-18: Kupfer: Riehmenzungen-beschlagfragment aus 5-6-Schicht 8; #5-19: Keramik: 4 WS, 1 mit Salzglasur außen, 1 mit Salzglasur innen und außen, aus 5-6-Schicht 8; #5-20: FE: 35 Nägel aus 5-6-Schicht 8 (teilweise mit Holzresten, Sarg); #5-27: Tierhaar: Kopfunterlage aus Roßhaar unter dem Schädel von 5-6-Schicht 8 (Kissenfüllung); #5-35: Edel(?)-Metall: Medaillon aus den Händen der Bestattung 5-6-Schicht 8; mit Edel- oder Glassteinen in Drahtfassung umrahmt. In der Mitte zwei aufeinander liegende geschliffene Glasplättchen mit Papierresten dazwischen (Abb. 11,3); #5-36: Metall: Knopf und Buntmetallnadelfragment (Schnallendorn) unter dem Becken der Bestattung 5-6-Schicht 8 #5-37: Knochen: angebohrtes Knochenfragment (Produktionsabfall) aus 5-6-Schicht 8; #5-38: Metall: Stecknadelfragment aus 5-6-Schicht 8

 

Skelettgrab St.59:

Zeichnungen: 5-6-Schicht 11: Planum 1 von St.5,

Fotos: 5-4: Planum 1; 5-5: Planum 1; 5-6: Schädel der Bestattung nach Säuberung für Wiederbestattungszeremonie (Detail)

Beifunde: #5-11: beinernes Kreuz, beschnitzt, mit Bronze-Korpus; aus den Händen der Bestattung 5-6-Schicht 11 (Abb. 11,2 und Abb.12); #5-22: Metall: 3 Stecknadeln aus dem Brustbereich d. Bestattung 5-6-Schicht 11; alle 3 mit Kopf (2 davon gestaucht); #5-23: FE: 1 Schnallendornfragment aus dem Beckenbereich der Bestattung 5-6-Schicht 11; #5-24: Glas: aus 5-6-Schicht 11; 1 braunes Stk. aus der Bleiverglasung (Kanten z.T. bearbeitet), 1 Flakonfragment, 2 irisierende Gefäßfragmente, 1 Fensterscheibenfragment (braun, sehr dünn); #5-25: Keramik: 1 WS (T.S.), 2 WS (MA), 2 WS (NZ, glasiert), aus 5-6-Schicht 11; #5-26: FE: 9 Nägel aus 5-6-Schicht 11 (z.T. mit anhaftenden Holzresten, Sarg)

 

Skelettgrab St.60:

Zeichnungen: 5-42-Schicht 1: Planum 2 von St.5

Fotos: 5-40: Planum 2; 5-41: Planum 2

Beifunde: keine

 

Skelettgrab St.61:

Zeichnungen: 5-42-Schicht 3: Planum 2 von St.5

Fotos: 5-40: Planum 2; 5-41: Planum 2

Beifunde: #5-46: Keramik röm.: 1 RS, 1 BS aus 5-42-Schicht 3 (SW-Bereich); #5-47: Keramik: 3 WS (1 bemalt) aus 5-42-Schicht 3 (NO-Ende); #5-51: FE: 7 Nägel aus 5-42-Schicht 3; #5-65: Metall: Knopf aus 5-42-Schicht 3, unmittelbar unter Planum 2; #5-66: Metall: Zinn?-knopf aus 5-42-Schicht 3, unmittelbar unter Planum 2

 

Skelettgrab St.62:

Zeichnungen: 5-42-Schicht 4: Planum 2 von St.5

Fotos: 5-40: Planum 2; 5-41: Planum 2

Beifunde: #5-49: Keramik röm.: 1 RS; 1 poliertes Steinzeugfragment aus 5-42-Schicht 4; #5-50: FE: 7 Nägel aus 5-42-Schicht 4

 

Skelettgrab St.63:

Zeichnungen: 5-42-Schichten 5 + 6: Planum 2 von St.5

Fotos: 5-40: Planum 2; 5-41: Planum 2

Beifunde: #5-10: Metall: Knopf; #5-48: Keramik: 4 WS aus 5-42-Schicht 6; #5-52: FE: 12 Nägel

 

Skelettgrab St.64:

Zeichnungen: 5-70-Schicht 6: Planum 3 von St.5

Fotos: 5-68: Planum 3; 5-69: Planum 3

Beifunde: #5-77: Wandputz röm.: 2 Fragmente, rot bemalt, aus 5-70-Schicht 6

 

Skelettgrab, Kind St.65:

Zeichnungen: 5-88-Schicht 7: Planum 4 von St.5

Fotos: 5-86: Planum 4; 5-87: Planum 4

Beifunde: #5-95: FE: 3 Nägel

 

Skelettgrab, Kind St.66:

Zeichnungen: 5-88-Schicht 8: Planum 4 von St.5

Fotos: 5-86: Planum 4; 5-87: Planum 4

Beifunde: #5-110: Keramik: 1 WS; #5-111: FE: 1 Nagel



XI.4.5. Unbegrabene Grabbefunde

Die folgenden Gräber wurden durch Baggerarbeiten im Vorfeld der Ausgrabung gestört, konnten jedoch in den einzelnen Profilen der Stellen 2, 3, 5 + 21 noch erfaßt werden.

XI.4.5.1. Grabbefunde in Schnitt St.2

Grabbefund St.67:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 10: Planum 1 von St.2; 2-12-Schicht 2: NW-Profil von St.2

Fotos: 2-4: NW-Profil; 2-7: NW-Profil; 2-8: NW-Profil

Beifunde: #2-18: Keramik röm.: 1 WS, 1 RS; #2-19: Keramik: 1 Tonpfeifenstiel

 

Grabbefund St.68:

Zeichnungen: 2-5-Schicht 16: Planum 1 von St.2; 2-13-Schicht 5: NO-Profil

Fotos: 2-8: NO-Profil

Beifunde: keine

 

Grabbefund St.69:

Zeichnungen: 2-10-Schicht 4: SO-Profil von St.2; 2-11-Schicht 3: SW-Profil von St.2

Fotos: 2-7: SW-Profil; 2-23: SW-Profil

Beifunde: keine

 

2 Grabbefunde St.70:

Zeichnungen: 2-11-Schicht 3: SW-Profil von St.2

Fotos: 2-7: SW-Profil; 2-23: SW-Profil

Beifunde: keine

 

2 Grabbefunde St.71:

Zeichnungen: 2-13-Schicht 1: NO-Profil von St.2

Fotos: 2-8: NO-Profil

Beifunde: #2-24: 1 Bodenkachelfragment

 

Grabbefund St.72:

Zeichnungen: 2-13-Schicht 5: NO-Profil von St.2

Fotos: 2-8: NO-Profil

Beifunde: #2-26: Keramik röm.: 1 WS aus NO-Profil 2-13-Schicht 5



XI.4.5.2. Grabbefunde in Schnitt St.3

Grabbefunde St.73 (2 Bestattungen):

Zeichnungen: 3-12-Schicht 5: NO-Profil von St.3

Fotos: 3-9: NO-Profil; 3-10: NO-Profil; 3-21: NO-Profil

Beifunde: keine

 

Grabgrube St.74:

Zeichnungen: 3-12-Schicht 7: NO-Profil von St.3

Fotos: 3-9: NO-Profil; 3-10: NO-Profil; 3-21: NO-Profil

Beifunde: keine

 

2 Grabbefunde St.75:

Zeichnungen: 3-12-Schicht 13: NO-Profil von St.3

Fotos: 3-9: NO-Profil; 3-10: NO-Profil; 3-21: NO-Profil

Beifunde: keine

 

Grabgrube mit Sargresten St.76:

Zeichnungen: 3-13-Schicht 7: SO-Profil von St.3

Fotos: 3-9: SO-Profil; 3-10: SO-Profil; 3-21: SO-Profil

Beifunde: keine

 

Skelettgrab, Sargbestattung St.77:

Zeichnungen: 3-13-Schicht 8: SO-Profil von St.3

Fotos: 3-9: SO-Profil; 3-10: SO-Profil; 3-21: SO-Profil

Beifunde: keine

 

Grabbefund St.78:

Zeichnungen: 3-14-Schicht 6: SW.-Profil von St.3

Fotos: 3-9: SW-Profil; 3-10: SW-Profil; 3-21: SW-Profil

Beifunde: keine



XI.4.5.3. Grabbefunde in Schnitt St.5

Grabgrube mit Sargresten St.79:

Zeichnungen: 5-154-Schicht 16: NO-Profil von St.5

Fotos: 5-152: NO-Profil

Beifunde: keine

 

Grabbefund St.80:

Zeichnungen: 5-162-Schicht 16: SW-Profil von St.5

Fotos: 5-160: SW-Profil; 5-161: SW-Profil

Beifunde: #5-166: FE: 1 Sarggriff aus SW-Profil 5-162-Schicht 16; #5-168: FE: 1 Nagel aus SW-Profil 5-162-Schicht 16

 

Grabbefund St.81:

Zeichnungen: 5-162-Schicht 19: SW-Profil von St.5

Fotos: 5-160: SW-Profil; 5-161: SW-Profil

Beifunde: #5-165: Keramik: 1 WS aus SW-Profil 5-162-Schicht 19

 

Grabbefund St.82:

Zeichnungen: 5-164-Schicht 5: SO-Profil von St.5

Fotos: 5-160: SO-Profil; 5-161: SO-Profil

Beifunde: keine



XI.4.5.4. Grabbefund in Schnitt St.21

Grabbefund St.83:

Zeichnungen: 21-65-Schicht 2: SW-Profil von St.21

Fotos: 21-59: SW-Profil; 21-60: SW-Profil

Beifunde: keine



XI.5. Sonstige Befunde

Brandlehmbefund St.23:

Zeichnungen: 20-5-Schicht 9: Planum 1; 20-18-Schicht 5: Planum 2; 20-30-Schicht 8: Planum 3; 20-48: Zwischenplanum 2; 20-60-Schichten 5, 6, 7, 11, 20 + 21: NO-Profil; 20-62-Schichten 6, 7, 8, 9 + 10: SO-Profil; 23-6: Planum 1 + Querschnitt

Fotos: 20-3: Planum 1; 20-4: Planum 1; 20-16: Planum 2; 20-17: Planum 2; 20-28: Planum 3; 20-29: Planum 3; 20-44: Zwischenplanum 1; 20-45: Zwischenplanum 1; 20-46: Zwischenplanum 2; 20-47: Zwischenplanum 2; 20-54: NO-Profil; 20-55: NO-Profil; 20-56: SO-Profil; 20-57: SO-Profil

Beifunde: #20-48: Keramik: 3 RS (1 TS), 4 WS (2 TS verziert); siehe auch Abb. 21; #20-49: Bronze: 2 Fragmente aus HK-Schicht zw. Zwischenplanum 1 + 2; #20-50: Tierknochen: 23 Stk. aus HK-Schicht zw. Zwischenplanum 1 + 2; #20-51: FE: 1 Fragment aus HK-Schicht zw. Zwischenplanum 1 + 2

 

Mauerausbruchgrube St.84:

Zeichnungen: 5-88-Schicht 1: Planum 4 von St.5; 5-115-Schicht 1: Planum 5 von St.5; 5-137-Schicht 9: Planum 7 von St.5; 5-154-Schicht 6: NO-Profil; 5-162-Schicht 24: SW-Profil; 5-164-Schicht 1: SO-Profil

Fotos: 5-160: SO-Profil; 5-161: SO-Profil

Beifunde: #5-98: Keramik: 2 WS (1 TS, verziert); aus St.5-88-Schicht 1 (Pl.4; siehe auch Abb. 21)); #5-99: Wandziegelfragment; aus St.5-88-Schicht 1 (Pl.4); #5-100: 2 Tierzähne; aus St.5-88-Schicht 1 (Pl.4); #5-101: FE: 1 Nagel; aus St.5-88-Schicht 1 (Pl.4); #5-124: Keramik: 1 WS, verziert; aus St.5-115-Schicht 1 (Pl.5)


XII. - Literaturhinweise

A. Engel, Geschichte der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt zu Jülich, Jülich 1994
A. Fischer, Die Funde unter dem Chor der Jülicher Pfarrkirche. Rur-Blumen Nr. 29 vom 18.7.1925, Beilage zum Jülicher Kreisblatt, o.S.
Haberey, Jülich. Fundchronik 1951. Bonner Jahrbücher 1951, 1951, S. 300-307
H.J. Kessel, Zur älteren Geschichte von Jülich. Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 1, 1879, S. 65-67 u. 88
A.C. Kisa, Denkschrift aus Anlaß des fünfundzwanzigjährigen Bestandes des Suermondt-Museums, Aachen 1903, S. 20
Ders., Die römischen Antiken in Aachen. Westdeutsche Zeitschrift 25, 1906, S. 34
KJCWBl, Kreis-Jülicher Correspondenz- und Wochenblatt 1878 u. 1898
K-H. Lenz, Die römischen Töpfereien in Jülich, unpubliziertes Typoskript 1990 im Stadtgeschichtlichen Museum Jülich
E. Neuffer, Jülich. Liste der römischen Steindenkmäler. Bonner Jahrbücher 1951, 1951 S. 307-312
H. Neumann, Jülich auf alten Fotos, Jülich 1980
Ders., Jülich auf alten Postkarten, Jülich 1987(2. Auflage)
M. Perse, Zusammenfassende Darstellung der archäologischen Strukturen der Jülicher Innenstadt anhand der Ausgrabungsergebnisse im Zuge der Kanalsanierung 1987, Jülich 1988
Ders., Jülich. Fundchronik 1988. Bonner Jahrbücher 190, 1990, S. 477-482
Ders., Ein Modell der spätantiken Befestigung in Jülich. Jahrbuch des Kreises Düren 1991 (Düren 1990) S. 65-69
E. Renard, Jülich, Kirchliche Gebäude, Katholische Pfarrkirche. Die Kunstdenkmäler des Kreises Jülich. Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz (Paul Clemen Hg.) 8, Düsseldorf 1902, S. 103-110
C.B. Rüger, Jülich DN, Römische Siedlung (vicus). Die Römer in NRW (Heinz Günter Horn Hg.), Stuttgart 1987, S. 447-450
F.J. Schmitz, Baugeschichtliche Beschreibung der Pfarrkirche von Jülich. Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 1, 1879, S. 89ff.
P.J. Tholen, Iuliacum-Jülich. Eine topographische Studie. Bonner Jahrbücher 175, 1975, S. 231-255
O. Zanger, Baudenkmäler in der Stadt Jülich. Jülich 1989, S. 71-79