Samaritanisch (Althebräisch, 6. Jh. v. Chr. bis heute)
Samaria heißt sowohl die hügelige Landschaft (nördlicher Teil der West Bank, Westjordanland) um eine 879 v.Chr. gegründete Bergfeste gleichen Namens, als auch die 772 v.Chr. durch die Assyrer zerstörte Haupstadt des Königreiches Israel im mittleren Palästina (heute das arabische Dorf Sebastije). Samaria war ab 722 v.Chr. assyrische Provinz und gehörte später zur syrischen Provinz Roms.
Seit einem mißglückten Aufstand 529 v.Chr. ist das Land Samaria aus der politischen Geschichte verschwunden. Die heutige Hauptstadt der Region ist Nablus.
Die Samariter oder Samaritaner sind ein durch den Zuzug von Kolonisten aus dem Assyrerreich rassisch vermischtes Volk mit westaramäischem Dialekt. Nach biblischen Quellen sollen sich um 975 v.Chr. zehn der zwölf jüdischen Stämme nördlich von Judäa, in Samaria und Galiläa, niedergelassen und einen eigenen Staat gegründet haben. Dort errichteten sie auch ein neues Zentralheiligtum, was zu lang andauernden politischen Konflikten mit den verbleibenden jüdischen Stämmen führte. Orthodoxe Juden und Samaritaner waren um Christi Geburt erbitterte Gegner. Samariter galt den Juden als schimpflicher Name, wurde jedoch durch das Gleichnis Jesu vom barmherzigen Samariter zum Bild tätiger Nächstenliebe und seit dem zur Bezeichnung der Helfer bei Unglücksfällen.
Die Samaritaner sind zu einem jüdischen Sondervolk geworden, welche lediglich die 5 Bücher Moses (Thora) und den Jahwetempel auf dem Berg Garizim als Hauptheiligtum anerkennen.
Die Samaritaner lebten lange Zeit im unversöhnlichen Gegensatz zu den Juden, welche die Samaritaner auch heute nicht als Juden anerkennen.
Im Mittelalter gab es noch eine ganze Reihe samaritanischer Siedlungen und über 1 Million Samaritaner weltweit. 1918 zählten die Briten im damaligen Mandatsgebiet Palästina nur noch 146 Samaritaner in wenigen miteinander verwandten Familien. Seit 1923 ist den Samaritanern auch die Heirat mit Juden erlaubt, wenn diese zur Religion der Samaritaner übertreten. Seitdem ist ihre Zahl wieder angestiegen und betrug 1996 über 600 Menschen. Die nur noch aus 5 Familienverbänden bestehenden Samaritaner leben heute in Holon in der Nähe von Tel Aviv (vorwiegend hebräisch sprechend) und in Kiryat Luza am Berg Garizim bei Nablus im Westjordanland (arabisch sprechend).
Die Samaritaner schreiben die Bibel in einer eigenen, der ursprünglichen althebräischen Schrift, der Schrift Moses. Die heutige hebräische Schrift ist eigentlich eine aramäische Quadratschrift die von den Juden erst während des babylonischen Exils angenommen wurde. Das unten abgebildete Alphabet zeigt die schöne Form der samaritanischen Buchschrift. Aus der selben entstand später eine kursive Form, welche jedoch nur unbedeutende Unterschiede zeigt.
Darüber hinaus haben sie eine eigene Überlieferungs- und Aussprachetradition ihrer heiligen Schriften und der althebräischen Sprache erhalten können, was für viele Wissenschaftler die sich mit der Bibel beschäftigen ein wahrer Schatz ist. Die Samaritaner haben auch viele Bräuche des alten Judentums aus der Zeit vor der Zerstörung des Tempels und teilweise sogar aus der Zeit vor dem babylonischen Exil bewahrt. Beispielsweise kennen sie bis heute das Tieropfer und feiern ihr Neujahr im Frühling, im Gegensatz zu den Juden, die dieses Fest im Herbst feiern.
Name Zeichen Wert Ziffer   Name Zeichen Wert Ziffer
Aleph 'a 1   Lamed l 30
Beth b 2   Mem m 40
Gimel g 3   Nun n 50
Daleth d 4   Samex s 60
He h 5   зAin зa 70
Waw w 6   Pe p 80
Zain z 7   Sade s 90
Keth x 8   Quph q 100
Tet t 9   Resh r 200
Yod y 10   Shin sh 300
Kaph k 20   Tau t 400

Pausen:                                   

Samaritanisch TTF-Font

Hebräische Quadratschrift
Hebräische Kurrentschrift des 11. und 12. Jh.
Spanisch-levantinisches Hebräisch
Raschi
Jiddisch
Deutsche Schreibschrift 19. Jh.
Polnische Schreibschrift 19. Jh.